Ein Glücksfall für Borussia

Während die Medienlandschaft sowie der Großteil der Anhängerschaft über die „Initiative Borussia“ und deren Zugpferd Stefan Effenberg diskutiert, geht das eigentlich wichtige völlig unter. Der Sport, Borussias Abstiegskampf. Noch drei Endspiele gilt es zu bestreiten, der Trend der Borussia zeigt klar nach oben…

 

 

Ein Glücksfall für Borussia – Stefan Effenberg ? Vielleicht. Die „Initiative“ ?  Eventuell. Der eigentliche Glücksfall Borussias trägt den Namen Favre. Lucien Favre. Seit der Schweizer die Verantwortung für die Elf vom Niederrhein übernommen hat, geht es, trotz einiger nicht zu vermeidenden Rückschläge, Stück für Stück bergauf.

 

Eine Handschrift des Trainers ist klar zu erkennen, die Mannschaft wesentlich kompakter und teilweise wie ausgewechselt.  Favre zeigt klare Struktur in seiner Arbeit, gibt klare Vorgaben, ist ruhig und fordernd zugleich. Man sieht ihn auch schon mal mit einer improvisierten Taktiktafel auf dem Trainingsplatz, samt allen Spielern um sich versammelt und zuhörend wie kleine Kinder in der Märchenstunde. Es sind aber keine Märchen die „Onkel Lucien“ da erzählt – die Spieler scheinen mittlerweile genau zu verstehen was Favre von Ihnen will. Intelligent verteidigen, kämpfen, jeder für den anderen und schnell nach vorne kombinieren. Teilweise sieht das schon ganz gut aus. Jedenfalls nicht nach einem designierten Absteiger.

Wäre Favre bereits zur Winterpause als neuer Coach installiert worden – niemand müsste wohl noch dem Abstieg bange sein. Wahrscheinlich. Hätte, wäre, wenn, müsste – die wirkliche Geschichte ist bekannt. Favre hat jetzt das Ruder in der Hand. Gut so. Ein wirklicher Glücksfall für die Borussia.

 

Eine Zukunft mit Favre?

 

Lucien Favre hat am Borussia-Park noch einen Vertrag bis zum 30.Juni 2013, gültig auch im Falle eines Abstiegs. Gladbach hat also bis 2013 einen Trainer von – überspitzt- europäischem Niveau. Die gesamte Fußballfachwelt in Deutschland sowie dem benachbarten Ausland lobt den Schweitzer in den höchsten Tönen. Nicht zuletzt die ehemalige „Fohlenikone“ Günter Netzer.

Was wird mit Favre nach der Jahreshauptversammlung ende Mai? Im Falle eines Wahlsieges der „Initiative Borussia“ steht dies noch in den Sternen. Wenn es denn so kommt – eine Wachablösung gilt derzeit noch als eher unwahrscheinlich, eine Zweidrittelmehrheit wird die „Initiative“ wohl kaum erreichen. Auch nicht mit dem „Tiger im Tank“.

 

Überlegenswert:  Favre als Sportdirektor/Trainer in Doppelfunktion, sollte der von vielen Seiten kritisierte Sportdirektor Max Eberl abgelöst werden. Der Schweizer als starker Mann im sportlichen Bereich, allein verantwortlich und messbar. Dazu müsste natürlich ein Umdenken in der Führungsetage stattfinden, sollte die derzeitige Führung auch nach der kommenden Jahreshauptversammlung im Amt bleiben. Präsident Rolf Königs müsste dazu zwingend seine „Finger“ aus dem operativen, sportlichen Geschäft rauslassen. Es gilt abzuwarten was bis Ende Mai rund um den Borussia-Park passiert. Eine wirklich erfolgs- und zukunftsorientierte  Variante wäre es allemal – Favre als Teammanager, Sportdirektor und Trainer in Personalunion.

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veröffentlicht von Björn Brodermanns am 28. April
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