Deine Geschichte zur Borussia (V) – Gladbachs Trainerbänke und die Sportschau

Deine Geschichte zur Borussia, heute mit Christian aus Wesel der als 8-jähriger zum ersten Mal am Bökelberg war, seine erste Stadionwurst genoss und sich eine Autogramm von Wolf Werner auf sein erstes Fohlenecho geben ließ. Von der Sportschau an den Bökelberg, durch die Stadt und Eicken mit einem „Erfrischungsstopp“ im Eickener Eck…

 

Hallo Borussen,

 

ich wollte euch kurz mal über mein erstes Erlebnis mit dem ehrwürdigen Bökelbergstadion zu Mönchengladbach an der Bökelstraße berichten. Meinen ersten Besuch werde ich nie vergessen, dass war ein Erlebnis wie später einmal der erste Kuss. Es war Liebe auf den ersten Blick….

 

Mein erster Besuch war am 26.9.1987. Die Karte zum Spiel hatte  mir mein lieber Vater am 23.8.1987 zu meinem 8. Geburtstag geschenkt. Am  besagten Spieltag sollte die Borussia auf den HSV treffen – bei uns in der Familie war das ein brisantes Spiel, denn zwei meiner Brüder sind HSV-Fans und leider beide älter als ich. So musste ich mir leider immer wieder von den beiden dumme Sprüche gegen meine Borussia anhören. Meine Mutter ist obendrein Bayernanhängerin und mein Vater war Schalke-Fan. Das Spiel gegen den HSV, dass war mein Tag und den ließ ich mir durch nichts und niemanden kaputt machen…

 

Mein Vater und ich fuhren gegen 11.00 Uhr mit dem Zug von Wesel nach  Mönchengladbach. Die Fahrt dauerte damals wie auch heute eine Ewigkeit. Bei jedem Halt stiegen immer mehr Gladbachfans in den Zug ein und machten eine tolle Stimmung – immer wieder wurden Gladbachfangesänge angestimmt. Ich war jetzt schon absolut begeistert. Als wir nach ca. eineinhalb Stunden am Mönchengladbacher Hauptbahnhof angekommen waren sind wir zunächst in die Gladbacher City gegangen, mein Vater hat mich  dort erstmal richtig ausgestattet. Ich bekam eine schwarz-weiß-grüne Fahne mit der Raute in die Hand und eine Schlappmütze auf den Kopf.

 

Dann sind wir in Richtung des Bökelbergs gelaufen. Dazu mussten wir natürlich erstmal Eicken durchlaufen. Da wir noch genug Zeit bis zum Spiel hatten, sind wir für eine Erfrischung im Eicker Eck eingekehrt. Ich kann mich zwar nicht mehr erinnern, aber mein Vater hat mir immer wieder erzählt, dass die Bedienung mich auf eine Cola eingeladen hatte, weil ich doch so ein süßer kleiner Borusse sei. Daraufhin hatte mein Vater der Bedingung gesagt, dass er auch ein Gladbachfan sei und fragte ob sie ihm ein Bier spendieren würde. Da soll ich meinen Vater in die Pfanne gehauen haben: „Papa du bist doch gar kein Borusse, du bist doch ein Schalker!“ Das Gelächter war groß.

 

Natürlich bekam mein Vater kein Bier ausgegeben, ich stattdessen aber noch ein Glas Cola. Die Cola habe ich dann aber auch gebraucht, denn kurz danach haben wir uns auf den Weg zum Bökelberg gemacht und der Aufstieg war für mich etwas anstrengend. Aber die Anstrengung hatte sich mehr als gelohnt: Wir waren endlich am Gipfel des Bökelbergs angekommen. Da wir noch etwas früh dran waren wollte ich natürlich einmal rund um das Stadion gehen, was wir dann auch taten.

 

Gegen 13.30 Uhr öffneten die Stadiontore. Wir hatten Karten für den Unterrang der Haupttribüne, Sitzplätze direkt hinter der Gladbacher Trainerbank… Es war super, so nah dran zu sitzen, dass kannte bis dahin nur aus der Sportschau. Als wir zu unseren Plätzen gingen war icheinfach Platt – so viele tolle Eindrücke. Vor allem war ich von der alten Tribüne und der alten Anzeigentafel begeistert.

 

Dies war dann nicht nur mein erster Stadionbesuch, nein ich habe dann auch meine erste Stadion-Bratwurst gegessen, schön mit Senf. Von unseren Plätzen konnteich das Geschehen auf den Bänken, jede Reaktion des Trainer und Auswechselspieler beobachten…Wahnsinn. Damit die Wartezeit im Stadion nicht zu langweilig wurde spielten im Vorprogramm,auf dem heiligen Rasen in einem Freundschaftsspiel, diekleinen Fohlen – also die F- oder E-Jugend. Wenn die kleinen Borussen ein Torgeschossen hatten wurden sie von allen Zuschauern gefeiert undwährend des Spiels angefeuert. Das hat mir dan schon mal so einen kleinen Vorgeschmack auf das spätere Spiel gegeben. Vor dem Spiel heizte u.a. auch Manolo mit seiner Trommel die Stimmung an und pünktlich zum Anstoß nahm er seinen Platz auf dem Zaun in der Nordkurve ein. Um 15.00 Uhr betraten dann die großen Borussen das Stadion und machten sich warm. Sie wurden gefeiert als ob sie schon gewonnen hätten. Anstoß war an diesem Samstag um 15.30 Uhr. Es waren zwar nur 16.000 Zuschauer beim Spiel,aber für mich war das eine riesige Menschenmenge. Das Spiel stand unter der Leitung von Schiri Aron Schmidhuber. Der Spielverlauf:

 

0:1 Labbadia (8.); 1:1 Rahn (20.); 2:1Hochstätter (21.); 3:1 Beiersdorfer (24.) Eigentor. Hammer  – 4 Tore in der ersten Hälfte. Halbzeitstand 3:1 für uns. Während der Halbzeitpause bin ich an den Zaun hinter den Auswechselbänken gegangen und habe mir auf meinem ersten Fohlenecho viele Autogramme geben lassen u.a. von unserem damaligen Coach Wolf Werner. (Dieses Fohlenecho habe ich noch immer. Es schmückt einen Bilderrahmen mit einem Bild vom Bökelberg und einem Fohlenecho vom letzten Spiel am Bökelberg gegen 1860 München.)

 

 

 

 

 

Zweite Halbzeit: Ich kann mich noch daran erinnern, dass sich der Torwart vom HSV am Kopf verletzt hatte und das Auswechselkontingent erschöpft war, so dass er mit einem Turban weiterspielen musste. Tja Pech für den HSV… 3:2 Kaltz (47.); 4:2 Rahn (51.); 5:2 Criens (74.); 6:2 Criens (76.); 7:2 Frontzeck (86.); 8:2 Thiele (88.) Ende! Es war ein unvergesslicher Tag. Mein erstes Mal Bökelberg und dann direkt einen 8-2 Sieg miterlebt.

 

Vielen Dank dafür an meinen lieben Vater der leider vor zwei Jahren verstorben ist. Das war mein Gänsehautmoment am Bökelberg und dieser tolle Tag wird mir immer in Erinnerung bleiben.

 

Christian Riehm

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veröffentlicht von Björn Brodermanns am 21. Juli
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