Ein Remis, 40 Punkte, neuer Druck und neue Ziele

Borussia Mönchengladbach holte im Auswärtsspiel beim VfL Wolfsburg ein Remis. Ein Punkt. Der letzte und entscheidende Zähler zum Erreichen des Saisonziels „Nichtabstieg“. Während die Mannschaft diesen Punkt in der vergangenen Spielzeit mit Kusshand genommen hätte, überwiegt plötzlich eher der Frust. Eine gefährliche Entwicklung?http://www.nach-dem-spiel-ist-vor-dem-spiel.com/wp-includes/js/tinymce/plugins/wordpress/img/trans.gif

Die Borussia holt einen wichtigen Punkt in Wolfsburg und nahezu sämtliche Protagonisten zeigen sich enttäuscht ob des Ergebnisses. Mike Hanke äußerte sich im Sky-Interview gar erst zu dem Spiel, als ihm das Resultat der Schalker gegen Mainz 05 zugetragen wurde. Dies alles sind klare Zeichen für eine zumindest mannschaftsinterne, gesteigerte Erwartungshaltung. Selbst die Presse zeigte sich aufgrund des „mageren Pünktchens“ besorgt um den Vfl: „War dieses Remis nicht ein herber Rückschlag?“ Diese Frage stellte man allen Ernstes Lucien Favre, dem Trainer der Borussia. Dieser antworte ebenso verdutzt wie klar: „Sind Sie verrückt?!“

Das Spiel der Elf vom Niederrhein war in den vorangegangenen 90 Minuten keinesfalls eines der Glanzpunkte in dieser so wunderbar verlaufenden Saison. Um das Spiel gegen die Wölfe richtig einzuordnen, bedarf es mehr als ein nüchterner und oberflächiger Blick auf die Geschehnisse. Dieses 0:0 war verdient – für beide Seiten.

Die Borussia kam nicht zur Entfaltung

Dass die Mannschaft von Trainer Lucien Favre nicht ganz so wie gewohnt zur Geltung kam, war in keinem Falle einer schlechten eigenen Leistung geschuldet. Viel mehr wusste der VfL Wolfsburg zu gefallen und zeigte sich zur vergangenen Rückrunde wesentlich verbessert. Deren Trainer Felix Magath scheint es binnen kürzester Zeit gelungen zu sein, aus den vielen neuen Charakteren ein durchaus funktionierendes Mannschaftsgebilde zu schaffen.

Die Wölfe zeigten sich unheimlich kompakt und kopierten zeitweise das System der Gladbacher, mit zwei Viererketten, nahezu perfekt. Hinzu kam die Tatsache das Gladbachs Zentrale in Person der beiden „6er“ nicht den besten Tag erwischte. Havard Nordtveit sowie insbesondere Roman Neustädter agierten zeitweise recht planlos umher und zeigten ein teilweise erschreckend schwaches Passspiel, welches Borussias Defensive ein ums andere Mal in schwierige Situationen brachte. Gladbachs zentrales Mittelfeld fand zeitweise, vor allem im zweiten Durchgang, schlichtweg nicht statt.

Reus gönnte sich einen Aussetzer

Und noch jemand fiel leistungstechnisch an diesem Spieltag ab: Marco Reus. Borussias Dreh- und Angelpunkt erwischte einen schwarzen Tag. Seine Pässe fanden selten ihr Ziel, Laufwege waren für ihn unüberwindbar verschlossen und vor dem Tor patzte der sonst so sichere Reus auf kuriose Art und Weise. Frei vor dem Tor wollte er den Ball mit dem Außenrist an Wölfe-Torhüter Benaglio vorbei ins Eck schnibbeln. Ein Pass auf den besser postierten und von Reus nicht gesehenen Hanke, hätte das 1:0 bedeutet, was in der 1.Halbzeit vom Schiedsrichter fälschlicherweise aberkannt wurde. Nach herrlichem Pass von Havard Nordtveit hatte Borussias Nummer 19 regulär zum 1:0 eingenetzt.

Eine neue Situation

Nun hat die Elf vom Niederrhein bereits 40 Punkte auf dem Konto und damit das Ziel „Nichtabstieg“ bereits nach 20 (!!!) Spieltagen erreicht. Wer jetzt denkt, dass von nun an alles einfacher wird, der irrt. In den Köpfen der Spieler hat sich bereits in den vergangenen Wochen eine neue Erwartungshaltung manifestiert, eine Erwartungshaltung, die sowohl noch einmal „pushen“, als auch lähmen kann.

Das bislang so hervorragend praktizierte „Von Spiel zu Spiel denken“, dürfte nun vorbei sein – zumindest vom Kopf her. Längst denken die Spieler an andere Ziele, was von nun an einen neuen, sowie eine andere Art von Druck erzeugt. Wie die Gladbacher mit diesem neuen sowie selbst auferlegten Druck zurecht kommen, werden die beiden kommenden Spiele im Pokal bei Hertha BSC Berlin und gegen Schalke im heimischen Borussia-Park zeigen.

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veröffentlicht von Björn Brodermanns am 06. Februar
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