Ein beeindruckender Pokalabend mit bedeutendem Schönheitsfehler

Es war eine beeindruckende Pokalschlacht gestern Abend im Borussia-Park. Großer Sport, große Leidenschaft und ein Meer an Emotionen. Am Ende des Abends stand ein glücklicher Sieger fest und das in einem Spiel, das keinen Verlierer verdient hatte. Die Gladbacher Borussia scheiterte zum wiederholten Mal in einem Pokal-Halbfinale und hat dennoch allen Grund den Kopf oben zu halten …http://www.nach-dem-spiel-ist-vor-dem-spiel.com/wp-includes/js/tinymce/plugins/wordpress/img/trans.gif

Das, was sich während der 120 Spielminuten auf dem Rasen des mit 54.049 Zuschauern restlos ausverkauften Borussia-Parks zutrug, darf durchaus als „großer Sport“ bezeichnet werden. Sowohl der „große“ FC Bayern als auch die in diesem Jahr so brillant auftretende Elf vom Niederrhein, zeigten über die gesamte Spielzeit Fußball auf ganz hohem Niveau. Auf der einen Seite die Bayern mit ihrem klasse Spiel über die Außen, auf der anderen die Gladbacher mit ihrem perfekten Defensivspiel und schnell vorgetragenen Kontern.

Dass die Bayern nicht wie in den vergangenen 3 Pflichtspielen, als man jeweils hohe Siege einfahren konnte, derart zur Geltung kamen, war vor allem den beiden Außenverteidigern auf Gladbacher Seite geschuldet. Der Belgier Filip Daems und Rechtsverteidiger Tony Jantschke hatten das Welklasseduo Ribery/Robben beinahe völlig unter Kontrolle. Beide waren zuvor maßgeblich für die Siege gegen Hoffenheim, Basel sowie Berlin verantwortlich.

Gladbach eine Spitzenmannschaft

Die Borussia war an diesem Abend würdig das Prädikat Spitzenmannschaft zu tragen. Großer Kampf, eine Menge Leidenschaft und ein im Kollektiv starker Auftritt sorgten für einen spannenden Pokalkampf auf aller höchstem Niveau. Gladbach hat gezeigt auf eben diesem Niveau mithalten und große Spiele bestehen zu können. Immerhin haben die Fohlen gegen einen Mitfavoriten auf den Gewinn des Champions-League-Titels mehr als gut mitgehalten und gegen diesen, so ganz nebenbei, in 3 Aufeinandertreffen nicht verloren. So wird sich die Borussia möglicherweise am Ende der Spielzeit spielerisch verdientermaßen für die Königsklasse qualifizieren.

Flutlicht, Spannung und große Emotionen – ein derartig fesselndes Spiel konnte man im Borussia-Park, wenn überhaupt, bislang selten erleben. Das Stadion bebte förmlich über die 120 Minuten, sämtliche Sitzplätze wurden zeitweise zu Stehplätzen mit klatschenden sowie singenden Zuschauern. Der Borussia-Park ein einziger Hexenkessel mit erhöhtem Gänsehautfaktor.

Dante kein Matthäus

Die tragische Figur des Abends und dennoch zu unrecht von Teilen der Presse in Misskredit gebracht - Dante (Fotos: jdp-fotos.com)

Dass es am Ende trotz aller Bemühungen der Mannschaft und trotz aller Leidenschaft der Fans nicht zum Einzug ins Pokalfinale reichte, war letzten Endes einer tragischen Geschichte und einer großen Portion Pech zu zuschreiben. Dante, ausgerechnet jener Dante, der die Borussia wohl in Richtung München verlassen wird, verschoss seinen Elfmeter im Elfmeterschießen.

Ein Schuss in den Himmel von Mönchengladbach, der Historiker auf den Plan ruft. Ähnlich erging es einem gewissen Lothar Matthäus im Finale 1984 – ebenfalls gegen die Bayern. Bekanntlich wechselte jener Lothar M. im Anschluss zu den Münchenern. Und dennoch: Dante ist nicht Matthäus. Der Brasilianer zeigte über 120 Minuten eine Wahnsinnsleistung und gewann gefühlte 100 % seiner Zweikämpfe.

Dass der sichtlich betroffene Dante den Ball in den Gladbacher Himmel schoss, wird wohl kaum dem kommenden Wechsel zu den Bayern geschuldet sein. Eine Mischung aus psychischer Angespanntheit, der Frage „was passiert wenn???“,  und der Dante-liken Schusshaltung werden die wahren Gründe für den Fehlschuss sein.

Der Innenverteidiger hätte selbstverständlich niemals zum Elfmeter antreten dürfen  zum einen aus Gründen der Schusstechnik Dantes und zum anderen aus Selbstschutz aufgrund der derzeitigen Gerüchte. Den Punkt Selbstschutz konnte man vor dem Elfmeter im Gesicht des Bayernmanagers Nerlinger ablesen: Ein Blick in dessen verdutztes Gesicht genügte um zu sehen, das er Dante hätte nicht schießen lassen …

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veröffentlicht von Björn Brodermanns am 22. März
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