Die seltsame Saison des Igor de Camargo

Igor de Camargo wurde unmittelbar nach seiner Verpflichtung als richtig starker Spieler gelobhudelt. Ein Spieler der, der neuen Borussia seinen Stempel aufdrücken wird – spielerisch in der gehobenen Kategorie zu finden, gepaart mit starken Führungsfähigkeiten. Ein Spieler wie ihn die Borussia benötigt um den nächsten Schritt zu gehen. Doch leider war es nicht die Saison des Igor de Camargo, oder doch? Oder so halb? Eine seltsame Saison…

 

 

Schmückte man sich die durchaus euphorischen Beschreibungen Max Eberls bezüglich der Verpflichtung de Camargos etwas aus, konnte man durchaus ins Träumen kommen. Mittelfeld der Liga, vielleicht ein wenig mehr. Europa? Da war er scheinbar – der Spieler den die Borussia seit dem Weggang Stefan Effenbergs ende der 90er vergeblich suchte. Eine starke Persönlichkeit, ein Goalgetter und Vorlagenkönig in Personalunion. Ein Hero. Jemand der noch fehlte als „Punkt“ auf dem „I“, als das Salz in der durchaus gelungenen „Borussensuppe“.

 

August. Start in eine neue, für die Borussia hoffentlich erfolgreiche Saison. Und was ist mit dem neuen „Star“ der Mannschaft? Verletzt, außer Gefecht gesetzt. Aufgrund diverser Verletzungen konnte de Camargo erst Anfang Oktober sein Debüt für die Borussia geben – mit mäßigem Erfolg. Keine anständige Vorbereitung, Verletzungspech. Die logische Konsequenz: Kein Rhythmus, fehlende Bindung zum Spiel und kein Spielverständnis mit den Mitspielern. Erinnerungen wurden wach. Erinnerungen an einige „Starverpflichtungen“ der letzten Jahrzehnte. Elber, Insua, Heinz, Thygesen, Kahe und wie sie alle hießen. Brasilianer holte Borussia, mit Ausnahme von Dante, ohnehin nur in einem anderen Brasilien als beispielsweise Bayer Leverkusen. Irgendwo auf der Welt scheint es noch ein Brasilien zu geben – dort wo Borussia ihre Brasilianer verpflichtet.

 

Wie gut das Igor de Camargo „Belgianer“ ist. Also ein belgischer Brasilianer – in Brasilien geboren hat er 2009 die belgische Staatsangehörigkeit angenommen. Das de Camargo den Vorschusslorbeeren gerecht werden kann, zeigte er in seinem 5. Einsatz für die Borussia. Obwohl „nur“ zur 2. Halbzeit eingewechselt, zeigte der „Neue“ sein Können in einem verrückten Spiel gegen den FC Bayern München. 3:3 lautete der Endstand ein einem kuriosen Spiel, in einem Spiel in dem de Camargo andeutete weshalb ihn der VFL für gut 4 Millionen Euro aus Lüttich loseiste.  Die Borussia drehte das Spiel gegen die Bayern nach einem 1:2 Halbzeitrückstand – dank des „Belgianers“. Eine „Sahne-Vorarbeit“ auf Marco Reus und das erste Tor für die Borussia. De Camargo schien angekommen.

 

Doch auch in der Folgezeit plagte sich Borussias neuer Offensiv-Allrounder immer wieder mit diversen Wehwehchen herum. Im Prinzip war de Camargo in seiner ersten Bundesliga-Spielzeit nie verletzungsfrei und zu keinem Zeitpunkt wirklich fit. Das die Bilanz des belgischen Brasilianers dennoch äußerst positiv ausfällt, zeugt von dieser eingangs erwähnten besonderen Qualität. 19 Spiele, 7 Tore sowie 2 Torvorlagen – eine Top-Bilanz für einen Spieler der zu keinem Zeitpunkt wirklich fit war und praktisch wie ein Fremdkörper auf dem Platz wirkte. Hinzu kommen noch ein weiteres Tor und eine weitere Torvorlage in den zwei Relegationsspielen. Zwei Spiele in denen de Camargo nach Verletzungspause auch „nur“ 47 Minuten mitwirkte.

 

Was, ja was wäre eigentlich passiert wenn der belgische Nationalspieler über einen längeren Zeitraum fit gewesen wäre? Was wenn er eine komplette Saisonvorbereitung mitgemacht hätte? Antworten die de Camargo hoffentlich in der kommenden Spielzeit geben wird. Eines steht fest: Ein de Camargo in glänzender Verfassung wird der Borussia richtig gut tun und einen weiteren positiven Schub geben.

Niemals aufgeben und kämpfen – „unbrasilianische“ Eigenschaften die der „Belgianer“ lebt wie kaum ein zweiter.

 

 

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veröffentlicht von Björn Brodermanns am 20. Juni
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