Borussia: Langsam wirds unheimlich – unheimlich gut

Die Borussia hat es wieder getan. Sie hat gewonnen. Mit einem hoch verdienten 1:0 Erfolg kehrten Lucien Favre und seine Jungs aus Hamburg zurück und haben sich mit dem Sieg erstmal im Spitzenfeld der Liga festgesetzt. Von dem von vielen Seiten vorhergesagten Einbruch scheint die Mannschaft so weit entfernt zu sein, wie die Schalker von der Meisterschale – der VFL ist unheimlich stabil. Und das nicht erst seit ein paar Wochen…

 

 

Das Spiel beim angeschlagenen „Bundesliga-Dino“ war beinahe eine Kopie des Heimsiegs gegen den 1.FC Kaiserslautern eine Woche zuvor. Einer verhältnismäßig schwachen 1. Halbzeit folgte eine Zweite, in der sich der VFL den Sieg erspielte und so richtig verdiente. Wie die Pfälzer vor einer Woche, hätte sich der HSV nicht über ein 3:0 – oder gar 4:0 beschweren können. Wenn eines am Spiel der 11 vom Niederrhein wirklich zu bemängeln ist, dann die derzeit mangelnde Chancenverwertung. Man hätte den Hamburgern ab der 70. Spielminute mehrfach den „Todesstoß“ verpassen können, gar verpassen müssen. Das die Jungs von Trainer Michael Oenning die Gladbacher Nachlässigkeiten und deren Pech vor dem Tor nicht rächten, war einzig dem eigenen Unvermögen sowie der absolut wasserdichten Defensive der Borussia geschuldet, die in der derzeitigen Verfassung nur sehr schwer zu bezwingen sein wird.

 

Die mangelnde Chancenverwertung – ausbaufähig. Doch auch das Spiel nach vorne stockte insbesondere in der 1. Spielhälfte. Ungewöhnlich aber leicht zu analysieren: Die Laufbereitschaft fehlte, es wurde zu kompliziert gespielt und Borussias „Doppelsechs“, insbesondere Roman Neustädter, zeigte ein suboptimales Stellungsspiel. Während Thorben Marx in der 1. Halbzeit die Räume zwischen Abwehr und Mittelfeld zu groß werden ließ und somit ein Loch zwischen den Positionen entstand, stand sein Pendant Neustädter nahezu permanent falsch zum Gegenspieler, vor allem aber falsch zum Ball. Ein flüssiges Passspiel in die Spitze und permanenter Ballbesitz war so nicht möglich. Das die beiden Spitzen de Camargo sowie Reus von den Hamburger gut gestellt, bzw. hart attackiert wurden, tat sein übriges dazu.

 

 

Geht raus und spielt Fußball

 

 

So oder so ähnlich müssen die Worte von „Fohlenflüsterer“ Lucien Favre in der Halbzeitpause gewesen sein. Das Spiel des VFL ist eigentlich „schrecklich“ einfach strukturiert: Hohes Stehen der Abwehr, hoher Ballbesitz, ein flüssiges Passspiel sowie allen voran eine hohe Laufbereitschaft. Rund 7 (!!!)  mehr gelaufene Kilometer standen am Ende des Spiels für die 11 vom Niederrhein zu buche – herausgelaufen und herausgespielt insbesondere in einer spielstarken und nahezu fehlerfreien 2. Spielhälfte. Favres Jungs haben den HSV mit einfachen Mitteln „auseinander“ gespielt, einfach aber unheimlich gut und effizient.

 

Unheimlich. Unheimlich ist der derzeitige Höhenflug des VFL. Doch ist dieser Höhenflug überhaupt als „derzeitig“ zu bezeichnen? Ist man nicht der größte „Schlechtredner“ hält dieser Höhenflug seit etwa einem halben Jahr (!!!) an – mit Ausnahme der Auswärtsniederlage „auf“ Schalke, die nun mal vorkommen kann. Die Borussia ist also nicht etwa überraschend konstant, sondern gereift und unheimlich stabil – so stabil das man das Team von Lucien Favre so langsam als Kandidat für einen Platz im oberen Drittel der Tabelle sehen kann. Wenn die Mannschaft weiterhin von Spiel zu Spiel denkt, kein Prozent an Konzentration verliert und den Fußball des letzten halben Jahres beibehält kann und wird sie noch ordentlich für Furore sorgen. Was passiert wenn man jedoch von höherem träumt und die Konzentration verliert sieht man am Beispiel der Frankfurter Eintracht. Die Eintracht war zum Ende der vergangenen Saison mit 26 (!!!) Punkten auf Europa-League Kurs – das Ende der Saison dürfte hinlänglich bekannt sein.

 

Noch gilt es 27 Punkte gegen den Abstieg zu holen, so platt und so negativ das auch klingen mag. Doch die Mannschaft wird die derzeitige Situation, befreit aufspielen zu können, genießen – genauso wie die zahlreichen Fans jeden Artikel und jede Berichterstattung genießen sollten. Von Spiel zu Spiel…

 

 

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veröffentlicht von Björn Brodermanns am 19. September
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