Deine Geschichte zur Borussia (VI) – Monaco,Rotterdam…Fürth

Deine Geschichte zur Borussia – der nächste Teil mit Dirk aus Radevormwald, der so mit und mit eine echte Raute wurde und für den die Liebe so richtig entbrannte, als der VFL in der 2. Liga rumdümpelte. Zuvor wählte Dirk wie so viele Fans die Route: Monaco, Rotterdam, Köln, Kaiserslautern, Fürth, Mannheim…. Der vorläufige Höhepunkt seiner Liebe? Ein Tattoo das ihn für immer mit dem VFL verbindet. Doch lest selbst…

 

 

Deine Geschichte zur Borussia…

 

Tja diese Überschrift hat mich dazu angeregt, mal tief in meine Vergangenheit zu schauen. Ich kann nicht sagen, seit wann ich Gladbach Fan bin, aber bewusst bin ich es seit dem ersten Spiel welches ich live auf dem Bökelberg verfolgen durfte. Es war der 8.9.1989 gegen Fortuna Düsseldorf – mein Vater war im Postdienst und in der Filiale in Radevormwald arbeiteten zu der Zeit auch 2-3 Gladbacher die auch regelmäßig zu den Spielen der Borussia fuhren. An diesem Tag also kam mein Vater von der Arbeit heim und fragte mich, ob ich nicht Lust hätte mit dem Önki mal ins Stadion zu fahren. Ich war da gerade 12 Jahre jung und war völlig aus dem Häuschen, das erste Mal in meinem Leben, in ein Fußballstadion der Bundesliga fahren zu dürfen. Die Bundesliga kannte ich, wie so viele, nur aus dem TV.

 

Es war ein Freitagspiel unter Flutlicht auf dem Bökelberg. Ich hab da gestanden und nicht wirklich geschnallt was da los war. Ich war total erschlagen von der Stimmung in der Nordkurve. Wir haben in Block17 gestanden. Als dann H.G Bruns das 1:0 erzielte, war es denke ich um mich geschehen. Das Stadion flippte aus – es war ja schließlich ein Derby und klein Dirk machte einfach mit und konnte nicht mehr damit aufhören. Die zweite Halbzeit wurde noch besser: 2:0 Budde und dann das 3:0 durch Hans Jörg Criens. Seit diesem Tag war ich immer Criens, er war mein Idol seit diesem tollen Abend.

 

Wenige Tage danach bekam ich dann auch mein erstes, eigenes Gladbach Trikot. Ich weiss nicht aus welcher Saison das Teil war, es hatte auf jeden Fall den Datsun-Schriftzug, muss also aus den Spielzeiten 80-83 stammen. Ich war stolz wie Oskar. Die Jahre gingen ins Land, ich war zwar Gladbach Fan, aber so richtig mit dem Stadionvirus infiziert wurde ich noch nicht, da mein Dad mich nur ungern allein aus dem Haus ließ…..er wird schon wissen warum. Bis 1992 hat es dann gedauert und zwar war es das Heimspiel gegen Wattenscheid 09, das 4:1. Da war es ganz vorbei mit mir und von dem Tag an zählte für mich, egal um was es ging nur Borussia.

 

Mein erstes Derby gegen K**n erlebte ich dann auch in jener Saison – leider haben wir damals verloren und der gesunde Hass gegen den FC begann zu wachsen. Ich bin seit dieser Saison fast regelmäßig zu Gladbach Spielen gefahren, so legendäre Spiele wie das DFB-Pokal Halbfinale 92 gegen Leverkusen, oder das noch legendärere 4:0 1993 in Köln, als man mir Arsen ins Bier schütten wollte, weil ich im Gladbach Trikot in der Bauernschenke auf der Hohenstraße nach dem Spiel ein Alt trinken wollte. Auch unvergessen: das Nervenspiel 95 im DFB-Pokal Halbfinale gegen Kaiserslautern. Niemals vergessen werde ich in dem Zuge auch das Spiel gegen Feyenoord Rotterdam in Düsseldorf, doofe Holländer und ein Jahr später das UEFA-Cup Spiel in Köln gegen Monaco, mit Barthez, Petit, Henry, Anderson, Ikpeba und Trezeguet.  1998 wurde ich schließlich Mitglied im Fanclub Rader Fohlen.

