Borussia macht sich durch eigene Unzulänglichkeiten selbst das Leben schwer

Nach der ersten Heimniederlage seit einem Jahr dürfte klar sein, das der Weg in die Champions-League für die Borussia noch ein weiter ist. Gegen die TSG Hoffenheim wurde ein ungeschriebenes Gesetz des Fußball wieder einmal Wirklichkeit: Wer die Tore vorne nicht macht, wird irgendwann hinten bestraft. Neben fehlender Frische wurden der Mannschaft gegen die Kraichgauer auch wieder eigene Unzulänglichkeiten zum Verhängnis …

Mönchengladbachs Fans wähnten ihre Mannschaft Mitte der 2. Halbzeit bereits als Sieger. Wellen der Euphorie schwappten durch das weite Rund des Borussia-Parks, Gesänge vom Europapokal wurden laut. Mit 1:0 führte ihre ordentlich aufspielende Elf gegen eine äußerst schwache Hoffenheimer Mannschaft, die nicht stattfand und bereits klinisch tot zu sein schien.  Dass die Mannschaft von Lucien Favre dennoch das Spiel innerhalb von wenigen Minuten aus der Hand gab und eine völlig unnötige Niederlage kassierte, ist neben der aufgrund der 120 Pokalminuten aufkommenden Müdigkeit auch eigenen Unzulänglichkeiten geschuldet.

Borussias Knackpunkt: Neben einer unzureichenden Chancenverwertung einmal mehr die eigene Mittelfeldzentrale. Während Roman Neustädter und Co. bei starken Auftritten der Mannschaft positiv mitgezogen werden, fallen in schwachen Phasen die Schwächen der Protagonisten doch arg ins Auge. Dort, wo die Stabilität der Mannschaft, wo der Spielrhythmus und die Balance zwingend herkommen muss, ist unter Bedrängnis einfach nichts zu sehen. Niemand der das Spiel an sich reißt, niemand der das Spiel ordnet oder einmal für Ruhe sorgt.

Neustädter schwach

Gerät nach schwachen Leistungen immer mehr in die Kritik - Roman Neustädter (Foto: jdp-fotos.com)

Roman Neustädter, der für diese Aufgabe größtenteils zugeteilt ist, agiert vor allem in den vergangenen Partien zunehmend kopflos. Im Passspiel gewohnt ungenau kommen derzeit einige lustlos anmutende Momente hinzu. Fehlt dem kommenden Schalker die Motivation? Wähnt man sich zumindest ob Platz 4 schon sicher? In der derzeitigen Verfassung ist Roman Neustädter jedenfalls dem Erfolg wenig zuträglich. Vor allem gegen schwache Hoffenheimer agierte er vor allem passtechnisch auf ganz schwachem Niveau. Eine nicht eintretende Denkpause für den Ex-Mainzer wird wohl nur der mangelnden Alternative auf der Position des Sechsers geschuldet sein.

Körperlich Müde und im Kopf nicht frisch

Auch wenn Trainer Lucien Favre die 120 Pokalminuten gegen den FC Bayern nicht als Grund gelten lassen will: Gladbachs Spieler waren nach rund 70 Spielminuten mit ihren Kräften am Ende. Doch nicht nur der Körper schien unter der Woche in Mitleidenschaft gezogen worden zu sein – auch in den Köpfen der Spieler scheint etwas im argen zu liegen.

Platz vier so gut wie sicher, feststehende Wechsel innerhalb des Kaders und das schwer zu verdauende Ende im Pokal-Halbfinale: Trainer Lucien Favre dürfte in der kommenden Trainingswoche vor allem auf den mentalen Bereich wert legen. In die gleiche Richtung argumentierte auch Abwehrchef Dante: „Wir haben zehn Minuten Scheiße gemacht. Ich musste in der Kabine einige bei uns beruhigen. Wir dürfen jetzt nicht auseinanderfallen.“

 Beim folgenden Auswärtsspiel bei Hannover 96 am kommenden Sonntag, dürfte jedenfalls eine Top-Leistung über 90 Minuten von Nöten sein um dort etwas zählbares mitzunehmen. Ein klarer Kopf wäre dahingehend schon wichtig.

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veröffentlicht von Björn Brodermanns am 25. März
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