2:1-Sieg gegen die Niederlande – die Löw-Elf in der Einzelkritik

Der Sieg gegen die Niederlande war eine klare Steigerung gegenüber dem Spiel gegen Portugal. Schweinsteiger ist wieder da, Gomez verbessert und Deutschland so gut wie im Viertelfinale. Zu meckern gab es bis auf Kleinigkeiten nicht viel – lässt man einen gewissen Lukas Podolski einmal außen vor…

Manuel Neuer: Kein einfaches Spiel für einen Torhüter, der zeitweise überhaupt nichts zu tun bekam. Was für ihn und seine Weltklasse spricht ist die Tatsache, dass er auf dem Punkt da ist, wenn er gebraucht wird. So auch bei einer glänzenden Parade in der 56. Minute als er einen Schuss von van Persie entschärfte. Beim Gegentor ohne Abwehrchance. Note: 2+

Jerome Boateng: Zu Beginn augenscheinlich unsortiert. Beinahe sämtliche Angriffe der Holländer über seine rechte Seite kamen durch. Der Bayer steigerte sich im Verlauf des Spiels und pendelte sich auf demselben Level ein wie schon gegen Portugal. Blöd: Er sah drei Minuten vor dem Ende wegen Zeitschindens beim Einwurf die Gelbe Karte weshalb er im letzten Gruppenspiel zuschauen muss. Note: 3

Mats Hummels: Anfangs immer einen Schritt zu spät gegen van Persie. Zudem ließ er dem Holländer allgemein immer wieder zu viel Raum. Mit zunehmender Dauer zeigte er das starke Stellungsspiel aus dem Portugal-Spiel und wagte sich immer wieder in die Offensive. Beim Treffer von van Persie ließ er sich allerdings wie ein Schuljunge überrumpeln. Note: 2-

Holger Badstuber: Badstuber hatte Pech, als er in der 36. Spielminute frei zum Kopfball kam und Torhüter Stekelenburg anköpfte. Ansonsten wie gewohnt umsichtig in der Abwehr – mit wenigen Unsicherheiten während der Drangzeit der Holländer. Beim Tor von van Persie griff Badstuber nicht energisch genug ein. Note: 2-

Philip Lahm: Eines der besten Spiele des Kapitäns. Ließ Bayern-Kollege Arjen Robben keinen Stich und versuchte sich darüberhinaus immer wieder in die Offensive einzuschalten. Note: 2

Sami Khedira: Der bestimmende Mann im Mittelfeld, auch wenn nicht alles klappte. Besonders auffällig: Khedira  lief unheimlich viele Bälle ab und die sich bietenden holländischen Räume zu. Dabei engte er vor allem die Kreise von Wesley Snijder ein. Der Real-Star ist aktuell der heimliche Chef im Mittelfeld. Note: 2-

Bastian Schweinsteiger: Schweinsteiger ist zurück. Obwohl er immer noch nicht vollends fit ist, war er der laufstärkste Spieler seiner Mannschaft. Ganz stark seine beiden Torvorlagen auf Mario Gomez. Verbesserungswürdig war allein die Tatsache, dass sich der Münchner Mitte der zweiten Halbzeit zu weit hat hinten rein drücken lassen. Möglicherweise musste er der Hitze und dem ausgelaugten Körper Tribut zollen. Note: 2

Mesut Özil: Begann stark, als er in der 8. Spielminute per Direktannahme nur den Pfosten traf. Ansonsten war das Spiel des Madrilenen in allen Belangen ausbaufähig. Özil fiel öfter durch plumpes Anrennen des Gegners sowie Meckern, als durch spielerische Glanzpunkte auf. Hier ein Haken, da ein Haken – trotz teils schöner Aktionen ging dem Mitttelfeldspieler die Effizienz völlig ab. Note: 3-

Thomas Müller: Kam schwer ins Spiel, steigerte sich aber im Verlauf. Dennoch ist der Torschützenkönig der vergangenen WM aktuell nur ein Schatten seiner selbst. Kaum Tempodribblings, kaum verwertbare Flanken und nur wenige zwingende Aktionen. Von Müller muss mehr kommen – ansonsten droht möglicherweise die Bank. Note: 4

Lukas Podolski:Der Kölner entwickelt sich immer mehr zum EM-Touristen und war mit weitem Abstand der schwächste Spieler der DFB-Elf. Von Poldi war, bis auf ein paar Zweikämpfen in defensiven Gefilden, über 90 Minuten nichts zu sehen. Wie sagte Podolski vor der EM? „Der Rasen muss brennen…“ Auf der linken Offensivseite brannte heute wieder einmal nur das Flutlicht. Eine Frechheit das der Mittelfeldspieler 90 Minuten spielen durfte – den Grund dafür kennt wohl nur Jogi Löw. Note: 5 (mit viel Wohlwollen)

Mario Gomez: Es war das Spiel des vielfach kritisierten Stürmers. Wer genau hinsieht, sieht ein Phänomen – 26 Ballkontakte bis zu seiner Auswechslung sind eigentlich ganz schwach. Zwei hervorragende Treffer dagegen ein Pfund. Anders als gegen Portugal arbeitete der Stürmer auch in der Defensive mit und war plötzlich am eigenen Strafraum zu finden. Besonders sehenswert seine Drehung vor dem 1:0, als er den Ball technisch perfekt mit der Sohle mitzog. Zudem leitete seinen zweiten Treffer mit ein – spielerisch klasse und wieder eiskalt vor dem Tor. Note: 2+

Miroslav Klose:  Kam in der 72. Minute für Gomez. Speilte einen klasse Pass auf Özil, der dann aber vertändelte. Sprintete in der 89. Minute auf Stekelenburg zu und erzielte fast das erlösende 3:1. Note 3+

Toni Kroos: Kam in der 80. Minute

Lars Bender: Kam in der Nachspielzeit

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veröffentlicht von Björn Brodermanns am 13. Juni
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