Echtes Derby: Alemannia Aachen wird für Borussia Mönchengladbach kein Selbstläufer

Bereits kurz nach der Auslosung der 1. Runde des DfB-Pokals wurden in den Köpfen vieler Borussen-Fans vage Erinnerungen wach. Da war doch was?! Ja, da war etwas. Eine offene Rechnung gegen den nur 55 Kilometer Luftlinie entfernten Nachbarn…

Damals, am 17.03.2004 stand die Borussia im Halbfinale des Pokals. Der Gegner: Die Alemannia aus Aachen, der hitzige Tivoli und Schiedsrichter Edgar Steinborn. Letztgenannter war an jenem Abend einer der fragwürdigen Hauptdarsteller des Abends. Steinborn verweigerte den kämpfenden Gladbachern u.a. einen glasklaren Handelfmeter. Für Sportdirektor Max Eberl ist jene Rechnung allerdings längst zu den Akten gelegt: „Ich habe damals bei dem Spiel auf der Bank gesessen. Und natürlich das Elfmeter-reife Handspiel gesehen – wie alle anderen Zuschauer auf dem alten Tivoli. Die Nummer ist längst abgehakt.“

Ganz andere Vorzeichen als 2004

Vor acht Jahren stand dieses Spiel noch unter ganz anderen Vorzeichen. 2004 war die Alemannia ein aufstrebender und ambitionierter Zweitligist, während der VfL in den Niederungen der Eliteliga herumkrebste. Heute hat sich gerade bei den Aachenern die Welt völlig verändert. Der alte Tivoli ist Geschichte und das neue, schicke Stadion ein regelrechter Klotz am Bein. Finanziell operiert der TSV am Existenzminimum – sportlich ist man gar ein geprügelter Hund.

Der Niedergang der vergangenen Jahre mündete in der abgelaufenen Saison geradewegs in die 3.Liga. Konnte man vor wenigen Jahren noch den großen FC Bayern am Tivoli ärgern, kämpft man aktuell mit Vereinen wie Darmstadt 98, Babelsberg 03 oder der SpVgg Unterhaching um Punkte. Verändert hat man sich allerdings auch am Niederrhein. Von der grauen Maus schwang sich Borussia Mönchengladbach in der vergangenen Spielzeit zur Offensivattraktion auf und sorgte so für einige große Überraschungen. Am Ende stand sogar die Qualifikation für die Champions-League-Playoffs.

Aachen kein leichtes Los

Das Hinspiel jener Schlussrunde steigt bereits in der kommenden Woche. Der Gegner: Dynamo Kiew. Nur wenige Tage vorher muss die Mannschaft von Trainer Lucien Favre also  am „neuen“ Tivoli bestehen. Keine leichte Aufgabe glaubt man den Protagonisten und den eigenen Gesetzen des Pokals. „Sie werden alles in die Waagschale werfen was möglich ist, um zu gewinnen“, sagte Max Eberl. Sein Chef-Coach erwartet neben der hitzigen Atmosphäre auf dem ausverkauften Tivoli eine wahre Hitzeschlacht: „Wir müssen viel trinken. Und wir können nicht im Schatten spielen.“

Gladbachs Innenverteidiger Roel Brouwers nimmt die Aufgabe ebenso ernsthaft wie pragmatisch: „Wir dürfen uns nicht verrückt machen lassen, keine dummen Dinge anstellen, sondern einfach Fußball spielen.“ Wohlwissend, dass der Drittligist neben seinem jungen sowie neu aufgebauten Team auch einiges an Erfahrung mitbringt. Allen voran dürfte der ehemalige Borusse Sascha Rösler bis in die Haarspitzen motiviert sein. „Sie haben mit ihm und Albert Streit zwei erfahrene Spieler dabei, die das Team entsprechend heißmachen. Das erwartet man von Rösler – wir müssen gewappnet sein“, sprach Manager Eberl durchaus respektvoll über den Haudegen.

Gewappnet sein dürfte das Stichwort für die Fohlen sein. Hitze, Tivoli-Pokal-Atmosphäre und Dynamo Kiew im Kopf – das Pokalderby wird alles Andere als ein Selbstläufer sein.

So könnten sie spielen:

Ter Stegen

Jantschke – Stranzl – Dominguez – Daems

Nordtveit – Xhaka

Herrmann – de Camargo – Arango

de Jong

 

 

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veröffentlicht von Björn Brodermanns am 17. August
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