Der FC erschreckend schwach – Borussia im Schongang zum Sieg: Et kütt halt wie et kütt …

Die Fans des „Ersten Fußballclub Köln“ empfingen ihre Lieblinge nach dem Spiel gegen Borussia Mönchengladbach alles andere als nett. Lautes Pfeifen sowie weit in den Himmel von Gladbach gestreckte Mittelfinger waren noch das Netteste aller Gesten. Was die Spieler des stark abstiegsbedrohten Clubs über 90 Minuten boten, war erschreckend. Erschreckend schwach. Erschreckend leidenschaftslos und geradezu erbärmlich …

Gladbach gegen den 1.FC Köln. Das Rheinderby. Mehr als nur ein gewöhnliches Spiel. Glühende Leidenschaft und Kampf um jeden Grashalm. Das einst so brisante Derby, welches in den vergangenen Jahren aufgrund klarer Ergebnisse zu Gunsten der Gladbacher ohnehin ein wenig an seiner natürlichen Spannung verloren hat, bekam mit dem Spiel am gestrigen Sonntag ein vorzeitiges „Ruhe-Hoch“. Was sich in den 90 Minuten auf dem grünen Rasen des Borussia-Parks abspielte, war jedenfalls dem Rahmen eines Rheinderbys nicht würdig.

Der „Schuldige“ ist schnell gefunden. Die Mannschaft der Kölner, wenn diese überhaupt jene Bezeichnung verdient hat, spielte an diesem Nachmittag erneut einen seelenlosen Fußball. Was die Elf von Übergangscoach Frank Schaefer im akuten Abstiegskampf anbot, war zu wenig. Zu wenig Kampf, zu wenig Leidenschaft und vor allem zu wenig Herz. Der FC ging unter. Und das, obwohl die Borussia aus Mönchengladbach lediglich ihr Schonprogramm herunter spielte.

Ihr ganzes Können mussten die Fohlen aber auch wirklich nicht annähernd investieren. Mit viel Ballbesitz, einer teilweise richtig guten Balance sowie einigen Geniestreichen, hatte man den Rivalen auch so am Rande einer auch in der Höhe peinlichen Niederlage. Dass es am Ende „nur“ 3:0 für die Borussia stand, war lediglich der eigenen Konzentrationsschwäche vor dem Tor und Kölns Keeper Michael Rensing zu verdanken.

Überhaupt war es der ehemalige Münchener, der sich als einziger gegen die Niederlage stemmte. Der Rest der „Mannschaft“ stellte jegliche fußballerische Unternehmungen spätestens 15 Meter hinter der Mittellinie ein, was die Fans der Gladbacher mit einigen hämischen Gesängen „belohnten“. „Schaefer raus“, „wir haben die Schnauze voll“, sowie verhöhnende Lobhudeleien Richtung Lukas Podolski waren lautstark zu hören.

Der „FC“ taumelt also unaufhaltsam Richtung fünften Abstieg der Vereinsgeschichte, während Borussia Mönchengladbach drei Spiele vor Saisonende bereits sicher für Europa planen kann. Mit der Qualifikation für die Europa-League in der Tasche kann nun die Champions-League anvisiert werden. Es könnten also noch drei heiße Fernduelle um den dritten Tabellenplatz anstehen. Diesen dritten Platz, der die direkte Qualifikation für die Königsklasse bedeutet, hat derzeit der FC Schalke 04 inne – mit lediglich einem Punkt Vorsprung auf die Borussia.

Mit den Spielen beim designierten deutschen Meister Borussia Dortmund, den um den Klassenerhalt kämpfenden Augsburgern und bei Mainz 05 kommt allerdings noch einiges auf die Jungs von Trainer Lucien Favre zu. Nun heißt es noch einmal den Kopf freibekommen, um sich nur auf dieses eine Ziel zu fokussieren. Für einen neuen Traum. Für die Besten der Besten. Für die Königsklasse.

Vielleicht hallt es ja dann, in Anlehnung auf die unsportlichen Vorkommnisse in den Wochen vor dem Derby, bald im Borussia-Park: „Ihr jagt Busse, wir spiel´n in Madrid.“ Und das, während sich der FC aus Köln in Aue oder Paderborn duelliert. Et kütt halt wie et kütt …

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veröffentlicht von Björn Brodermanns am 16. April
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