Ein Sieg der Geduld

Borussia Mönchengladbach gewinnt zum dritten Mal in Folge – zum dritten Mal „zu null“ – und hat nun, zumindest was den Relegationsplatz angeht, alles selbst in der Hand. Ein Sieg des Willens, ein Sieg des „Teams“ – das 2:0 gegen die Breisgauer war so nicht zu erwarten…

 

 

Darf oder kann ein Absteiger zum Ende der Saison 3 Spiele hintereinander gewinnen? Absolut verdient und darüberhinaus auch noch „zu null“ ? Eine Antwort darauf wird die Borussia am kommenden Samstag beim letzten Spiel der Saison in Hamburg geben. Gelingt der Elf vom Niederrhein dort der vierte Sieg in folge, hat sie zumindest den Relegationsplatz sicher.

 

Klarer Sieger der „Nervenschlacht“

 

Gegen starke Breisgauer entwickelte sich das, im Vorfeld befürchtete, komplizierte Spiel. Freiburg, das obwohl es für sie um nichts mehr ging, spielte mit und wollte die 3 Punkte unbedingt aus dem Borussia-Park entführen. Die Borussia musste unbedingt, Freiburg wollte gewinnen. Ein Spiel zweier Mannschaften mit ähnlicher Spielweise – hinten intelligent verteidigen, gegen den Ball arbeiten und schnelle Konter setzen. Die Tatsache das Freiburg völlig anders spielt als die zuletzt bezwungenen Dortmunder und Hannover 96, schmeckte den Borussen zunächst überhaupt nicht. Freiburg war insbesondere in der ersten Spielhälfte die bessere Mannschaft, hatte mehr Ballbesitz und bessere Aktion. Der VFL agierte viel zu passiv und verlor durch Fehlpässe zu oft die Bälle im Mittelfeld.

 

Das die Mannschaft von Trainer Lucien Favre dennoch verdientermaßen das Spiel gewann, ist mit den neuen Tugenden unter der Regie des Schweizers zu begründen. Die Mannschaft kämpfte, verteidigte intelligent und erhöhte mit zunehmender Spieldauer den Druck auf den Gegner. Taktikfuchs Favre variierte 2, 3 Mal während des Spiels das taktische System um die Freiburger zu locken, um so Lücken in deren kompaktes Gebilde zu reißen. Man hatte das Gefühl Favre sei ein aktives Mitglied der Mannschaft – ein schönes Bild, vor allem aber ein erfolgreiches.

 

Mit kühlem Kopf und heißem Herzen

 

Das 1:0 in der 80. Spielminute durch das erste Tor Hankes für die Borussia, war die Belohnung für die Mühen, für das dauernde Anrennen und vor allem für das geduldige und nicht kopflose Spiel – trotz der prekären Tabellensituation. Die Ruhe, ein Lohn Favres – der Schweizer war über 90 Minuten in seiner Coachingzone präsent, redete viel mit seinen Spielern, nahm Einfluss und mahnte seine Schützlinge immer wieder zu Geduld und Gelassenheit, wohl wissend das irgendwann die Chance zum Tor kommt. Sie kam und wurde eiskalt genutzt. Das 2:0 war die Krönung eines taktisch klasse geführten Spiels, kombiniert mit viel Leidenschaft und Herz. Jene Leidenschaft die an diesem sonnigen Nachmittag ca. 49.000 Zuschauer in ungeahnte Euphorie versetzte – der Borussia-Park bebte, Sitzplätze waren Mangelware. Man stand und steht zur Borussia. Im wahrsten Sinne des Wortes.

 

Alles in der eigenen Hand

 

Die Borussia hat es nun tatsächlich, einen Spieltag vor Saisonende, geschafft auf den Relegationsplatz zu klettern. Mit Arbeit, Fleiß, taktischem Geschick und absolutem Willen. Nun hat man am letzten Spieltag alles selbst in der Hand, zumindest was den Relegationsplatz betrifft. Sogar der direkte Nichtabstieg ist in Hamburg realisierbar. Die Voraussetzung dazu ist ein Sieg beim Hamburger SV und maximal ein Unentschieden der Wolfsburger in Hoffenheim.

 

Am besten folgt die Borussia dem Credo der letzten Wochen – raus gehen, spielen, kämpfen, Geduld zeigen, gewinnen und dann schauen was die Konkurrenz so treibt. Hoffentlich mit dem bestmöglichen Ende für den VFL…

 

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veröffentlicht von Björn Brodermanns am 08. Mai
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