 

Ein Jahr später ist meine Borussia dann abgestiegen.Für mich brach eine Welt zusammen, denn in meinem Freundeskreis befinden sich viele, viele K**ner und was ich mir da anhören durfte könnt ihr euch vorstellen. Meiner Liebe zu diesem Verein hat dies alles aber keinen Abbruch getan. Nach dem Rumgegurke in der Saison 99/00 und dem verpassten Aufstieg, dachte ich mir das ich meiner Borussia aktiver helfen musste wieder ins Oberhaus zu gelangen. Die Saison 00/01 war für mich bis heute die schönste, die ich jemals erleben durfte. Wir sind in dieser Spielzeit zu 14 Heimspielen gefahren und 8 Auswärtsspielen, darunter Mannheim, Fürth, Nürnberg, Stuttgart. Gerade die Auswärtsspiele haben mich unglaublich fasziniert, weil ich es überwältigend fand wie viele Borussen ihrer Liebe folgen – egal wohin. In dieser Saison habe ich, im Block17 und vor allem bei den Auswärtsspielen, gelernt was es heißt: „Wir sind ein einig Volk von Brüdern“! Diese Aufstiegssaison war für mich das allerletzte Zeichen in Zukunft alles für den Verein zu geben und ihn immer und überall mit breiter Brust zu supporten. 2004 wurde ich dann letztlich Mitglied bei der Borussia.

 

Die schlimmste Erinnerung die ich an Borussia habe, war das Heimspiel gegen Köln als zunächst Jörg Stiel mit Leuchtkugeln beschossen wurde und dann auch noch die Zuschauer auf der Ostgeraden – unfassbar. Die traurigste Erinnerung ist zweifelsohne das letzte Heimspiel gegen 1860 auf unserem Berg, mit dem Abschied von Arie van Lent. Ich habe noch nie so viele erwachsene Menschen hemmungslos weinen sehen. Leider habe ich dann Anfang 2001 eine neue Arbeitsstelle im Einzelhandel gefunden, die es mir durch meine Arbeitszeiten praktisch unmöglich machte mehr als 6-7 Spiele in einer Saison zu sehen. Dies hat sich aber glücklicher Weise seit März diesen Jahres wieder geändert und so konnte ich noch den Endspurt zum Klassenerhalt live miterleben – bis auf das Spiel in Bochum.Leider. Wobei das Public-Viewing im Borussia-Park auch einmalig geil war.

 

Der Fußball hat sich in all den Jahrzehnten die zurückliegen verändert, leider nicht zu seinem Vorteil. Vereinstreue und Stolz für den Verein zu Spielen sind dem Ruf des Geldes gewichen. Ich bin wirklich froh Spieler wie Eichin, Bruns, Criens, Neun, Klinkert, Kastenmaier, Herlovsen, Wynhoff, Nielsen, Krauss, Hochstätter, Kamps, Winkhold, Schneider, Andersson, Effenberg und wie sie noch alle heißen bei Borussia spielen gesehen zu haben. Die Borussia spielt leider keine gewichtige Rolle mehr in Deutschlands höchsten Liga, aber niemals würde ich irgendwas über diesen Verein kommen lassen. Nichts und niemand wird mich und Borussia jemals trennen, egal wo der Weg uns hinführen wird. Die Raute ist nicht nur fest mit meinem Herzen verwachsen, sondern seit April 2011 auch mit meinem rechten Unterschenkel in Form eines geilen Tattoos. Auf ewig Borussia….

 

SCHWARZ WEISS GRÜN BIS IN DEN TOD…….WIR HASSEN ROT WEISS ROT!

 

Dirk(Dukibaby)
Radevormwald

 

 

 

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veröffentlicht von Björn Brodermanns am 26. Juli
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