Borussia – von geheimen Träumen zur Realität

Borussia Mönchengladbach gewinnt mit 5:0 gegen völlig überforderte Bremer und wird nur so mit Lob und Superlativen überschüttet. Vom besten Fußball seit mehr als 30 Jahren ist da unter anderem die Rede und ja, da ist ein Stückchen Wahrheit dran. Der Vergleich hinkt dennoch und daher hat die Borussia 2011/2012 eine ganz andere Bewertung verdient …

Der VFL ist wieder sexy, der VFL ist attraktiv wie nie – sofern man nicht in Zeiten von Abba &.Co aufgewachsen ist. Fußballerisch übertrifft die aktuelle Mannschaft gar die Truppe um Trainer Krauss und „Tiger Effenberg“, Mitte der 90er. Bilder oder Metaphern gibt es für das Auftreten der aktuellen 11 vom Niederrhein viele: Fohlenelf, weißes Ballett, die Bezeichnungen sexy und attraktiv – um nur einige der meist genannten zu benennen.

Doch tatsächlich gibt es ein Wort, das die derzeitigen Mannschaftsleistungen, insbesondere der Leistung gegen Bremen, völlig nüchtern und treffend bezeichnet: reif. Diese Mannschaft ist reif, wahnsinnig reif. Dieses Stahlbad, diese Hölle Abstiegskampf, hat diese Truppe geschliffen und unwahrscheinlich reifen lassen. Fußballerisch top und vom Kopf her klar wie ein Bergsee in der Morgensonne. Die Jungs wissen wo sie her kommen, aber anscheinend wissen sie auch, wohin sie wollen.

Understatement von Coach Favre

Klar das die junge Gladbacher Mannschaft Blut geleckt hat. Wer nach 13 Spieltagen, mit 26 Punkten auf Platz 2 steht und seit Februar in der Leistung (!!!) nicht nennenswert eingebrochen ist, will da oben bleiben, will mehr. Während Borussias Abwehrchef Dante den geheimen Träumen erste Freiheit gewährt: „Nach alledem, was wir bisher in dieser Saison erreicht haben und wie das Team sich präsentiert, dürfen wir sicherlich etwas träumen. Zumindest was den UEFA-Pokal angeht, sehen wir eine gute Chance“ (Quelle: Spox.com), fährt Trainer Lucien Favre weiterhin auf der Straße des Understatements.

Das ist gut so. Gut für Borussia und gut für die Köpfe der Spieler, denn so könnten die geheimen Träume plötzlich ganz schnell zur Realität werden. Bei Lucien Favre wird dieses Szenario jedenfalls irgendwo in seinen Planungen schon eine Rolle spielen, auch wenn er weiterhin auf einer anderen Straße fährt.

Favre wird seinen Jungs weiterhin einbläuen nur von Spiel zu Spiel zu denken. Erst Köln, dann der BVB, im Anschluss daran noch Augsburg und Mainz – nach diesen Spielen könnte der Abstiegskampf endgültig auch bei den größten Pessimisten passé sein.

Die Borussia 2011/2012 ist reif, gut strukturiert, hat die richtige Struktur und spielt neben den Bayern den besten Fußball der Liga. Was neben dieser Tatsache und der hervorragenden Defensive noch hinzukommt: In der Mannschaft herrscht augenscheinlich ein unheimlich positiver Geist, anders sind die Bilder beim Torjubel nicht zu erklären. Reus macht den Neymar und alle tanzen Richtung Tabellenspitze. Nächste Station der Party: Köln-Müngersdorf…

PS: Kennst du schon unseren kostenlosen Newsletter? »Hier« kannst du unseren kostenlosen Newsletter abonnieren.

veröffentlicht von Björn Brodermanns am 22. November
Diesen Artikel empfehlen:
 
Kommentieren via Facebook neu