Die These der Woche: Fans der Borussia mit Respekt vor der neuen Saison

Kurz vor dem Beginn der neuen Spielzeit starten wir mit Euch die neue Rubrik „Die These/Frage der Woche“. Wir fragen oder geben eine These vor und Ihr antwortet. Die Zuschriften auf die aufgestellte These der vergangenen Woche waren dabei wirklich sehr interessant. Die besten Statements haben es nun in den Artikel geschafft…

Die These:

„Reus, Dante und Neustädter wurden zwar nominell ersetzt, aber im Vergleich zum Vorjahr ist die Borussia nicht besser, sondern höchstens gleichstark. Das reicht nicht für die Champions-League und den Tanz auf drei Hochzeiten!“

User Craeck: Streng genommen können wir dieses Jahr nur verlieren – der 4. Platz in der vergangenen Saison macht es möglich. Dass Vereinsführung und der sportliche Leiter in Person von Favre durch derartige Aussagen den Druck von den Neueinkäufen nehmen, ist branchenüblich und der richtige Weg. Letztlich haben sie aber auch recht mit der Behauptung, dass man vorrangig daran denken muss, wer uns so verlassen hat.

Neben der Tatsache, dass sie den Druck von sich selbst und den Spielern nehmen, ist es besser realistisch zu bleiben und den Weg des langfristigen Neuaufbaus der ganzen Borussia, langsam voranzutreiben. Zudem werden wir Fans zur Geduld gemahnt – richtig so, wie ich finde.

Ich freue mich wahnsinnig auf das, was kommt, denke jedoch, dass wir erst ab dem 5-6. Spieltag wieder richtig in der Bundesliga ankommen. Wenn wir dann noch CL-Quali schaffen und uns in Aachen gut schlagen, kann man den Druck vielleicht langsam wieder zulassen. Auch wir Fans sollten lernen, von Spiel zu Spiel und von Saison zu Saison zu schauen.

Bernd Schwinkendorf: Ich kann die Meinung von Max Eberl, das Platz 8 ein Erfolg ist, nur bedingt teilen. Es wird immer nur von Dominguez, Xhaka und de Jong gesprochen. Mlapa und Hrgota sind auch erstklassige Verstärkungen. Klar, es wird hart durch die Dreifachbelastung, die bei unseren Nationalspielern gar eine Vierfache ist – aber das Ziel sollte schon die Europa-League sein.

Marc Pingel: Ich glaube, dass sich Borussia mit der Verpflichtung von Granit Xhaka auf dieser Position im Vergleich zu Roman Neustädter verstärkt hat. Dominguez wird Dante würdig ersetzen und Luuk de Jong die Torgefahr von Marco Reus ausgleichen können. Durch die Verpflichtungen von Mlapa und Hrgota ist Borussia vorne noch etwas flexibler geworden, was aber auch nötig wurde, da ein Marco Reus nicht 1:1 zu ersetzen ist.

Wenn die Mannschaft eingespielt sein wird, ist sie vielleicht sogar noch einen Tick stärker als in der letzten Saison. Insgesamt denke ich aber auch, dass die Abgänge weitestgehend kompensiert wurden und Gladbach nicht wesentlich stärker sein wird. Betrachtet man jedoch die Leistungen der letzten Spielzeit, so hat man sowieso eine sehr hohe Qualität und wird sicher (zumindest national) oben mitmischen können. Aufgrund der Dreifach-Belastung ist jedoch abzuwarten, wie stabil die Mannschaft sein wird. Ich bin zuversichtlich und freue mich sehr auf die kommende Saison.

Mario Pimpertz: Ich denke, dass diese These den beiden nur zu entnehmen ist, weil man den Druck von den teuren Neuzugängen – Xhaka, Dominguez und vor allem de Jong – nehmen möchte, denn jeder weiß, dass man unter Druck schlecht Fußball spielen kann . Auch deswegen formuliert man als Saisonziel den 8. Platz. Alles Geplänkel um den ganzen Druck, der auf diesem Team lastet, wegzunehmen.

