Borussia bietet zu wenig für Platz drei und darf dennoch hoffen

Bevor dem Auftritt der Gladbacher Borussia beim BvB kritische Beäugung zuteil wird: Ja, der VfL hat eine sensationelle Runde gespielt. Und ja, vor einem Jahr stand die Mannschaft von Trainer Lucien Favre noch im heißen Fegefeuer der Abstiegshölle. Auch ist es richtig, das sich der VfL beim stark aufspielenden und 26 Spiele ungeschlagenen alten sowie neuen deutschen Meister einige Chancen herausgespielt hat. Dennoch: Wer unbedingt noch Platz 3 erreichen will, sollte mehr anzubieten haben als eine reine Statistenrolle…

http://www.nach-dem-spiel-ist-vor-dem-spiel.com/wp-includes/js/tinymce/plugins/wordpress/img/trans.gifhttp://www.nach-dem-spiel-ist-vor-dem-spiel.com/wp-includes/js/tinymce/plugins/wordpress/img/trans.gifBorussia Mönchengladbach blieb beim entscheidenden Spiel zur 8. Meisterschaft des BvB nur die Statistenrolle. Eine Rolle, die man sich auf dem Platz zuvor 90 Minuten lang redlich verdient hatte. Denn bis auf einer von Schiedsrichter Florian Meyer wegen vermeintlichem Abseits abgepfiffenen  Aktion von Marco Reus sowie einem nicht anerkannten Treffer von Mike Hanke, war von der Elf vom Niederrhein nicht viel zu sehen.

Zu viele Ballverluste, ein pomadiges, mit Fehlern behaftetes Aufbauspiel und Unsicherheiten in der Defensive – Gladbach nahm nicht am Spiel teil. Ähnlich sah es auch Martin Stranzl, der in Dortmund die 5. Gelbe Karte erhielt: „Die Dortmunder waren in diesem Spiel einfach besser, sie haben die kleinen Fehler, die wir gemacht haben, ausgenutzt. Wir hatten zu viele unnötige Ballverluste. Warum das so war, kann ich mir auch nicht erklären, denn wir hatten im Auswärtsspiel beim deutschen Meister nicht viel zu verlieren und hätten eigentlich befreit aufspielen können.“ Zudem hatte man mit Patrick Herrmann sowie Juan Arango glatte Totalausfälle zu beklagen.

Groß waren die Worte vor dem Spiel. Man wolle den Dortmundern die vorzeitige Meisterschaft vermiesen und selbst den FC Schalke 04 auf Platz drei angreifen – zu sehen war auf dem Platz davon beinahe nichts. Der BvB war gallig und richtig heiß darauf dem eigenen Anhang die Party des Jahres zu bescheren. Antworten darauf fand Lucien Favres Mannschaft nicht.  Man benötigt nicht einmal die große Statistiksammlung, um klar zu erkennen, dass den Gladbachern an diesem Nachmittag klar deren Grenzen aufgezeigt wurden. 18 : 4 Torchancen sprechen da alleine für sich eine klare Sprache.

Platz drei noch immer möglich

Bereits seit Wochen sind die Gladbacher, abgesehen vom Spiel gegen den 1.FC Köln, an ihrem absoluten Maximum angelangt. Körperlich, mental und auch spielerisch. Dass die Borussia zwei Spieltage vor Saisonende indes noch immer an der direkten Qualifikation zur Champions-League schnuppert, ist  einzig und alleine den Schalkern geschuldet, die zumindest mental ebenfalls an ihrem Limit angekommen zu sein scheinen.

Nun folgen für die Fohlen noch die Spiele gegen Augsburg (H) und Mainz (A) – Partien, in denen der VfL trotz aller Strapazen des vergangenen Jahres noch einmal gefordert ist. Zwei Punkte beträgt der Rückstand auf Königsblau, die mit den stark abstiegsbedrohten Berlinern (H) sowie dem SV Werder Bremen (A) noch höchst motivierte Gegner vor der Brust haben.

Platz vier  zu 99 Prozent sicher und der dritte Rang noch immer in greifbarer Nähe: Die Situation der Borussia ist eigentlich eine richtig Gute. Genau genommen die Beste seit dem Gewinn des DfB-Pokals 1995. Für den „Big-Sahnetupfer“ auf den vielen anderen Tupfern dieses Jahres müssen Reus und Co. allerdings noch einmal alles aufbieten, was machbar ist – in jedem Falle aber mehr als das, was man in Dortmund anzubieten hatte …

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veröffentlicht von Björn Brodermanns am 23. April
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