Die DFB-Elf in der Einzelkritik: 2:1-Sieg der abendlichen Drehbücher

Die DFB-Elf steht nach einem harten Stück Arbeit verdient im Viertelfinale gegen Griechenland. Das Spiel gegen tapfere sowie starke Dänen, stand phasenweise auf des Messers Schneide. Die beiden „Drehbücher“ des Abends waren letztlich für den Sieg der Deutschen verantwortlich…

Manuel Neuer: Wie gewohnt stark – einzig zwei unkonventionelle „Ausflüge“ sowie eine von ihm verursachte Ecke, als er Sicherheit walten ließ, sorgten für leichte Schwitzattacken. Beim Gegentor ohne Chance. Note: 2

Philip Lahm: Ließ in der Defensive wenig bis gar nichts zu. Darüber hinaus zog es ihn immer wieder (erfolglos) in die Offensive. Dabei zieht der Bayer seine Tempoläufe immer wieder nach dem gleichen Schema F auf, was mittlerweile jeder Gegner sofort durchschaut. Note: 2 –

Holger Badstuber: Hatte es immer wieder mit dem starken Bendtner zu tun – dabei sah der Innenverteidiger nicht immer gut aus und zeigte seine von einigen Kritikern monierten Schwächen. Badstuber spielte mitunter zu steif und zu unkoordiniert. Beim Gegentor war er wie alle Kollegen indisponiert. Note: 3

Mats Hummels: Wie gewohnt der starke Mann in der Innenverteidigung. Resolut im Zweikampf, immer umsichtig und meist vor dem Gegner am Ball. So ist Hummels die Entdeckung der EM und zusammen mit Sami Khedira bislang der beste Deutsche. Beim Gegentor wie die komplette Abwehr mit falscher Zuordnung: Note: 2

Lars Bender: Der 23-Jährige rückte für den gesperrten Boateng in die Startelf und erledigte seine Aufgaben durchweg gut. Dennoch merkte man dem eigentlichen Mittelfeldspieler an, dass die Position des rechten Verteidigers eine fremde für ihn ist. Das Tor zum erlösenden 2:1 ist natürlich eine Geschichte, wie sie nur der Fußball schreibt. Die Sperre für Gerome Boateng ebnete den Weg zu einem Gänsehautdrehbuch. Note: 2 –

Bastian Schweinsteiger: Deutschlands vermeintlicher Chef konnte nicht gänzlich an die Leistung vom Holland-Spiel anknüpfen. Gegen laufstarke und aufopferungsvoll kämpfende Dänen merkte man ihm die noch immer fehlende Fitness an. „Schweini“ hatte zu viele einfache Ballverluste und zeigte zu wenig Spritzigkeit in seinen Aktionen. Note: 3 –

Sami Khedira: Der Madrilene zeigte einmal mehr, wie sehr ihn seine bisherige Zeit in Madrid hat reifen lassen. Ein Mittelfeldmotor der unheimlich viele Löcher stopft, Räume zuläuft und immer wieder den Weg zum Tor sucht. Auch wenn nicht alles funktionierte, war es wieder eine ganz starke Vorstellung des Mittelfeldspielers. Note: 2-

Lukas Podolski: Der Jubilar erzielte in seinem 100. Länderspiel in der 18. Minute das vielumjubelte 1:0 – soviel zum bis dahin hervorragenden Drehbuch. Danach war es vorbei mit der Poldi-Herrlichkeit. In der Defensive kämpferisch, lief nach vorne mal wieder nicht viel. Podolski wirkt gehemmt und ohne Leichtigkeit. Entweder schmerzt ihn noch immer der Abstieg des 1. FC Köln oder er ist körperlich nicht auf der Höhe. Körper und Geist – (mindestens) einer der beiden Attribute macht Poldi gerade ein Strich durch die EM-Rechnung. Seine Auswechslung in der 64. Minute war nur die logische Konsequenz. Note: 4 +

Mesut Özil: Der „Zauberer von Öz“ hatte es nicht einfach. Simon Kjaer stand dem eigentlich angedachten Dreh- und Angelpunkt der Deutschen permanent auf den Füßen. Wäre Özil während des Spiels auf die Toilette entschwunden – Kjaer wäre ihm wohl hinterhergegangen. Trotz der heftigen Manndeckung konnte er dennoch den ein- oder anderen guten Ball in die Tiefe spielen. So gelang auch seine Vorbereitung zum entscheidenen 2:1 durch Bender. Was auffällt und mittlerweile nervt: Der Madrilene fällt zunehmend durch abfällige Gesten Richtung Schiedsrichter auf. Was dies betrifft, sollte Özil eher auf die eigenen Fehler schauen und sich auf seine meist fehlende Effizienz konzentrieren. Note 4 +

Thomas Müller: Der Thomas Müller der WM-2010 stand in der 5. Spielminute vor einem Comeback – hätte der aktuell unglücklich anmutende Müller ihm da keinen Strich durch die Rechnung gemacht. Per Dropkick schoss er Keeper Andersen aus nächster Nähe an. Auch wenn der Ball in letzter Sekunde relativ schwer zu nehmen war, hätte ihn „T.M. 2010“ gnadenlos eingenetzt. Am Ende steht aufgrund der läuferisch starken sowie kämpferisch vorbildlichen Leistung dennoch das wohl beste EM-Spiel des Münchners zu Buche. Note: 3

Mario Gomez: Wieder einmal ein Spiel, an dem sich die Geister scheiden. Ein Spiel zwischen Super-Mario und dem sich wund liegenden Gomez. Zunächst läuferisch stark legte er mit zunehmender Dauer eine ebenso auffällige wie unerklärliche Unlust an den Tag. Einmal mehr wurde deutlich: Hat Gomez einen „Terrier“ der Klasse Daniel Agger am Hacken kleben, vergeht dem Goalgetter schnell der Spaß am kicken. Seine stärkste Aktion hatte der Stürmer, als er Lukas Podolski das 1:0 auflegte. Note: 3-

Andre Schürrle: Kam in der 64.Spielminute für Lukas Podolski und zeigte sofort das, was Poldi zuvor mal wieder völlig abging: Zug zum Tor und „allerhöchschte“ Geschwindigkeit. Ohne Note.

Miroslav Klose: Kam eine Viertelstunde vor Schluss. Ohne Note

Toni Kroos: Taktischer Wechsel. Ohne Note

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veröffentlicht von Björn Brodermanns am 17. Juni
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