Borussia: Nach der Saison ist vor der Saison

Nach dem Spiel ist vor dem Spiel, der Ball ist rund und ein Spiel dauert 90 Minuten – herrliche Floskeln des Fußballs. Für Gladbachs Sportdirekor Max Eberl heißt es nun: Nach der Saison ist vor der Saison. Der 38-Jährige hat Hochkonjunktur, wenn alle anderen Urlaub machen. Es gilt die Abgänge von Reus, Neustädter sowie Dante zu kompensieren und den Kader obendrein tauglich für Europa zu machen. Den ersten Schritt hat Eberl dabei schon getan…

Ein Meilenschritt. Ein Transferhammer für die Borussia und ein klares Zeichen an die Konkurrenz. Dem Sportdirektor ist es gelungen, eines der größten Talente im europäischen Fußball an den Niederrhein zu locken. Der erst 19-Jährige Mittelfeldmotor Granit Xhaka vom FC Basel soll ab dem Sommer die Fäden in Borussias Zentrale in die Hand nehmen. Offiziell ist noch nichts, doch die Tinte unter einem bis 2016 gütigen Kontrakt wird wohl in den Tagen nach dem Schweizer Pokalfinale folgen.

Ottmar Hitzfeld, Trainer der Schweizer Nationalelf, schwärmt vom Jung-Nationalspieler in den höchsten Tönen. Für ihn ist Xhaka auf dem Weg ein großer Spieler zu werden. Der ehemalige Coach der Bayern vergleicht den gebürtigen Kosovaren bereits mit Bastian Schweinsteiger – mit dem Zusatz, das der Basler in der Spieleröffnung weitaus größere Fähigkeiten besitzt. Granit Xhaka gilt als Spielmacher vor der eigenen Abwehr.

Teuerster Transfer der Vereinsgeschichte

Dem Vernehmen nach überweist die Borussia 8,5 Millionen Euro (zzgl. einer Beteiligung bei einem Weiterverkauf) in die Schweiz. Damit ist der Basler der teuerste Einkauf der Vereinsgeschichte. Mit dem Transfer des Schweizer Nationalkickers geht Max Eberl, neben der Tatsache in neue sportliche Sphären zu stoßen, auch ein gewisses Risiko ein. 8,5 Millionen für ein 19-jähriges Talent, das erst vor etwas mehr als einem Jahr seinen Durchbruch in der Schweiz feiern konnte, sind gewagt.

Am Ende könnte für den VFL indes aber auch ein großer Gewinn stehen. Sportlich wie finanziell. Bis 2016, so lange soll der Schweizer gebunden werden, bleibt viel Zeit für sportliche Erfolge und einer ordentlichen Marktwertsteigerung. Für die kommenden Aufgaben in der Champions-League ist Granit Xhaka in jedem Fall der richtige Mann am richtigen Ort. Mit dem FC Basel konnte der 19-Jährige dort zuletzt glänzen, als man zunächst sensationell das Achtelfinale erreichte, um dort am vielleicht kommenden Cup-Sieger Bayern München zu scheitern.

Champions-League-Träume

Apropos Champions-League: Die Qualifikationsrunde für die Liga der Besten könnte doch machbarer sein als zunächst befürchtet. Seit dem vergangenen Wochenende, dem Ende der Saison in Europas Top-Ligen, steht fest, dass der Borussia keine europäischen Spitzenmannschaften zugelost werden können.

Weder Inter Mailand, noch der FC Arsenal, Euro-League-Sieger Atlético Madrid oder Olympique Lyon sind im Lostopf. Stattdessen winkt der Borussia ein Duell gegen Sporting Braga, Kiew, Panathinaikos Athen, Spartak Moskau oder Fenerbahce Istanbul. Sollte der FC Chelsea gar am Wochenende die Bayern im Finale „dahoam“ bezwingen, wäre sogar der vermeintlich stärkste Gegner, die Tottenham Hotspurs, raus aus der Verlosung.

Granit Xhaka und eine vermeintlich machbare Champions-League-Quali: Borussias Sommer könnte ein Guter werden. Max Eberl bastelt derweil weiter am neuen Kader für Europa. Denn nach der Saison ist nun mal vor der Saison…

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veröffentlicht von Björn Brodermanns am 15. Mai
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