Carsten Kremers: Ich denke das sich die erneuerte Mannschaft erst mal einspielen muss. Ich denke so, wie jeder Mensch bei einem neuen Arbeitgeber oder Verein eine gewisse Zeit zum Eingewöhnen braucht. Es wäre meiner Meinung nach etwas vorschnell jetzt schon die Leistung mit der eingespielten Elf der letzten beiden Runden zu vergleichen. Immer schön realistisch und fair bleiben, liebe Presse und liebe Fans.

Jan Schultz: Ja, ein bisschen sehe ich das wie Max und Lucien. Die Abgänge waren eine extreme Schwächung. Nicht nur weil Reus, in guten Zeiten auch Dante oder Neustädter fehlen werden, sondern eine eingespielte Einheit auseinandergerissen wurde. Daher möchten beide wohl schon vorweg die Erwartungen bremsen. Das ist völlig legitim und nachvollziehbar. Die z. T. unwirschen Antworten von Lucien sehe ich nicht so dramatisch. Er ist einfach verärgert über die immer gleichen, dummen Fragen. Fällt der Presse eigentlich nichts ein?

Persönlich sehe ich das so: Reus wird wohl eine extreme Lücke hinterlassen, die Luuk z. B. erst in einem Jahr komplett schließen kann. Torgefährlich ist er und mit guten Pässen aus dem Mittelfeld wird er sicherlich in Zukunft ein Kandidat für den Torschützenkönig der Bundesliga sein. Aber: Wir müssen ihm Zeit geben – das Phrasenschwein lässt grüßen.

Neustädter ist durch Granit Xhaka deutlich besser ersetzt worden. Wenn er die Form der Testspiele auch in den Bundesliga- und Europacup-Alltag mitnimmt, dann war das einer der klügsten Einkäufe der letzten Jahr(zehnt)e. Dante war in den letzten Spielen lustlos und abwesend. Mit Dominguez haben wir einen adäquaten und vor allem jüngeren Ersatz. Wichtig ist, dass er das Spiel nach vorne lenken und übernehmen kann. Dann ist auch Dante sehr gut ersetzt worden.

Mit den anderen Neueinkäufen haben wir den Kader in der Breite und auch in der Qualität erhöht. Ich denke, dass wir vom Fußballerischen her den Kader verbessert haben, dies aber erst zum Tragen kommt, wenn alle eingespielt sind. Ich hoffe nur, dass wir die ersten Spiele gut überstehen, dann ist alles möglich.

Sebastian „ Dude“ Fichtner: Ich denke, dass wir die tragenden Säulen unserer Mannschaft, gerade was Offensivaktionen betrifft, verloren haben. Dadurch sind wir im ersten Moment geschwächt. Die Neuverpflichtungen haben jedoch das Potenzial, ebensolche Säulen zu werden. Ob dies gelingt, hängt in meinen Augen vom Start der Saison ab. Wenn es gelingt, Erfolgserlebnisse zu erreichen (besonders wichtig dabei ein guter Start in die Bundesliga), dann kann die schnelle Integration und guter Fußball funktionieren. Letzte Saison war der erste Sieg gegen Bayern so unendlich wichtig. Da gerät man nicht direkt „unten rein“. Dies hat enorme Bedeutung für die Psyche der Spieler und die ganze Atmosphäre im Verein samt Umfeld.

Startet die Borussia durchwachsen, wird die Mannschaft länger brauchen um ihre Qualitäten, die zweifelsohne vorhanden sind, zu zeigen. Das Duo Eberl/Favre hat aber bewiesen, dass wir uns auf sie verlassen können. Deshalb hoffe ich, dass im Fall von Negativerlebnissen nicht die typischen Mechanismen greifen und über den Trainer oder Manager diskutiert wird, sondern alle cool bleiben und konzentriert weiter arbeiten.

Ich selbst bin richtig euphorisiert und habe unglaubliche Lust auf Borussia. Gleichzeitig erinnere ich mich auch an die letzten Jahre und hoffe, dass uns dieses Leid erspart bleibt. (Foto: jdp-fotos.com)

PS: Kennst du schon unseren kostenlosen Newsletter? »Hier« kannst du unseren kostenlosen Newsletter abonnieren.

veröffentlicht von Björn Brodermanns am 29. Juli
Diesen Artikel empfehlen:
 
Kommentieren via Facebook neu