12:0 what a Game – eine Busladung Engländer verliebt sich in den VFL

Deine Geschichte zur Borussia – heute mit Hans-Paul Brandt, der auf eine besonderes Ereignis in der glorreichen Borussen-Vergangenheit blickt…. Samstag der 29.04.1978 – ein denkwürdiges Datum für alle Fans des VFL. Obwohl die Borussia an diesem Spieltag die deutsche Meisterschaft „verlor“, glänzte sie mit einem Spiel das bis heute unvergessen geblieben ist – nicht nur in den Erinnerungen aller Borussen. Auch in England wird wohl heute noch darüber gesprochen. Für den Inhalt ist ausschließlich Hans-Paul verantwortlich…

 

 

Es war im April 1978 – ich stand kurz vor meinem 18. Geburtstag und wir hatten bei meinem Heimatverein, dem SC Mönchengladbach-Hardt, ein englisches Jugendteam zu Gast, das bei unserem Frühjahrsturnier angetreten war. Während deren Besuchs fand das Bundesligaspiel zwischen der einzig wahren Borussia aus Mönchengladbach und der Kohlenpott-Borussia statt. Da am Bökelberg gerade gebaut wurde, spielte man in Düsseldorf.  So fuhren wir also per Reisebus mit den Engländern zusammen in die Landeshauptstadt und hofften alle auf einen Sieg der Fohlen. Die Briten waren auf der Hinfahrt etwas reserviert, was sich jedoch später legen sollte…

 

Als wir am Stadion ankamen, begaben wir uns alle zügig auf die Plätze, keiner wollte den Beginn verpassen. Es sollte schon schnell gut los gehen: 1. Minute 1:0 durch Jupp Heynckes, in der 12. Minute war erneut Jupp Heynckes zur Stelle und in der 13. Spielminute traf Carsten Nielsen bereits zum 3:0 für die Borussia. Spätestens an dieser Stelle war das Eis gebrochen – sowohl bei der Borussia, als auch bei unseren englischen Gästen…

 

Jeder echte Borussen-Fan weiß, wie es weiter ging:  Zur Halbzeit stand es bereits 6:0 für die Elf vom Niederrhein. In der Pause stand ich an der Wurstbude, wo ein so großer Andrang herrschte, dass ich viel zu spät wieder auf die Tribüne kam – ich verpasste das 7:0 durch Heynckes, hörte nur den Torjubel sowie die anschließende Durchsage des Stadionsprechers. Neben mir stand zu diesem Zeitpunkt ein schwarz-gelber desorientierter Borusse, der nur noch zusammenzuckte und den Kopf schüttelte als der Treffer fiel. Jener „falsche Borusse“ hatte für sein Bier heute viel leiden müssen, aber es sollte für ihn noch härter kommen…

 

Jeder wird wissen, das jenes Spiel 12:0 endete und wir trotzdem die Meisterschaft verpassten, dennoch traten wir stolz die Heimreise an. Einer unserer Gäste fragte mich dann im Bus auf der Rückfahrt ob die Spiele in Deutschland öfter so unterhaltsam und torreich wären – ich habe laut gelacht und nichts drauf geantwortet. An diesem Tag hat die Borussia eine Busladung britischer Fans fürs Leben dazugewonnen.

 

Hans-Paul Brandt

 

 

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veröffentlicht von Björn Brodermanns am 01. September
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