Dante lässt Favre grübeln und die Vertragsverhandlungen stocken

Es war die Meldung schlechthin vor dem Spiel gegen den 1.FC Kaiserslautern. Borussia Mönchengladbachs Abwehrchef Dante wechselt laut der „tz“ im kommenden Sommer für 4,7 Millionen zum FC Bayern. Was Sportdirektor Max Eberl, sowie der Sprecher des Brasilianers umgehend dementierten, scheint indes doch einen höheren Wahrheitsgehalt zu haben und eine Gefahr für das Gebilde der Gladbacher zu sein …http://www.nach-dem-spiel-ist-vor-dem-spiel.com/wp-includes/js/tinymce/plugins/wordpress/img/trans.gif

Die Medienlandschaft ist sich einig: Dante verlässt Borussia Mönchengladbach am Saisonende für eine festgeschriebene Summe von 4,7 Millionen Euro. Während Sportdirektor Max Eberl von nichts etwas weiß und seinen Worten nach in guten Gesprächen mit dem Spieler samt Berater steht, geht Coach Lucien Favre etwas mehr ins Detail: „Für mich ist noch gar nicht klar, dass Dante wirklich geht. Mir hat niemand etwas gesagt.“

Noch vielsagender äußerte sich der Spieler selbst: „Ich bleibe hier weiter konzentriert. Was ich im Sommer mache, interessiert mich – jetzt – noch nicht.“ Wer dieses Geschäft kennt, der weiß, dass zwischen den Zeilen ein Weggang des Abwehrspielers kurz bevorsteht. Man ist lediglich bemüht den Transfer so lange es geht unter Verschluss zu halten, um negative Schwingungen von der Mannschaft fernzuhalten.

Dante, die „Selecao“ und die WM 2014

Es ist kein Geheimnis das Dante Bonfim Costa Santos, wie Gladbachs Abwehrstar mit vollem Namen heißt, einen großen Traum hat. Den Traum von der WM im eigenen Land. Der Brasilianer möchte unbedingt in die Selecao, der brasilianischen Nationalmannschaft berufen werden und 2014 bei der WM im eigenen Land dabei sein.

Um diesen Traum zu verwirklichen, wollte Dante bereits im vergangenen Sommer seine Zelte in Mönchengladbach abbrechen, um zu einem international ambitionierten Team zu wechseln. Dass die Bayern bereits zu diesem Zeitpunkt großes Interesse zeigten, den Innenverteidiger zu verpflichten, ist ebenfalls kein Geheimnis.

Zu diesem Zeitpunkt hielt den Brasilianer nur eine von Max Eberl weit geöffnete Schatulle samt Ausstiegsklausel in Mönchengladbach. Rein sportlich war die Borussia im vergangenen Sommer gerade in letzter Sekunde dem Abstiegsgespenst entronnen. Nun kann der FC Bayern dank dieser Ausstiegsklausel in Höhe von 4,7 Millionen ein echtes Schnäppchen machen und Dante endlich so richtig in den Fokus des brasilianischen Trainers Mano Menezes rücken.

Lucien Favre, ein neuer Vertrag und das Murmeltier

Lucien Favre dürfte sich so langsam vorkommen wie im Film. „Und täglich grüßt das Murmeltier“, mag sich der Romand denken, verließen ihn doch zu seiner Zeit in Berlin ebenfalls die wichtigsten Stützen der Mannschaft. Marco Reus, Roman Neustädter und nun Dante – Gladbachs Gerüst gerät ins Wanken. Gut, Gladbach ist nicht Berlin. Berlin hatte kaum einen Cent für Neuverpflichtungen zur Verfügung, während die Borussia mit über 20 Millionen im Sommer aus dem Vollen schöpfen kann.

Dennoch ist Lucien Favre ein Realist und weiß, das neue Spieler keine Garantie für sportlichen Erfolg sind. Zudem dürfte ihm klar sein, das die Erwartungshaltung in Mönchengladbach eine andere sein wird und der derzeitige Erfolg kaum zu bestätigen ist, da zwangsläufig eine Art Neuaufbau ansteht am Niederrhein.

Bleibt nur unter bestimmten Voraussetzungen beim VFL - Lucien Favre

Obwohl Lucien Favre seine Bereitschaft zur Vertragsverlängerung bereits signalisiert hat, geraten diese arg ins stottern und dürften mit einem Weggang des Abwehrchefs Dante zum erliegen kommen. Dante, so ist intern bekannt, ist eine der Bedingungen für den Verbleib des Schweizers am Niederrhein.

Bislang ist mit der Verlängerung von Juan Arango erst eine Bedingung von vielen eingehalten worden. Favre fordert Verstärkungen. Echte Verstärkungen. Nicht nur die Abgänge müssen kompensiert werden, sondern die Mannschaft auch für Europa nebst Doppelbelastung gewappnet werden.

Bisher wurde über Namen nichts konkretes bekannt. Die Tatsache, das Gladbach Christopher Quiring von Union Berlin intensiv beobachtet – so geschehen auch am vergangenen Wochenende in Bochum – dürfte kaum zur Lösung beitragen. Eberls Schwierigkeit: Viele potentielle Neuverpflichtungen werden mit der Vertragsverlängerung Lucien Favres stehen oder fallen, wie umgekehrt auch die Verlängerung des Schweizers von den geforderten Neuverpflichtungen abhängt. Es ist eine Krux  und keine einfache Aufgabe für den Sportdirektor.

Max Eberl steht vor schwierigen Aufgaben und bastelt scheinbar bereits an einem Plan B

Fakt ist, dass man Lucien Favre eine Frist gesetzt hat. Intern ist von Ende März die Rede. Bis dahin muss sich der Schweizer entschieden haben, ob er über diese Saison hinaus in Mönchengladbach bleiben möchte und seinen bis 2013 laufenden Kontrakt verlängert.

Sollte dies nicht der Fall sein, arbeitet Max Eberl hinter vorgehaltener Hand scheinbar bereits an einem Plan B für den kommenden „Umbruch“ im Sommer…

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veröffentlicht von Björn Brodermanns am 20. Februar
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