Eberl geht der nächste Star von Bord: Kommt nun neben Xhaka auch David Abraham aus Basel?

Ein zumindest medial vorgetragenes, monatelanges Wechseltheater nahm heute endlich ein Ende. Gladbachs bisheriger Abwehrchef Dante verlässt die Borussia zum Ende der Saison und wechselt zum FC Bayern. Was diverse Medien bereits seit Monaten offen berichteten, schien wohl nur den Verantwortlichen noch nicht ganz geläufig gewesen zu sein – obwohl diese laut eigener Aussage zweigleisig geplant haben…

Für Sportdirektor Max Eberl kam der Wechsel Dantes zu den Bayern letzten Endes dann doch nicht mehr ganz so überraschend, wie es noch vor wenigen Wochen den Anschein machte. „Dennoch hatten wir bis zuletzt Hoffnung, dass sich Dante dafür entscheidet, hier als Topstar und Publikumsliebling den eingeschlagenen Weg weiterzugehen und in Mönchengladbach Geschichte zu schreiben. Natürlich bleibt bei allem Verständnis für seine Entscheidung bei uns jetzt auch eine Spur Enttäuschung“, gab sich der Manager branchenüblich kleinlaut.

Und dennoch oder gerade deshalb: Der Dante-Wechsel ist bei genauerem Hinsehen einer zu viel. Einer zu viel, weil die Art und Weise wie die Abgänge von Marco Reus, Roman Neustädter und nun von Dante vonstatten gingen, doch eher fragwürdig erscheint. Eberl wollte bei allen drei Abgängen bis zum Schluss nichts gehört und nicht gesehen haben. Nebenstimmen interessierten ihn wenig. Viel mehr hörte er auf die Worte der Protagonisten und wähnte sich „in guten Gesprächen“. Nun hat der Sportdirektor alle drei Spieler verloren – auf die gleiche perfide Art und Weise.

Aus guten Gesprächen wurden drei Abgänge, die so leicht nicht zu kompensieren sind. Vor allem dann nicht, wenn man Abgang Dantes so „locker“ sieht wie Max Eberl: „Wir sollten uns nicht allzu sehr grämen. Als wir Dante im Januar 2009 aus Belgien geholt haben, hatten wir mit ihm Ziele vor Augen: Klassenerhalt, Stabilisierung der Mannschaft. Europa war für uns damals noch weit weg und es war äußerst schwierig, ihn im letzten Jahr nach dem Klassenerhalt davon zu überzeugen, weiter bei uns zu bleiben und seinen Vertrag noch einmal zu verlängern. Er war dreieinhalb Jahre bei uns, für einen ausländischen Spieler ist das schon eine längere Zeit. Und dass er jetzt zu einem der größten Clubs der Welt wechselt, hat letztendlich auch mit unserem großen sportlichen Erfolg in dieser Saison zu tun.“

Ist Geiz geil?!

Nun steht Max Eberl vor einem echten Problem, denn bislang wurde weder ein Spieler für die kommende europäische Spielzeit verpflichtet, noch ist ein Transfer wirklich spruchreif. Bei Spielern des Kalibers Granit Xhaka, versucht der ehemalige Verteidiger stattdessen mit Angeboten weit unter der Vorstellung der Kollegen zum Ziel zu kommen. Basel fordert 10 Mio, Eberl indes „nur“ 6,5 zzgl. Zulagen bei Weiterverkauf. Kein Wunder, das die Gespräche nach dem vergangenen Sonntag zunächst einmal ins Stocken geraten sind.

Eberl hat jedoch ohnehin schon die Sparversion für den Schweizer auf dem Zettel: Claudemir Domingues de Souza – ein Brasilianer, der es immerhin bis in die dänische Superligaen geschafft hat. Für „läppische“  3 Millionen Euro wäre die brasilianische  Wundertüte bereits zu haben. Nachdem der Transfer von Lars Stindl von Hannover zur Borussia aufgrund eines besseren Angebots der 96er nicht geklappt hat, wäre Claudemir wohl nur die willkommene Notlösung.

Eberl und Favre sprechen anscheinend nicht die gleiche Sprache

Sollte trotz aller Sympathien langsam aber sicher Antworten auf die namenhaften Abgänge finden - Max Eberl

Max Eberl und Trainer Lucien Favre sprechen augenscheinlich nicht die gleiche Sprache. Was bei Transfers von Spielern wie Otsu, Cigerci, Ring, Zimmermann, Leckie und Rupp angefangen hat, findet nun anscheinend bei den Herren Santana sowie Felipe seine Fortsetzung. Medial wird darüber berichtet, dass beide Transfers platzen könnten, da sich Lucien Favre ob der Personalien nicht sicher sei. Spekulativ kommt wohl vor allem bei Felipe Santana vom BvB eher die Frage nach der Ablösesumme als Grund auf. Ist diese mit knapp 5 Mio. Euro zu hoch für Max Eberl? Eine Frage, auf die es hoffentlich alsbald Antworten gibt.

Sollten sich beide Personalien zerschlagen, hat „Doppelplaner“ Eberl aber ebenfalls eine „Billigalternative“ auf dem Zettel. Laut dem Schweizer „Blick“ könnte der argentinische Innenverteidiger David Abraham ablösefrei den Weg in den Borussia-Park finden. Für die Borussia bleibt nur zu hoffen, das Favre sowie Eberl schnellstens die gleiche Sprache finden und sich letztgenannter nicht „kaputt“ spart. Ansonsten bleibt bald nur noch die Transfer-Resterampe…

 

 

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veröffentlicht von Björn Brodermanns am 26. April
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