Eberl: Kontrovers mit Alphatier Favre in die Zukunft

Viel wurde in den letzten Monaten über die Zukunft Lucien Favres spekuliert. Über einen Wechsel zu den Bayern oder Bayer Leverkusen und sogar über einen möglichen Rücktritt am Saisonende. Alles nicht wahr, wie Sportdirektor Max Eberl in einem Interview auf ran.de andeutet. Zudem gibt Gladbachs Manager Einblick in die Arbeit mit Lucien Favre und die Zukunftspläne mit dem Romand…

„Wenn man drei tragende Säulen im Kader zu ersetzen hat, ist es doch nur logisch, dass man gemeinsam sehr genau analysiert, wer die passenden Spieler sein könnten“, sagte Eberl dem Portal um dann hinterher zu fügen: „Zudem treffen mit einem Trainer und einem Sportdirektor die Alphatiere eines Vereins zusammen, die im Konsens die beste Lösung finden müssen. Dass zwei Alphatiere aber auch einmal kontrovers diskutieren, liegt in der Natur der Sache. Ich halte das aber durchaus für fruchtbar.“

Favre und Eberl pflegen professionelles Verhältnis

Max Eberl spricht wohl vom vielfach zitierten professionellen Verhältnis zwischen ihm und dem Schweizer. Freunde sollen die beiden nicht sein. Müssen sie auch nicht. Man respektiert sich und arbeitet zusammen – mit mehr als guten Ergebnissen. Deshalb echauffiert sich Gladbachs Manager auch ob der Gerüchte, das sich Sportdirektor sowie Trainer nicht riechen könnten. „Bei Michael Frontzeck wurde mir vorgeworfen, die Zusammenarbeit sei zu freundschaftlich, jetzt, bei Favre, heißt es die beiden streiten und finden keinen gemeinsamen Nenner“, tat Eberl gegenüber ran.de seinen leichten Unmut kund.

Die Tatsache das Lucien Favre bislang jegliches Treuebekenntnis gegenüber der Borussia vermissen ließ, lässt den Manager derweil augenscheinlich völlig kalt: „Lucien Favre ist ein Trainer, der sich extrem auf das rein Sportliche und die Mannschaft konzentriert und sich ungern mit Dingen am Rande beschäftigt. So ist einfach sein Naturell. Fakt ist aber auch, dass er noch bis 2013 Vertrag hat und wir mit ihm im Gespräch über eine Vertragsverlängerung sind.“

Kontinuität mit Favre

Lucien Favre wird also seinen Vertrag in Mönchengladbach erfüllen. Mindestens. Vorbei dürften damit die Spekulationen um Bayern München sein, vorbei die Gerüchte um ein Engagement in Leverkusen. Max Eberl unterstreicht stattdessen, zusammen mit dem Schweizer eine Ära prägen zu wollen: „Wir sind ein Verein, der versucht Kontinuität zu leben. Also sind wir auch daran interessiert, möglichst langfristig mit einem Trainer zusammen zu arbeiten. Dafür steht zum Beilspiel Michael Frontzeck, an dem wir sehr lange festgehalten haben. Mit Lucien Favre wollen wir nun einen ähnlichen Weg gehen. Einen Weg, den übrigens auch der Trainer in Interviews immer wieder anmahnt. In Deutschland sei alles fantastisch, Stadien, Talentförderung, Spielniveau, aber am Vertrauen zum Trainer würde es sehr mangeln. In Borussia hat Favre den Verein gefunden, der ihm dieses Vertrauen entgegen bringt.“

Standort Gladbach ist mehr als reizvoll

Den Standort Mönchengladbach sieht Eberl dabei als großes Pfund für den Trainer: „Ich weiß nicht, ob es momentan in der Bundesliga sehr viele Vereine gibt, die für einen Trainer interessanter sind als unsere Borussia mit ihrer Tradition und all den Möglichkeiten, die sich nun für uns ergeben. Umso wichtiger ist es, dass wir in Sachen Kaderplanung konstruktiv zusammen arbeiten.“

Das gleiche gilt nach Meinung des Sportdirektors auch für künftige Neuverpflichtungen: „Ob wenig Geld oder ob viel Geld – Gladbach ist immer ein Verein, der für viele Spieler interessant ist, weil dieser Klub sehr gute Möglichkeiten bietet.“

Es riecht also nach rosiger Zukunft in Mönchengladbach. Die beiden Alphatiere – Lucien Favre und Max Eberl – werden mit ihrer professionellen Art dafür sorgen. Letzterer ist nun jedenfalls am Zug. Gladbachs Sportdirektor ist in der Pflicht die Abgänge von Marco Reus, Roman Neustädter und Dante mindestens zu kompensieren.

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veröffentlicht von Björn Brodermanns am 10. Mai
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