Borussias Kader im Check: Defensive Teil II

Borussias Kader im Check Teil II. Nachdem letzte Woche bereits der erste Teil der Defensive durchleuchtet wurde, folgt nun die vermeintliche zweite Reihe. Diese kann alleine aufgrund der Dreifachbelastung um Europapokal noch richtig wichtig werden für den VFL. Von Oscar Wendt bis Niklas Daems – Lucien Favre hat noch einiges in der Hinterhand…

Oscar Wendt

Oscar Wendt: Geht er oder bleibt er und setzt sich im Trikot der Raute durch? (Foto: jdp-fotos.com)

Der Schwede geht mit einigem Grummeln in seine zweite Spielzeit beim VFL, denn die vorangegangene war nicht die des Schweden. In Gladbachs Kader reichte es nicht zu einem Stammplatz, weshalb er schließlich die EM-Endrunde in Polen und der Ukraine mit seinem Heimatland Schweden verpasste. Wer hätte vor der vergangenen Saison auch denken können, dass ein gewisser Filip Daems derart konstant starke Leistungen zeigt?! Der 26-Jährige soll deshalb bereits mehrfach seine Unzufriedenheit kundgetan haben ob seiner Rolle bei den Fohlen. Ein Wechsel schließen die Verantwortlichen jedoch beinahe gänzlich aus. Einzige Möglichkeit: Twente Enschede, das zumindest vor einigen Wochen Interesse am Linksverteidiger zeigte, würde Luuk de Jong bei einer Paketlösung, in der Wendt involviert ist, gehen lassen.

Seine Stärken: Der Schwede ist ein sehr athletischer Linksverteidiger, der mit seiner Laufstärke immer wieder auch den Weg in die Offensive gehen und so zu einer zusätzlichen Waffe werden kann. Zudem besitzt Wendt über die nötige Spielintelligenz um das Angriffsspiel seiner Mannschaft von hinten heraus zu initiieren.

Das kann besser werden: Oscar Wendt hat nicht viel falsch gemacht im ersten Jahr bei der Borussia. Einzig konnte er seine Stärken aufgrund der wenigen Einsätze und des daher fehlenden Rhythmus nicht zur Geltung bringen. Sollte der Schwede dem VFL erhalten bleiben, wird er zwangsläufig zu mehr Einsätzen kommen – dafür wird alleine schon die kommende Dreifachbelastung sorgen.

Roel Brouwers

Gefühler Stammspieler: Publikumsliebling Roel Brouwers (Foto: jdp-fotos.com)

Roel Brouwers ist etwas ganz besonderes. Ein leiser und genügsamer Spieler, der sich immerzu in den Dienst der Mannschaft stellt und zu 100 Prozent da ist, wenn man ihn braucht. Nicht umsonst ist der 30-Jährige einer der Publikumslieblinge im Borussia-Park. Der Innenverteidiger pendelte zuletzt immer wieder zwischen Startelf und Bank – eine Situation in der es Brouwers dennoch auf 26 Pflichtspiele brachte. Wer ihn neben dem Platz kennenlernt trifft auf einen Spieler, der eigentlich so richtig untypisch für einen Profi daherkommt. Ruhig, besonnen, nett und zuvorkommend – „Roooeeeeel“ ist auf dem Boden geblieben und vor allem auch menschlich ein eminent wichtiger Teil der Borussen-Familie.

Seine Stärken: Der Niederländer wäre wohl in 80 Prozent aller Bundesligakader ein unangefochtener Stammspieler. Brouwers agiert zumeist umsichtig, ruhig und einem unglaublichen Biss in den Zweikämpfen. Seine fehlende Schnelligkeit macht er dabei durch ein überdurchschnittlich starkes Stellungsspiel wieder wett. Auch bei Kopfballduellen im eigenen Sechszehner ist der 30-Jährige meist der Turm in der Schlacht.

Das kann besser werden: Was kann Roel Brouwers besser machen? Nichts. Wenn der Publikumsliebling so bleibt wie er ist, wird er auch in der Zukunft für den VFL noch ganz wichtig. Vor allem im Hinblick auf die Dreifachbelastung wird der 30-Jährige auf ähnlich viele Einsätze kommen und seine Dienste weiterhin gefordert sein.

