Borussia: Es ist noch nicht alles Gold was glänzt

Borussia Mönchengladbach verliert in Freiburg das erst zweite Spiel der Saison. Eine vermeidbare Niederlage, überflüssig wie ein Kropf. Auch wenn das knappe 0:1 nicht ausreicht um für Alarmstimmung rund um den Borussia-Park zu sorgen, wurde auch den größten Optimisten aufgezeigt, dass nicht alles Gold ist was derzeit in Gladbach glänzt…

 

Erste Runde Bukarest, zweite Runde Rom, in Kopenhagen schellt das Telefon – vielleicht nach Rotterdam, vielleicht nach Mailand, vielleicht nach Teneriffa eine Woche Sandstrand… der Großteil der VFL-Anhänger plante in den letzten Wochen bereits Europapokal-Trips 2012.

 

Das Fatale: Auch innerhalb der Mannschaft scheint man trotz aller „Wir schauen von Spiel zu Spiel“ – Floskeln bereits andere Dinge im Kopf zu haben. Die Aussagen einiger Protagonisten lassen auf jeden Fall darauf schließen. Hätte die Borussia in Freiburg gewonnen, hätte der VFL seine wiedermal vielen Chancen genutzt, dann wäre man mit 19 Punkten diesem „Fernziel“ jedenfalls ein großes Stück näher gekommen.

 

Hätte, hätte, wäre – leider lässt der Fußball keinen Platz für ein Leben im Konjunktiv. Das die Borussia nun weiterhin mit „lediglich“ 16 statt 19 Punkten, nahezu ebenso sensationell gut dasteht hat zwei gravierende Gründe:

 

 

Borussias mangelnde Chancenverwertung

 

 

Borussia gegen Kaiserslautern: 23 Torchancen – 1 Tor. Der VFL zu Gast beim HSV: 13 Torchancen – 1 Tor. Borussia gegen den 1.FC Nürnberg vor einer Woche: 21 Torchancen – 1 Tor. Die Niederlage im Breisgau: 20 Torchancen – kein Tor. 

 

Der VFL hat in 8 Spielen bereits 122 Torschüsse abgegeben und dabei lediglich 9 Tore erzielt. 43 dieser Torschüsse waren Chancen der Marke „100 Prozent“. Nur der Club aus Nürnberg liefert in puncto Chancenverwertung eine schlechtere Quote. Ist der Angriff der Borussia so schwach? Wohl kaum. Woran aber liegt es, das alleine Marco Reus 7 (!!!) hochkarätige Chancen gegen den SC Freiburg liegen lässt? Die Chancen der letzten Wochen mal außer acht gelassen: Fehlt es einigen Spielern bereits an der Konzentration?

 

Der VFL spielt seit Beginn der Saison augenscheinlich über ihrem Maximum – genau genommen gar seit einem halben Jahr. Nun scheinen ein paar Prozentpunkte verloren gegangen zu sein, sei es aufgrund der permanent hohen Leistungen oder auch einzelner Träumereien. In jedem Falle ist es nur allzu menschlich wie verständlich. Lucien Favre wird in der Länderspielpause die richtigen Worte finden und den ein- oder anderen neuen Reizpunkt setzen. 

 

Die Zeit wird es zeigen: Möglicherweise war diese unnötige aber dadurch umso schmerzvollere Niederlage heilsam und motivierend zugleich. Auch bei Borussias Niederlage „auf“ Schalke“ stand die Mannschaft wieder auf als wäre nichts gewesen…

 

 

Die Zentrale des VFL

 

 

Das defensive Mittelfeld des VFL wurde bereits vor der Saison als möglicher negativer Knackpunkt der Mannschaft eingeschätzt. Zu langsam, zu behäbig, vor allem aber zu unerfahren. Die Seele, der Motor des Spiels erschien als zu schwach und stotternd. Bis zum Spiel in Freiburg kam alles ganz anders: Borussias „6er“ spielten weit über ihrem Maximum und waren maßgeblich an der Kompaktheit und dem bisherigen Erfolg beteiligt. 

 

Während der offensivere Part in Person Roman Neustädters weiterhin als ordentlicher Taktgeber funktioniert, sorgte Thorben Marx beim Gastspiel in Freiburg immer wieder für freie Räume des Gegners. Vor allem während der ersten Spielhälfte stand er völlig falsch zu Ball und Gegner. Darüber hinaus lief er permanent den Gegnern wie „Falschgeld“ hinterher, statt das eigene Spiel zu forcieren.

 

Die Folge: Borussia fand nicht ins Spiel und schwerpunktmäßig in der 1. Halbzeit kaum statt. Thorben Marx scheint nur funktionieren, wenn das Kollektiv funktioniert – Borussia spielte in Freiburg während der ersten 45 Minuten kollektiv schwach. Seine starke Leistung gegen Nürnberg war wohl eher dem Kollektiv starken Auftritt zu verdanken, so bleibt nur zu hoffen das Havard Nordtveit schnell zu seiner Form zurück findet.

 

Abhaken, Mund abwischen, neu aufstellen und sich auf das kommende Heimspiel gegen Bayer Leverkusen fokussieren. Lucien Favre wird die Pause nutzen um neue Reizpunkte innerhalb der Mannschaft zu setzen und die Konzentration wieder auf mehr als 100 % zu bringen. Die Konzentration die es braucht um solche Spiele wie in Freiburg auch mal für sich zu entscheiden, dreckig und abgezockt im Stile einer Spitzenmannschaft.

 

Silber ist Borussia bereits jetzt, spielt weit über ihrem Soll und passiert ist mit der Niederlage in Freiburg rein gar nichts. Lucien Favre wird die Mannschaft weiter aufpolieren – bis alles Gold ist was glänzt…

 

 

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veröffentlicht von Björn Brodermanns am 03. Oktober
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