Ein Remis das beruhigt aber auch nachdenklich stimmt

Borussia Mönchengladbach spielte gegen den VFB „nur“ Remis, zeigte nicht den Fußball den sich Trainer Favre erhofft und dennoch: Es war ein Remis das durchaus beruhigte – trotz bekannter Schwächen…

 

 

Als Referee Manuel Gräfe das Spiel abpfiff waren die Gefühle zunächst geteilt. Ein Punkt gewonnen oder zwei verloren? Im Nachhinein muss man klar sagen: Mund abwischen, an Wolfsburg denken – das Remis geht völlig in Ordnung. Es war nicht das Gelbe vom Ei, es war nicht das beste Spiel unter Lucien Favre. Dennoch: Es ist beruhigend zu wissen das diese Mannschaft so gefestigt ist, dass sie bei Problemen nicht auseinander fällt und sich nicht aus der Ruhe bringen lässt.

 

Als Lucien Favres Jungs merkten das ihr Spiel nicht wie gewünscht durchzubringen ist, spielten sie relativ unaufgeregt ihren Stiefel runter. Nahezu ohne Nervosität verteidigte man gegen die starken Schwaben und versuchte immer wieder das eigene Spiel zu forcieren – was an diesem Abend leider nicht allzu oft klappte. Borussias Spiel stockte immer wieder im Aufbau, da vor allem durch die Mitte gespielt wurde – dort wo der VFB glänzend und in Überzahl agierte. Einzig Marco Reus machte das einzig Richtige, als er sich immer wieder unmittelbar an der Außenlinie anbot. Leider oft von seinen Mitspielern unbeachtet oder von den Stuttgartern exzellent abgeschirmt.

 

Coach Lucien Favre war mit dem Ergebnis zufrieden, nicht aber mit der Art und Weise des Spiels seiner Mannschaft. Richtig so, nur so kann man sich weiter entwickeln. Stichwort Weiterentwicklung: Das Spiel gegen den VFB zeigte ganz klar die Schwächen in Borussias Kader auf. Seit Monaten offensichtlich: Es fehlt an einer ordnenden Hand bzw. ordnende Füße im defensiven Mittelfeld. Weder Havard Nordtveit noch Roman Neustädter sind derzeit in der Lage die Fäden geordnet in die Hände zu nehmen – dort drückt der Schuh des VFL am meisten. Vor allem: Was passiert wenn einer der beiden ausfällt? Thorben Marx kann wohl kaum die Alternative sein.

 

Ebenfalls auffällig: Der VFL hat ein Stürmerproblem wenn de Camargo (wie so oft) ausfällt. Raul Bobadilla scheint in seiner Abwesenheit nichts dazu gelernt zu haben – augenscheinlich wie immer kämpferisch, näher betrachtet wie immer kopflos. Als Beobachter fragt man sich weshalb der Argentinier meist in den Gegner rein rauscht als gezielt auf den Ball zu gehen. Die gelbe Karte – wie so oft überflüssig wie ein Kropf. Raul Bobadilla spielte ohne Anbindung an das Spiel seiner Mannschaft, wirkte isoliert und lustlos. So wird „der Bulle“ seine Chance ins Team zu kommen nicht nutzen können um wie erhofft doch noch einzuschlagen. Bleibt zu hoffen das ein Joshua King das hält, was man sich von ihm verspricht oder sich der Australier Matthew Leckie weiter so entwickelt wie bisher – sein Kurzauftitt gegen den VFB machte jedenfalls Lust auf mehr.

 

Wie ist also nun der Stand der Dinge? Der VFL steht nach den ersten beiden Spielen gegen prominente, starke Gegner mit 4 Punkten richtig gut da und ist seit nun mehr saisonübergreifend 9 Pflichtspielen unbesiegt. Sollte man am kommenden Freitag zu Hause gegen den VFL Wolfsburg nachlegen können, hätte man einen richtig starken Auftakt hingelegt und wäre zunächst mal weit genug von den Abstiegsrängen entfernt um mal so richtig befreit aufspielen zu können – ohne Druck.

 

 

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veröffentlicht von Björn Brodermanns am 15. August
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