Borussia braucht jetzt Ruhe im Umfeld!

„Nach dem Spiel ist vor dem Spiel“ goes Print. Um auch allen Lesern, die nicht aus der Region stammen, sämtliche Artikel aus der „HS-Woche“ zugänglich zu machen, gibt es den aktuellen Zeitungsbericht der HS-Woche auch hier zu lesen. In gedruckter Form erscheint dieser Artikel am Mittwoch, den 29.02.12 in der Printausgabe und auf HS-Woche.de …

47 Punkte nach 23 Spielen, Platz 3 in der Bundesligatabelle und das Pokalfinale vor Augen. Borussia Mönchengladbach spielt die beste Saison seit 35 Jahren und dennoch gerät das Sportliche zunehmend in den Hintergrund.  Der Traditionsverein zahlt zusehends den Tribut für eine sensationelle Saison und muss sportliche Aderlasse augenscheinlich in Kauf nehmen.

Erst verlässt Superstar Marco Reus den Verein in Richtung Dortmund, dann zieht Roman Neustädter Schalke 04 der Borussia vor und nun wechselt wohl auch Abwehrchef Dante zu den Bayern. Der verriet nach dem Spiel gegen die Hamburger: „Ich habe einen Vertrag mit Borussia Mönchengladbach. In den nächsten Spielen bin ich für Mönchengladbach im Einsatz – ich werde bis zum Saisonende alles geben.“ Der Elf vom Niederrhein werden wichtige Eckpfeiler des Erfolgs genommen.

Während der Weggang Roman Neustädters relativ einfach zu kompensieren sein wird, haben die Abgänge von Marco Reus, vor allem aber der von Dante Signalwirkung. Der Brasilianer gilt als gewichtiges Pfund in den Vertragsverhandlungen mit Trainer Lucien Favre, der bereits im Dezember sagte: „Wenn du ein Haus aufbaust und dir wird das Erdgeschoss weggerissen, ist das sehr schlecht.“

 Favre lässt Treubekenntnis vermissen

Lucien Favre lies bislang ein Treuebekenntnis zur Borussia vermissen und äußerte sich stattdessen arg verschlossen: „Ich konzentriere mich bis zum Sommer nur auf Fußball“. Plant da jemand seinen Abschied vom Borussia-Park? Die Wortwahl des Schweizers wurde nach dem Spiel gegen den HSV jedenfalls forscher: „Man muss ehrlich sein. Wenn beim HSV Töre ausfällt, haben sie einen Sala oder einen Ilicevic. Die habe ich hier nicht, ich kann nur 19- oder 20-Jährige bringen …“

Ein Schelm, wer dabei Böses denkt. Favres Worte sind als klare Botschaft an Sportdirektor Max Eberl zu verstehen, dem bislang die Stützen der Mannschaft weglaufen, ohne selbst ein Zeichen für die kommende Saison zu setzen. Ein Verbleib Favres wird abhängig sein von der Politik des Sportdirektors. Es ist eine Krux: Favres Verlängerung ist an Personalien gebunden, während der Großteil dieser wohl abhängig vom Verbleib des Trainers ist.

Borussia braucht Ruhe im Umfeld

So langsam sollten die Protagonisten für Klarheit sorgen, auch um der Mannschaft die nötige Ruhe im Umfeld zu sichern, die sie brauchen wird in den kommenden Wochen.  Eventueller Meisterkampf, der Kampf um die Champions-League-Qualifikation und das DfB-Pokal-Halbfinale – die Borussia benötigt jegliche Konzentration auf dem Platz.

Gladbachs Erfolgstrainer muss sich indes klarwerden, was er an einem langfristigen Engagement bei der Borussia hat und welche Möglichkeiten ihm im kommenden Sommer gegeben sind. Neben der nahezu sicheren Qualifikation für einen europäischen Wettbewerb und einem unermesslichen Vertrauen des Umfelds winken viele Millionen, die für eine Neuausrichtung des Mannschaftsgerüsts zur Verfügung stehen.

Ein Platz auf der Bank des FC Bayern München, der wohl Interesse am „Schweizer Hirnli“ zeigt, dürfe da nicht so bequem sein. Selbiges dürfte übrigens auch für (noch) Abwehrchef Dante gelten …

 

 

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veröffentlicht von Björn Brodermanns am 29. Februar
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