Borussia verliert die Leichtigkeit

„Nach dem Spiel ist vor dem Spiel“ goes Print. Um auch allen Lesern, die nicht aus der Region stammen, sämtliche Artikel aus der „HS-Woche“ zugänglich zu machen, gibt es den aktuellen Zeitungsbericht der HS-Woche auch hier zu lesen. In gedruckter Form erscheint dieser Artikel am Mittwoch, den 07.03.12 in der Printausgabe und auf HS-Woche.de …

 

 

 

Es gibt keinen Grund zur Panik rund um den Borussia-Park. Von einer handfesten Krise zu reden, wie sie gerade die Münchener Bayern erleben, wäre wenig seriös und völlig unangebracht. Und dennoch sollten die Alarmglocken am Niederrhein zärtlich klingeln. Nach dem schwer erarbeiteten Auswärtssieg in Kaiserslautern, bei dem zumindest die zweite Halbzeit aus Borussen-Sicht teilweise desolat verlief und dem krampfigen Punktgewinn zu Hause gegen den Hamburger SV, zeigte die Mannschaft von Trainer Lucien Favre beim Gastspiel in Nürnberg die nächste schwache Leistung.

“Wir spielen nicht so gut wie noch vor ein paar Wochen, die Tiefe und die richtige Bewegung fehlt derzeit. Wir müssen weiter hart arbeiten“. Eine Aussage des Schweizers die, die aktuelle Verfassung der Elf vom Niederrhein perfekt trifft. Vereinfacht gesagt: Borussia Mönchengladbach fehlt es derzeit an Leichtigkeit. Jener spielerischen Leichtigkeit, die das Team bislang so stark machte und teilweise perfekten Fußball zelebrieren lies. Bezeichnend: Sowohl in Kaiserslautern als auch gegen den Hamburger SV benötigte die Borussia ein Freistoßtor, um in der Erfolgsspur zu bleiben. Beim Gastspiel in Nürnberg traf man bekanntlich nicht – Chancen waren Mangelware.

Der Grund für die offensichtliche Hemmung der Mannschaft könnte viele Gesichter haben. Höhere mannschaftsinterne Ziele, Wechselgerüchte innerhalb des Teams oder auch einfach nur eine normale Leistungsschwankung. Schwer ins Gewicht dürfte jedoch der Ausfall von Patrick Herrmann fallen. Ohne ihn fehlt es der Offensive an Überraschungsmomenten und Schnelligkeit. Die Krux dabei: Ausgerechnet der in der Spitze so starke Marco Reus muss den verletzten Youngster auf der Außenbahn ersetzen, wodurch ihm seine Stärken geraubt werden und die Variabilität in vorderster Front zum großen Teil verloren geht.

De Camargo ein Fremdkörper

Der dadurch neu in die Mannschaft gekommene Igor de Camargo zeigt sich bislang als Totalausfall. Mit ihm scheint zumindest in seiner derzeitigen Form ein schnelles sowie variables Angriffsspiel nicht möglich. Der Belgische Nationalspieler wirkt eher hemmend als erfrischend, wirkt statisch und für den Gegner völlig ungefährlich.

Alternativen gibt es für Lucien Favre augenscheinlich nicht. Die Leckies und Otsus der Borussia sind augenscheinlich nicht in der Lage, den arrivierten Druck zu machen oder gar als Alternative in die Breche zu springen. So bleibt dem VfL nur die Möglichkeit zu arbeiten. Fußball arbeiten statt zelebrieren – dies kann in den verbleibenden 10 Partien der Weg sein, die bislang so hervorragende Saison zu vergolden.

Meisterschaft adé – Kampf um Platz 4

Gladbachs Kampf um die Meisterschaft dürfte mit der Niederlage im Frankenland ein Ende gefunden haben. 8 Punkte Rückstand auf Borussia Dortmund dürften nicht mehr aufzuholen sein. Dazu ist der BvB aktuell zu stabil. Nein, für die Mannschaft von Lucien Favre sollten andere Ziele auf der Agenda stehen. Platz 4 – jenem Platz, der zur Qualifikation für die Champions-League-Qualifikation berechtigt. Aktuell haben die „Fohlen“ 7 Punkte Vorsprung vor den wiedererstarkten Leverkusenern.

Mit einem Sieg am kommenden Wochenende gegen den SC Freiburg, könnte die Elf vom Niederrhein allerdings auch den FC Schalke 04 weiterhin auf Distanz halten und zumindest vorerst Platz 3 verteidigen. Dieser würde am Ende die sichere Qualifikation für die Champions-League bedeuten. Gezaubert und zelebriert wurde bis hierhin genug. Nun gilt es den Kampf anzunehmen und sich für die letzten 10 Partien neu aufzustellen.

PS: Kennst du schon unseren kostenlosen Newsletter? »Hier« kannst du unseren kostenlosen Newsletter abonnieren.

veröffentlicht von Björn Brodermanns am 07. März
Diesen Artikel empfehlen:
 
Kommentieren via Facebook neu