Borussia gegen die TSG Hoffenheim: „Ein guter Start ist wichtig für uns“

Im Prinzip ist nicht viel passiert. Die Borussia verlor das so eminent wichtige Match gegen Dynamo Kiew und zeigte neben einigen Schwächen zudem viele gute Aktionen. Noch ist nicht alles Gold, was glänzt in Mönchengladbach. Gründe um schwärzer als schwarz zu sehen, sind aktuell rund um den Borussia-Park allerdings auch nicht gegeben…

So ist es doch arg verwunderlich das Teile der Medien, allen voran der Boulevard, bereits das erste Öl ins nicht vorhandene Feuer kippen. Lucien Favre soll indirekt die Einkaufspolitik seines Sportdirektors Max Eberl kritisiert haben. Die Wahrheit sah allerdings etwas anders aus. Favre monierte die aktuelle Unbeweglichkeit und fehlende Geschwindigkeit seiner Mannschaft – für die Aufstellung ist der Schweizer bekanntlich jedoch höchst selbst verantwortlich.

Reus ist nicht zu ersetzen

Einer wie Reus sei im Kader der Gladbacher nicht vorhanden, schrieb der Boulevard. Bravo. Fußballerisches Fachwissen scheint vorhanden. Marco Reus, das sollte so langsam aber sicher dem letzten Beobachter klargeworden sein, ist nicht zu ersetzen. Nicht für Mönchengladbach und auch nicht für irgendeine Mannschaft – zumindest nicht innerhalb der Bundesliga.

Und so entkräftete bzw. korrigierte Favre seine Aussagen, die er nach dem Spiel gegen Dynamo Kiew traf. Ohnehin hatte der Romand nur verlauten lassen, dass sich seine Stürmer Igor de Camargo und Luuk de Jong „zu ähnlich“ seien. „Wir haben kein Stürmerproblem. Wir müssen nur die richtige Mischung finden und das braucht Zeit“, gab der Schweizer am Donnerstag zu Protokoll und ergänzte: „Es ist eine Frage der Balance. Wir haben gute Spieler für den Angriff, aber die Mischung muss passen. Und es liegt an mir, diese Mischung zu finden.“

Favre traut der TSG die Rolle der Überraschungsmannschaft zu

Lucien Favre auf der Suche nach der Team-Balance – es wäre förderlich in diesem Vorhaben bis zum kommenden Samstag zumindest ein Stück weiter zu kommen. Dann stellt sich die TSG 1899 Hoffenheim im Borussia-Park vor. Jenes Hoffenheim, das am vergangenen Wochenende 0:4 beim Berliner AK unterlag. Eine Niederlage gegen einen Amateurklub, der für den VfL nicht unbedingt förderlich gewesen sein muss.

Die Mannschaft von Trainer Markus Babbel wird mit einer gehörigen Portion Trotz an den Niederrhein reisen. „Der Stachel sitzt noch tief, aber der Schock ist überwunden. Ich erwarte eine Reaktion, Aggressivität und Einsatz. Ich bin nach wie vor von meiner Mannschaft überzeugt“, sagte der ehemalige Hertha-Coach auf der Pressekonferenz vor der Abreise nach Mönchengladbach.

Lucien Favre wird seine Mannschaft ohnehin vor der großen Wundertüte Hoffenheim gewarnt haben. Neben seiner Akribie wird alleine schon der Respekt vor den Kraichgauern dafür gesorgt haben. Der Schweizer traut der TSG eine ähnlich starke Rolle zu, wie sie die Borussia in der vergangenen Runde spielte. „Einerseits freut man sich über so eine Aussage, andererseits sind solche Sprüche vielleicht auch etwas taktisch geprägt“, sagte Babbel über die warmen Worte seines Gladbacher Kollegen.

Personelle Änderungen könnten Sinn machen

Ob die Niederlage gegen den ukrainischen Rekordmeister personelle Änderungen nach sich zieht, ließ Favre wie gewohnt offen. Viel mehr warb er um Geduld mit seinen Neuzugängen, die „noch Zeit benötigen, um sich an unsere Spielweise zu gewöhnen“. „Ich mache mir aber keine Sorgen darüber“, sagte der Romand und machte dabei einen entschlossenen Eindruck. Mit Sicherheit hat Favre bereits einen neuen Masterplan inklusive einiger Änderungen in der Tasche. Denkbar wäre eine etwas andere Ausrichtung seiner Elf – mit Granit Xhaka als klassischen „Zehner“ und Tolga Cigerci als der etwas offensivere „Sechser“ neben Havard Nordtveit.

Wie auch immer die Elf vom Niederrhein auflaufen wird: Die Borussia hat mit den Hoffenheimern noch die ein oder andere Rechnung offen. In der vergangenen Spielzeit konnten die Kraichgauer gegen die Fohlen, die unter der Woche über 120 Minuten im DfB-Pokal-Halbfinale gegen Bayern München ran mussten, in den letzten Minuten wie aus dem Nichts drei Punkte klauen.

Das erste Spiel der neuen Saison soll nun anders ausgehen. Positiv. „Ein guter Start ist wichtig für uns“, sagte Trainer Lucien Favre während der Pressekonferenz, wohlwissend um die besondere Wichtigkeit der drei Punkte. Denn mit denen wären jegliche medialen Diskussionen wohl erst einmal vom Tisch.

So könnte die Borussia spielen:

Ter Stegen

Jantschke Stranzl Dominguez Daems

Nordtveit  Cigerci

Ring                                       Arango

Xhaka

De Jong

PS: Kennst du schon unseren kostenlosen Newsletter? »Hier« kannst du unseren kostenlosen Newsletter abonnieren.

veröffentlicht von Björn Brodermanns am 23. August
Diesen Artikel empfehlen:
 
Kommentieren via Facebook neu