Deutschland gegen Portugal: Die Einzelkritik der Löw-Jungs – Mats Hummels Spieler des Spiels

Es war noch nicht alles Gold was glänzt. Die deutsche Nationalmannschaft mühte sich zu einem am Ende verdienten 1:0 Sieg. Was zählt, ist ein Sieg im Auftaktmatch – einen Schönheitpreis gab es bekanntlich nicht zu gewinnen. Vor dem Endspiel der Holländer gegen die DFB-Elf, gibt es für Jogi Löw dennoch einiges zu tun. Nun eine Einzelkritik des Teams, in dem der Dortmunder Hummels der Spieler des Spiels war…

Manuel Neuer: Wer eines weiteren Beweises bedurft hat, dass Neuer der aktuell beste Torhüter der Welt ist, dürfte nun seine Befriedigung gefunden haben. Gewohnt ruhig, ohne Nerven zu zeigen und präsent, wenn es darauf ankommt. Auch ohne Beschäftigung immer auf dem Posten. Ganz stark am Ende, als er eine Chance der Marke 100 % der Portugiesen entschärfte. Note: 1

Jerome Boateng: Stand nach dem Gina-Lisa-Hotel-Malheur in der Pflicht. Diese absolvierte er mit Bravour. Anfangs mit ein paar Schwächen, als er zu spät auf den ballführenden Offensivspieler drauf ging – später ganz stark und konzentriert. Superstar Cristiano Ronaldo hatte gegen Boateng nicht viel zu bestellen. Note: 2

Mats Hummels: Der wohl beste Verteidiger der Bundesliga kam überraschend für den sich nicht im Rhythmus befindenden Per Mertesacker. Zeigte er in der „Nati“ bislang nicht seine Leistung, wie man sie vom BVB kennt, war er diesmal der beste Spieler auf dem Platz. Hummels gab keinen Zweikampf verloren – verlor im Umkehrschluss auf so gut wie keinen. In dieser Form unantastbar. Note: 1

Holger Badstuber: Zu Beginn des Spiels eher wackelig auf den Beinen, kämpfte sich der Bayer in die Partie. Stark in vielen Zweikämpfen, zeigte er aber auch immer wieder seine Unbeweglichkeit, wenn er Situationen nicht zu antizipieren vermag. Zum Ende hin warf er sich in jeden Ball. Kämpferisch vorbildlich – ansonsten ausbaufähig. Note: 3

Philip Lahm: Es war nicht das Spiel des Kapitäns. Der Bayer brachte nach vorne nichts zustande und zeigte dazu ungewöhnlich viele Unkonzentriertheiten sowie technische Fehler. Note: 4-

Sami Khedira: trotz einiger Ballverluste einer der stärksten Spieler auf dem Platz. Khedira war ständig unterwegs, stopfte Lücken, hielt seinen Vorderleuten den Rücken frei und versuchte immer wieder seine Mitspieler in Szene zu setzen. Neben Schweinsteiger zeigte der Madrilene eine richtig starke Präsenz. Note: 2-

Bastian Schweinsteiger: Der vermeintliche Chef ist zurück auf dem Platz. Und obwohl „Schweini“ noch nicht bei 100 Prozent ist, zeigte auch eher im defensiven Mittelfeld, wer Chef im Ring ist. Ausbaufähig ist in jedem Fall seine Passstreuung. Dennoch: Kritik auf hohem Niveau, da Schweinsteiger nicht fit in das Spiel ging. Note 3-

Mesut Özil: „Der Zauberer von Öz“ – ohne Zauber. Von Mesut Özil kam, mit Ausnahme eines Geistesblitzes in der ersten Halbzeit, nicht viel. Verrannte sich ständig und blieb mit seinen Dribblings am Gegenspieler hängen. Irgendwie fehlte es dem Spielmacher von Real Madrid an der Beweglichkeit. Mesut Özil wirkt überspielt – bleibt zu hoffen, dass er sich bis zum Holland-Spiel auf das einfache Spiel besinnt. Note: 4+

Thomas Müller: Deutschlands „Rechtsaußen“ mit Defensivaufgaben scheint nicht in bester Verfassung zu sein. Was sich schon in der vergangenen Bundesliga-Saison andeutete, wurde auch gegen Portugal deutlich: Müller ist nicht mehr der, der er während der WM 2010 war. Es fehlt ihm an der Leichtigkeit des Seins. Kaum eine Flanke fand er Ziel – zudem brach er sein Tempodribbling zu oft ab, um den Ball zurückzuspielen. Der Bayer muss sich steigern – Marco Reus scharrt mit den Hufen. Note: 4+

Lukas Podolski: Der Kölner zeigte zu Beginn des Spiels, das er Präsenz zeigen wollte. Immer wieder lief er die Defensivspieler der Portugiesen an und versuchte sich im Spiel nach vorne zusammen mit Lahm in einem gefälligen Kombinationsspiel. Nach einer ersten vergebenen Torchance baute der kommende Arsenal-Kicker jedoch zusehends ab. Über die linke Seite der Löw-Elf lief vor allem in der zweiten Halbezeit nichts mehr, was jedoch auch Philip Lahm zuzuschreiben ist. Dennoch kam vom Kölner weder eine verwertbare Flanke noch ein halbwegs gutes sowie überraschendes Zuspiel. Zugute halten muss man Poldi jedoch seine Laufarbeit, die an diesem Abend mehr als ordentlich war. Note: 4

Mario Gomez: An ihm scheiden sich die Geister. Obwohl ein Mittelstürmer in erster Linie fürs Toreschießen zuständig ist, täte es gut, wenn er auch mitspielen würde. Mitspielen war für Gomez gegen Portugal jedoch ein Fremdwort. Obwohl ihn seine Mitspieler immer wieder suchten, war der Stürmer des FC Bayern fast nie anspielbereit. Als man ein Anschießen des Stürmers nicht mehr für möglich hielt und Jogi Löw bereits wechseln wollte, zeigte er seine unbestrittene Stärke vor dem Tor. Sein Kopfball war Weltklasse und das, obwohl er sich sogar drei bis vier Schritte zurückbewegen musste – absolut schulbuchmäßig.  Note: 3+

Miroslav Klose: Das Geburtstagskind kam in der 80. Minute für den Torschützen des Tages und konnte nicht mehr zeigen, was noch in ihm steckt. Miro Klose kann unbestritten noch sehr, sehr wichtig werden im Verlauf des Turniers. Ohne Wertung

Toni Kroos: Kam in der 87. Minute für Özil – ohne Wertung

Lars Bender: Kam in der 90. Minute für Müller – ohne Wertung

PS: Kennst du schon unseren kostenlosen Newsletter? »Hier« kannst du unseren kostenlosen Newsletter abonnieren.

veröffentlicht von Björn Brodermanns am 09. Juni
Diesen Artikel empfehlen:
 
Kommentieren via Facebook neu