Einzelkritik: 4:2-Sieg gegen Griechenland – Sami Khedira und Marco Reus die Matchwinner, Özil der Lenker

Die DFB-Elf steht im Halbfinale. Der 4:2-Sieg gegen Griechenland war hochverdient und fußballerisch trotz aller Mauerkünste der Helenen hervorragend herausgespielt. Neben einem unglaublich stark aufspielenden Sami Khedira konnte vor allem der Noch-Gladbacher Marco Reus auf sich aufmerksam machen. Nun warten im Halbfinale die Engländer oder Italien auf die deutsche Elf…

Manuel Neuer: Wurde nicht gefordert – beim Gegentor war er chancenlos. Spielte wie immer sehr gut mit und wurde sogar einmal an der Mittellinie gesichtet. Note: 2

Philip Lahm: Der Kapitän machte eine ganz starke Partie. In der Defensive ohne Fehl- und Tadel – vorne mit einigen Aktionen. Ganz stark sein 1:0, als er wie so oft nach innen zog und trocken abzog. Der Dosenöffner im deutschen Spiel. Note: 2

Holger Badstuber: Beim 1:1 der Griechen unglücklich mit von der Partie – ansonsten konzentriert und umsichtig. Der Bayer wurde wie die gesamte Defensive kaum gefordert. Note: 2-

Mats Hummels: Die Entdeckung der EM wie immer mit Auge und Präzision in seinen Aktionen. Wenn er gefordert wurde, stelle er seinen Gegenspieler meist ohne das der überhaupt eine Chance hatte an den Ball zu kommen. Zudem zog es den Dortmunder immer wieder auch in die Offensive, was Lücken für seine Mitspieler zieht. Note: 2

Jerome Boateng: Das Gegentor ging klar auf seine Kappe, da er einen Schritt hinter Samaras war und dementsprechend zu spät kam. Entschuldigend ist zu sagen, dass der eigentliche Fehler in der Offensive stattfand und die Aktion schwer zu verteidigen war. War das Lisa-Gina-Plakat im deutschen Block schuld? Man weiß es nicht. Im Prinzip ein typischer Boateng-Bayern-Bock. Am Ende unterlief ihm noch ein blödes Handspiel, das zum Elfmeter führte. Positiv: Er bereitete das 2:1 durch Khedira per Flanke vor. Note: 3-

Sami Khedira: Wieder eine ganz, ganz starke Partie des Madrilenen. Er ist der Anführer auf dem Platz, er ist der Leader. Khedira ist konsequent in den Zweikämpfen und unheimlich passsicher, zudem gelang ihm sechs Minuten nach dem Ausgleich ein sehenswerter Volleytreffer um 2:1. Der Mittelfeldspieler von Real Madrid ist in der aktuellen Form der wohl wichtigste Baustein des Erfolgs und nicht mehr wegzudenken. Note: 1

Bastian Schweinsteiger: Was war nur los mit „Schweini“? Läuferisch stark, spielerisch teilweise eine Katastrophe. So viele Fehlpässe in einem Spiel sieht man von Schweinsteiger selten. Dennoch ein Beispiel an Lauf- und Kampfbereitschaft. Note 3+

Mesut Özil: Der Madrilene ist auf dem Rasen zwar nicht explodiert, zeigte sich jedoch stark verbessert. Diesmal war er der unbändige Spielmacher seiner Elf und bereitete zwei Treffer mustergültig vor. Beinahe jeder Angriff ging über Özil, der auch trotz des Bollwerks der Griechen fast immer eine Lösung parat hatte. Note: 2+

André Schürrle: Belebte das Spiel auf der linken Seite merklich. Im Gegensatz zu Podolskis Auftritten während der ersten drei Partien, bot der Leverkusener eine hohe Geschwindigkeit und einen ordentlichen Zug zum Tor. Mit etwas Glück hätte es sogar zu einem Tor reichen können. In einigen Situationen war Schürrle leider zu überhastet und wohl übermotiviert. Note: 2-

Marco Reus: Die Entdeckung der Partie. Der Noch-Gladbacher spielte seine Gegenspieler teilweise schwindelig und leitete immer wieder gefährliche Angriffe ein. Gegenüber dem statisch wirkenden Thomas Müller war Reus unheimlich beweglich und auf das gegnerische Tor fokussiert. Jede seiner Aktionen fand zudem bei gefühlten 300 km/h statt. Das sehenswerte 4:1 war die Krönung einer hervorragenden Partie. Marco Reus – Einsatz im Halbfinale ist wohl gebucht. Note: 1

Miroslav Klose: Der Lazio-Stürmer zeigte von Anfang an, was ihn ausmacht: Kampf, Leidenschaft, und mannschaftsdienliches Mitspiel. Klose ging weite Wege und war ständig anspielbar –ohne dabei zunächst allzu gefährlich zu sein. Das Tor zum 3:1 war ein typisches Klose-Tor: Er setzte sich im Kopfballduell gegen seinen Gegenspieler und den Torhüter durch und köpfte den Ball eiskalt ins Netz. Note 2-

Thomas Müller: Kam in der 67. Spielminute für Schürrle, konnte dem Spiel aber keinen nennenswerten Stempel mehr aufdrücken.

Mario Gomez und Mario Götze: Einwechslung in der 80. Spielminute.

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veröffentlicht von Björn Brodermanns am 22. Juni
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