Borussia 2011/2012 – Das Mittelfeld

Nachdem „Nach dem Spiel“ in der letzten Woche den Fokus auf die Abwehr der Borussia gelegt hat, richtet sich der Blick heute auf das Mittelfeld des VFL. Wie ist die Mannschaft von Lucien Favre dort aufgestellt? Wo zwickt es noch? Heute Teil II – das Mittelfeld der Elf vom Niederrhein…

 

 

Borussias Mittelfeld war in der vergangenen Saison oftmals das Sorgenkind schlechthin. Insbesondere defensiv, auf der Postion der  Doppelsechs, gab es viele Probleme – Probleme die, die Mannschaft  in der verkorksten Hinrunde nicht kompensieren konnte. Nachdem das einstige Duo Bradley/Marx zu Beginn der Rückrunde gesprengt wurde (Bradley wechselte als Leihgabe zu Aston Villa) und vor allem Lucien Favre auf Neuzugang Havard Nordtveit (21) sowie den jungen Roman Neustädter setzte, lief es besser. Borussias Schaltzentrale im Mittelfeld lief „runder“ – wo ehemals noch Fehler am laufenden Band produziert wurden die zu tödlichen Gegentoren führten, war plötzlich das heimliche Herz der Mannschaft. Der junge Norweger Nordtveit avancierte zu Borussias heimlichem Taktgeber. Stark im Zweikampf, gute Übersicht und tolles Antizipationsvermögen. Ob das Duo Nordtveit/Neustädter Zukunft hat oder gar zu höherem berufen ist, bleibt indes abzuwarten. Zu schwankend waren vor allem die Leistungen Roman Neustädters.

 

 

Ein Blick auf Borussias Mittelfeld:

 

 

 

 

Die Situation

 

 

In Borussias Schaltzentrale im defensiven Mittelfeld, sollte Havard Nordtveit gesetzt sein. Der Norweger besitzt absolut das Talent sowie die Fähigkeiten eine führende Rolle einzunehmen und als „6er“ exzellente Leistungen zu liefern. Nord“fight“ könnte die positive Erscheinung des VFL in der kommenden Saison werden. Wer wird neben ihm in der „Doppelsechs“ spielen? Der ehemalige Mainzer Roman Neustädter müsste schon einen gewaltigen Leistungssprung machen um einen Stammplatz im defensiven Mittelfeld für sich in Anspruch nehmen zu können. Zu schwankend waren die Leistungen des 23-jährigen. Fraglich ob er den Ansprüchen in der Bundesliga auf längere Zeit genügen kann.

 

Die zweite Alternative, Thorben Marx (30), stellt keine ernste dar – zu langsam und technisch limitiert für die Ansprüche des „System-Favre“. Die beste Nachricht für den ehemaligen Bielefelder wäre ein neuer Trainerjob für Borussias Ex-Trainer Michael Frontzeck, dort hätte er einen Stammplatz sicher. Julian Korb, 19-jähriges Talent der Fohlen, trainiert seit geraumer Zeit mit dem Profiteam und gilt als Perspektivspieler auf der Position des defensiven Mittelfeldpielers. Für ihn kommt die verantwortungsvolle Position des „6ers“ wohl noch zu früh, ein Heranführen durch Lucien Favre gilt jedoch als sehr wahrscheinlich.

 

Die wahrscheinlichste Variante scheint allerdings Michael Bradley (23) zu sein. Der US-Amerikaner der, der Borussia eigentlich schon längst den Rücken gekehrt haben wollte, scheint beim VFL zu bleiben. Derzeit liegt wohl kein ,für beide zufriedenstellendes, Angebot vor – ein Gespräch zwischen Favre, Eberl und Bradley soll wohl endgültig Gewissheit bringen ob der US-Nationalspieler der Borussia erhalten bleibt. Sollte sich Bradley positiv bezüglich eines Verbleibs äußern, sollte man unbedingt eine vorzeitige Vertragsverlängerung in Betracht ziehen. Nach der kommenden Spielzeit wäre der US-Boy ablösefrei.

 

Eine reine Doppelsechs könnte es zusammen mit Michael Bradley indes nicht geben. Anders als Ex-Coach Michael Frontzeck wird Lucien Favre wissen, dass Bradley kein „6er“ ist. Bradley ist ein „offensiv ausgerichteter Defensivspieler“. Ein „8er“, vielleicht sogar ein verkappter „10er“. Seine starken Leistungen in der Nationalmannschaft der USA zeigte er ausschließlich auf  der Position des „8ers“. Stark in der Balleroberung weiß er mit guter Übersicht und für „gladbacher Verhältnisse“ starkem Passspiel zu gefallen. Eine Möglichkeit also Michael Bradley gewinnbringend und mannschaftdienlich einzubringen. Wenn er denn bleibt.Vielleicht ist auch eine Abkehr von der Doppelsechs zu lediglich einem defensiven Akteur möglich – dazu fehlt Trainer Lucien Favre aber (noch) ein geeigneter offensiver Mittelfeldspieler.

 

Auf den variablen offensiven Positionen führt eigentlich kein Weg an Juan Arango und Marco Reus vorbei. Sofern beide verletzungsfrei bleiben, sind sie für ihr Team unersetzbar. Marco Reus ist Dreh- und Angelpunkt seiner Elf, immer anspielbar, immer mit guten Ideen und immer für Überraschungen gut. Er hat die Fähigkeit mit einer Aktion ein Spiel zu entscheiden, ohne ihn ist der VFL nur die Hälfte wert. Auf dem zweiten Blick ist auch der Venezolaner Arango schwer zu ersetzen – auch er kann ein Spiel mit einer genialen Aktion, mit einem genialen Pass entscheiden. Oft hat der linke Mittelfeldspieler dies noch nicht gezeigt im Dress der Borussia, seine Form ging unter Coach Lucien Favre jedoch steil nach oben. Unbestritten ist Arango neben Marco Reus Gladbachs fußballerisch stärkster Akteur…

 

Neben den beiden stehen Lucien Favre noch Patrick Herrmann (20), sowie Neuzugang Lukas Rupp (20) und Jungtalent Dennis Dowidat (21) zur Verfügung. Linksverteidiger Oscar Wendt (25) könnte von seinen Anlagen her zur Not den linken Mittelfeldspieler geben – der Japaner Yuki Otsu (21) absolviert derzeit ein Probetrainig beim VFL und gilt als sehr talentierter offensiver Mittelfeldspieler der gerne über die linke Seite agiert. Ob Otsu allerdings sofort auf Bundesliganiveau bestehen kann bleibt im Falle einer Verpflichtung abzuwarten. Weiterhin ist der Wechsel von Joshua King von Manchester United (Leihe) zur Borussia wegen einer Verletzung und der damit verbundenen Operation unsicher.

 

Fazit: Borussias defensives Mittelfeld könnte erneut die Achillesferse der Mannschaft sein. Weshalb kein erfahrener, spiel- und zweikampfstarker „6er“ verpflichtet wurde/wird bleibt wohl das Geheimnis Max Eberls – Lucien Favre formuliert immer wieder den Wunsch nach Lösungen, auch auf dieser Position. Scheinbar ist die finanzielle Situation Borussias doch nicht so rosig wie man aus den Aussagen des Präsidiums schließen könnte. Mit den derzeitigen defensiven Mittelfeldspielern in die Saison zu gehen ist sehr risikobehaftet. Bleibt zu hoffen das Lucien Favre eine eigene gute Lösung findet, mit der derzeit noch keiner rechnet.

 

 

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veröffentlicht von Björn Brodermanns am 08. Juli
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