Amin Younes: Jungfohlen vor baldigem Abschied?

Für die meisten Beobachter ist es nur eine Frage der Zeit bis Amin Younes (19) explodiert. Nicht aufgrund der fehlenden Einsätze, sondern viel mehr weil der hochbegabte schon bald seine maximalen Leistungen abrufen könnte. Ob dies im Trikot von Borussia Mönchengladbach sein wird, bleibt abzuwarten. Aktuell spricht nicht vieles dafür.

Da war diese beinahe schon freundschaftsspielartige Partie gegen Fenerbahce Istanbul Anfang Dezember. Sportlich ging es um nichts und doch um so viel. Borussias zweite Garde durfte sich am Bosporus beweisen. Das Ergebnis: Mit 3:0 bezwang der VfL die ebenfalls mit einer B-Elf angetretenen Türken in einem Spiel, in dem sich beinahe jeder Akteur in den Vordergrund spielte.

Einer machte dabei ganz besonders auf sich aufmerksam – Amin Younes. Der 19-Jährige wurde in der 72. Spielminute für Tolga Cigerci eingewechselt und zeigte nur wenige Minuten jene Extraklasse, die zweifellos in ihm schlummert. Younes vernaschte auf unnachahmliche Weise die komplette Abwehrreihe der Türken um den Ball dann glänzend auf den so freigespielten Luuk de Jong zu spielen.

Younes ein begehrtes Talent

Eine klasse Szene. Eine Szene, die das Herz jedes Fußballfans höher schlagen lässt. Eine Szene, die zeigt, welch großes Talent im U20-Nationalspieler steckt. So ist es nicht verwunderlich das der Name Younes auf den Zetteln vieler Vereine aus den beiden Bundesligen steht. Dessen Vertrag in Gladbach läuft im Sommer bekanntlich aus.

Sportdirektor Max Eberl täte also gut daran den auslaufenden Kontrakt so schnell wie möglich zu verlängern. Seine Hausaufgaben hat der 39-Jährige bereits längst gemacht. Dem Spieler soll, trotz dessen Dementi, seit geraumer Zeit ein unterschriftsreifes Vertragspapier vorliegen. Von vier Jahren ist die Rede – ein Beweis für das Vertrauen, welches man in Mönchengladbach in den Fähigkeiten des kleinen Dribblers hat.

„Vertrauen habe ich nicht wirklich gespürt“

Dies sieht Amin Younes allerdings etwas anders. Der 19-Jährige äußerte sich unmittelbar nach seinem Europapokal-Debüt gegen Fenerbahce Istanbul wenig glücklich. „Vertrauen habe ich nicht wirklich gespürt“, sagte Younes gegenüber der versammelten Journalistenschar. Der U-20-Spieler hält extrem viel von sich. Möglicherweise sieht er sich wesentlich weiter als er in Wirklichkeit ist. Lucien Favre wird die Leistungsfähigkeit seines Talents schon richtig einordnen.

Angesprochen auf seine Zukunft antwortete Younes: „Wenn es so weitergeht wie bisher, muss ich eine andere Lösung finden. Ich will spielen.“ Eine Lösung könnte die Verlängerung seines Vertrages, verbunden mit einer Ausleihe zu einem Zweitligisten sein. So plant jedenfalls die Borussia. Ob sich der 19-Jährige mit dieser Lösung einverstanden zeigt, ist indes fraglich. Vor allem die kolportierte Vertragsdauer von vier Jahren dürfte ihm und seinem beratenden Umfeld ein Dorn im Auge sein.

Ablösefreier Wechsel im Sommer?

So deuten die Zeichen derzeit auf einen endgültigen Abschied im Sommer. Interessenten dürfte es, vor allem in Anbetracht eines ablösefreien Transfers, zu Genüge geben. Umziehen müsste Younes dann möglicherweise nicht. Allen voran soll Fortuna Düsseldorf bereits die Fühler nach dem Mittelfeldspieler ausgestreckt haben. Düsseldorf ist Younes` Heimatstadt. Ob dem anspruchsvollen U20-Nationalspieler allerdings die sportlichen Perspektiven in der Landeshauptstadt ausreichen?

Es bleibt abzuwarten, wohin die Reise des 19-Jährigen geht. Max Eberl, so heißt es, will möglichst zeitnah Gewissheit ob eines möglichen Verbleibs seines hochbegabten Talents. Ansonsten dürfte der Einsatz in Istanbul wohl der letzte im Trikot von Borussia Mönchengladbach gewesen sein. (Foto: Screenshot Fohlen.tv)

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veröffentlicht von Björn Brodermanns am 17. Dezember
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