Bamba Anderson

Bamba Anderson: Neuanfang in Gladbach oder doch noch ein Wechsel zur Eintracht? (Foto: Borussia.de)

Der Brasilianer kehrt von der Eintracht aus Frankfurt zurück an den Niederrhein. Sollte Anderson, um den die Eintracht weiterhin eifrig buhlt, tatsächlich in der kommenden Spielzeit zur Verfügung stehen, ist er wohl aus aktueller Sicht nicht mehr als ein Backup. Die Chance an Neuverpflichtung Alvaro Dominguez sowie den arrivierten Innenverteidigern Martin Stranzl und Roel Brouwers vorbeizukommen, ist denkbar klein. „Bamba“ fängt beim VFL also ganz von vorne an und das obwohl er in der zweiten Liga teils herausragende Leistungen zeigen konnte. Ob es für mehr als eben jene zweite Liga reicht, wird die nähere Zukunft zeigen. Vielleicht überrascht Anderson ja sämtliche Beobachter und setzt sich in Mönchengladbach doch noch durch.

Seine Stärken: Der 24-Jährige besticht in seinem Spiel teils durch eine hervorragende Zweikampfführung. In Mönchengladbach konnte er dies im Gegensatz zu seinen Stationen in Düsseldorf und Frankfurt bislang leider nicht unter Beweis stellen.

Das kann besser werden: Klammert man die Leistung des Brasilianers im Eintracht-Trikot einmal aus, muss eigentlich alles besser werden. Stellungsspiel und das eigentlich starke Zweikampfverhalten waren in seiner ersten Zeit in Gladbach kaum bis überhaupt nicht vorhanden. Lag es an der anspruchsvolleren Liga oder war es einfach der Tatsache geschuldet, dass die Borussia seinerzeit die Schießbude der Liga stellte? Lucien Favre und Anderson werden in den kommenden Wochen Antworten finden (müssen).

Matthias Zimmermann

Matthias Zimmermann: Nur ein Talent oder steckt mehr dahinter? (Foto: jdp-fotos.com)

Kein leichtes Jahr liegt hinter dem ambitionierten U20-Nationalspieler. Mit einigen Vorschusslorbeeren vor der Saison 2011/2012 vom Karlsruher SC an den Niederrhein gewechselt, konnte er sich dort nicht annähernd durchsetzen. Auf gerade einmal acht Bundesligaminuten brachte es Zimmermann. Am 12. Spieltag, beim Auswärtsspiel in Berlin, wurde er eingewechselt. Ansonsten kam der 20-Jährige lediglich in der U23 zum Einsatz, bei der er teilweise gute Leistungen zeigte. Nun steht der Rechtsverteidiger vor seiner zweiten Spielzeit in Gladbach. Diese soll nun weitere Einsätze als Backup für den Etatmäßigen Tony Jantschke bringen. Ob sich dieser Wunsch erfüllt? In der vergangenen Spielzeit wurde dem gebürtigen Karlsruher gar Innenverteidiger Martin Stranzl vorgezogen.

Seine Stärken: Zimmermann vereint tief in sich eigentlich wichtige Attribute. Er ist ein schneller und vor allem laufstarker Rechtsverteidiger mit ausgeprägten Fähigkeiten im Spielaufbau. Einzig zeigen konnte er dies auf allerhöchstem Niveau leider noch nicht.

Das kann besser werden: Der U20-Nationalverteidiger muss nun den nächsten Schritt gehen und sich zumindest als Backup für Tony Jantschke etablieren. Dazu muss Zimmermann unbedingt an seiner Zweikampfstärke und seiner Präsenz arbeiten. Bleibt dort alles wie gehabt, wird er Trainer Lucien Favre nicht nachhaltig von sich begeistern können.

Niklas Dams

Niklas Dams: Verteidigertalent in Lauerstellung? (Foto: Borussia.de)

Der 22-jährige beidfüßige Innenverteidiger ist mit einem Profivertrag ausgestattet, konnte bislang jedoch nicht besonders auf sich aufmerksam machen. Steht in der U23 seinen Mann und ist dort einer der Leistungsträger für das Team von Trainer Sven Demandt. Ob es für höhere Aufgaben reicht, wird die kommende Spielzeit zeigen. Dams muss jetzt den nächsten Schritt gehen, ansonsten bleibt die Bundesliga – trotz regelmäßigem Training mit dem Profikader – wohl auch in Zukunft nur ein Traum.

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veröffentlicht von Björn Brodermanns am 09. Juli
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