Branimir Hrgota – Borussia Mönchengladbachs heimlicher Gewinner der bisherigen Vorbereitung

Beinahe geräuschlos wechselte ein junger Schwede zu Beginn des Transferfensters an den Niederrhein. Branimir Hrgota, 19 Jahre jung, ein Sturmtalent mit ausgewiesenem Torriecher. Bei Jönköping Södra, von wo aus er für rund 200.000 Euro zur Borussia wechselte, erzielte der Schwede mit kroatischen Wurzeln 28 Tore in 39 Spielen – wohlgemerkt in der zweiten schwedischen Liga…

Es ist also ein echtes Abenteuer für Gladbachs Schweden. Von der schwedischen 2. Liga in die Beletage Deutschlands. Wer nun glaubt, der 19-jährige würde vor Ehrfurcht geradezu erstarren irrt. Hrgota scheint keine Angst zu kennen. Weder vor großen Namen noch vor dem großen Drumherum in Gladbach.

Der Schwede ist aktuell einfach er selbst. Es macht gar den Anschein, als wäre er schon immer in Mönchengladbach gewesen. Das Training mit seinen Kollegen ist konzentriert sowie flachsig zugleich. Es scheint, als fühle er sich pudelwohl in den Reihen der Fohlen. Hrgotas Interviews auf Englisch sind geradeaus und zeugen von einem gewissen Selbstbewusstsein.

Jenes Selbstbewusstsein des Schweden scheint tatsächlich beinahe unermesslich zu sein. Oder ist es einfach die jugendliche Unbekümmertheit des 19-Jährigen? Kaum in Mönchengladbach angekommen konnte Hrgota bereits in den ersten Testspielen überzeugen und mehr als nur andeuten, weshalb ihn Max Eberl unbedingt bereits im Sommer in den Borussia-Park holen wollte.

In den beiden Vorbereitungsspielen gegen Velbert und Preußen Münster gelangen dem Neuzugang auf Anhieb jeweils ein Treffer, ehe er vergangenen Samstag im Spiel gegen Birmingham so richtig auf sich aufmerksam machte. Gegen die „Blues“ ersetzte Hrgota den verletzten Patrick Herrmann auf der rechten Außenbahn. Und das richtig stark. Wie sich der junge Schwede in das Kombinationsspiel seiner Kollegen einfand, wie er immer wieder mit seiner Schnelligkeit sowie seinem Spielwitz in die Spitze durchbrach und den Abschluss suchte, war aller Bonheur.

So sah es auch Chef-Trainer Lucien Favre, der das Spiel seiner Elf „okay“ fand und am Ende resümierte: „Das Tempo des Spiels und unsere Kombinationen haben mit gut gefallen.“ Ein Sonderlob, sonst eher untypisch für den Schweizer, verteilte er dann an Branimir Hrgota, dessen schnelles Kombinationsspiel er besonders hervorhob.

Es ist erstaunlich, wie schnell sich der Schwede zurechtfindet. Immerhin wird die Trainingsintensität eines Bundesligisten um ein Vielfaches höher einzuordnen sein, als die in seiner schwedischen Heimat. Dementsprechend dürfte Hrgota, wie im Übrigen die komplette Mannschaft, ordentlich Blei in den Beinen gehabt haben. Am Vormittag hatte Lucien Favre zu einer kompletten Einheit gebeten. Bei den Protagonisten, die am Abend gegen Birmingham ihren Mann stehen mussten, machte der Schweizer dabei keine Ausnahme.

Lucien Favre gibt also eine hohe Trainingsintensität vor. Wohlwissend, welch eine Mammut-Saison dem VfL mit der Dreifachbelastung bevorstehen könnte. „Wir sind auf dem Weg, eine Mannschaft aufzubauen, die Offensiv und Defensiv effizient arbeitet und es gilt im Laufe der Vorbereitung die richtige Mischung zu finden“, sagte der Romand dazu.

Gut möglich, das ein gewisser Branimir Hrgota dabei alle Beobachter überrascht und sich in die „Fohlenelf“ spielt. Die Überraschung der Vorbereitung und damit bereits im Dunstkreis ist der Schwede zumindest schon mal. (Foto: jdp-fotos.com)

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veröffentlicht von Björn Brodermanns am 22. Juli
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