Borussia gegen Bayer: DAS war Fußball…

Borussia-Park Mönchengladbach. Sonnenschein bei gerade einmal mickrigen 12 Grad. Knapp 53.000 Zuschauer frösteln vor sich hin, doch ihr Kommen wird mit Herz erwärmenden Fußball mehr als belohnt. Es macht Spaß der Borussia beim Fußball spielen zu zusehen, besonders an diesem kalten Samstag Nachmittag…

 

30 Minuten lang schien sich der VFL in einer Art Winterschlaf zu befinden. Schockstarre. Die Mannschaft von Trainer Lucien Favre fand einfach nicht ins Spiel, fand keinen Zugriff – insbesondere in der Zentrale schenkte man zu viele Räume her. Das 1:0 der Leverkusener war daher sinnbildlich für das Auftreten der 11 vom Niederrhein bis dahin: Unsortiert.  Marke unsortiert auch der Treffer durch Leverkusens Verteidiger Stefan Reinartz. Ecke von der rechten Seite, Kopfballverlängerung Ballack, Wirrwar im Strafraum – Dingdong. 0:1 die kalte Dusche.

 

Das der VFL aber derart kalte Duschen zu verdauen in der Lage ist, ist spätestens seit dem 4:1 Gala-Erfolg im Heimspiel gegen den VFL Wolfsburg bekannt. Favres Schützlinge erwachten aus ihrem, wohl den Temperaturen geschuldeten, Winterkurzschlaf. Spätestens ab der 2. Halbzeit fand nur noch eine Mannschaft satt – Borussia Mönchengladbach nagelte die Farbenstädter regelrecht an die Wand. Angetrieben von einem erstaunlich fitten Juan Arango, jagte ein Angriff den nächsten.

 

Zwei Spieler duellierten sich dabei praktisch auf privater Ebene: Leverkusens starker Torhüter Leno und Gladbachs gefährlichster Spieler – Marco Reus. Reus, der wie erwartet von Trainer Favre in die Spitze versetzt wurde, konnte immer wieder durch die Hintermannschaft der Leverkusener durchbrechen. Dabei müssen sich diese teilweise wie Slalomstangen vorgekommen sein – ein bärenstarker Auftritt des Neu-Nationalspielers.

 

Das Ergebnis des Privatduells Leno/Reus: 8 Torschüsse des Gladbachers – 1 Tor.  Ein wichtiges. Selten kann man ein Tor so sehr als verdient bezeichnen, wie dieses zum 1:1 Ausgleichstreffer der Borussia. Auch für Gladbachs Dribbelkünstler war es eine Erlösung nach all den vergebenen Großchancen der letzten Spiele.

 

23:7 Torschüsse bei 75 % Ballbesitz und 56 % gewonnen Zweikämpfe: Zahlen die nur einen Bruchteil der Überlegenheit und der Klasse Borussias an diesem Nachmittag wiederspiegeln. Der VFL spielte sich mit Hilfe der euphorisierten Kulisse in einen Rausch und zeigte dabei Phasenweise „One-Touch-Fußball“ ganz großer Schule. Selbst Bayer Coach Robin Dutt wird nach dem Spiel von diesen Ballstafetten schwärmen.

 

Höhepunkt dieses großartigen Auftritts: Das 2:1 durch den flinken und starken Patrick Herrmann. Herrmann, der seine Chance in diesem Spiel mehr als nutzte, überlistete Bayer-Keeper Leno mit einem gekonnten und sehenswerten Lupfer von der Strafraumgrenze aus. Genauso stark wie das Tor selbst – Juan Arangos Pass, dem damit nach der Torvorlage zum 1:1 ein weiterer Assist gelang.

 

„Die Nummer 1 am Rhein sind wir“ – was Bayers 2 1/2 Busse voll Fans in der ersten Halbzeit skandierten, ging nun durch das aufgeheizte Rund des Borussia-Parks. Sollte der VFL zum ersten Mal nach 22 Jahren zu Hause gegen Bayer Leverkusen gewinnen?  Die Rechnung wurde leider ohne Andre Schürrle gemacht. Dieser erzielte nur 3 Minuten vor Schluss ebenso sehenswert wie unverdient den 2:2 Endstand.

 

 

 Zeigte sich nach dem Spiel tief enttäuscht: Marco Reus

 

 

Tristesse im Borussia-Park? Weit gefehlt. Auch wenn die Protagonisten, insbesondere Marco Reus und Trainer Favre, tief enttäuscht waren, waren sich alle im klaren was 90 Minuten zuvor auf dem Rasen geschehen war. Borussia spielte Fußball auf allerhöchstem Niveau – 17 Punkte aus 9 Spielen sind also kein Zufallsprodukt, wie auch Max Eberl nach dem Spiel befand.

 

Nun folgen mit Hoffenheim, dem Pokalspiel in Heidenheim, Hannover und Berlin richtungweisende Spiele in den nächsten Wochen. Die Borussia tut gut daran weiterhin von Spiel zu Spiel  zu denken und die Leistung immer wieder neu abzurufen – wenn dann noch das Glück zurückkommt ist vieles möglich in dieser noch jungen Saison….

 

 

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veröffentlicht von Björn Brodermanns am 16. Oktober
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