Erstklassige Mannschaftsleistung

Der Druck war nach dem Sieg der „Wölfe“ beim SV Werder Bremen am Freitag Abend immens. Die Borussia musste unbedingt in Hannover punkten, möglichst 3-fach. Die Leistung der Favre-Schützlinge ist deshalb noch höher zu bewerten als ohnehin schon, denn die Borussia zeigte eine kaum für möglich gehaltene, vor allem aber „erstligareife“ Leistung…

 

Was war das für eine reife Leistung in Hannover. Von Trainer Lucien Favre perfekt eingestellt, zeigte die Mannschaft eine taktisch unglaublich disziplinierte Leistung sowie Leidenschaft. Die Disziplin und Leidenschaft die es braucht um diesem unglaublichen Druck im Abstiegskampf stand zuhalten. Lucien Favre forderte vor dem Spiel ein „intelligentes Spiel“, intelligente Verteidigung – mit Bravour setzte die Mannschaft die Vorgaben ihres „Chefs“ um. Absolut sicher in der Verteidigung, kaum Chancen zugelassen, vor allem aber spielte man intelligent nach vorne.

 

Hannover mit den eigenen „Waffen“ geschlagen

 

Die Spielweise die Lucien Favre seiner Mannschaft seit Wochen eintrichtert und Woche für Woche besser umgesetzt wird, ist die eigentliche „Waffe“ der Hannoveraner. Beim 1:0 Erfolg gegen 96 zeigte die Borussia jene Mittel, die, die Niedersachsen in dieser Spielzeit so stark machten und zum Erreichen eines europäischen Wettbewerb führen wird.

 

Intelligente Verteidigung, gut gegen den Ball arbeiten, hohe Laufbereitschaft im Mittelfeld und vor allem immer wieder gefährliche Nadelstiche setzen. Einzelne Spieler bei dieser starken Mannschaftsleistung herauszuheben – schwierig. Der „Spieler des Spiels“ war die Mannschaft, diese Geschlossenheit. Wenn man jemanden stellvertretend für die Mannschaft erwähnen sollte sind dies Marco Reus und Havard Nordtveit. Marco Reus, weil er ständig „auf Achse“ ist, ständig Bälle fordert, bis zur Erschöpfung kämpft, Angriffe einleitet und vor allem abschließt.

Marco Reus war der mit Abstand torgefährlichste Spieler auf dem Feld. Sein Tor zum 1:0 Marke „Tor des Monats“ – kurz hinter der Mittellinie den Ball an sich genommen, zeigte er seinen Gegnern die Rücklichter und „falsch angezeigte Blinker“. Er tanzte die Hannoveraner aus, war wesentlich schneller und düpierte 96-Schlussmann Ron-Robert Zieler mit einem Knaller aus ca. 20 Metern, an die Unterkante der Latte. Die Chancenverwertung war das einzige was man dem jungen Reus vorwerfen konnte, mehrmals ließ er gute Chancen ungenutzt. Schwamm drüber.

 

Havard Nordt(fight) – neue Stärke im defensiven Mittelfeld

 

Der junge Norweger Havard Nordtveit hat am Borussia-Park mittlerweile einen neuen Namen verdient. Havard Nordtfight wäre da angebracht. Was Nordtveit seit vielen Wochen abliefert, vor allem Gegen den BVB vergangene Woche und insbesondere nun in Hannover, ist großer Sport. Man bedenke – der Junge ist süße 20 Jahre, besitzt aber eine Antizipation wie ein „alter Hase“. War die Position des „6er“ in der Hinrunde noch der Schwachpunkt des VFL, ist dies nunmehr ein wenig das Herz der Mannschaft. In der defensive Bälle und Gegner ablaufen und antizipieren, in der offensive Angriffe kreieren – von Havard Nordt(fight) vor allem gegen Hannover 96 mit absoluter Bravour erledigt. Der junge Norweger ist mittlerweile das Herz, der Taktgeber der Mannschaft.

 

Noch „unterm Strich“

 

Zwei Spieltage vor Schluss ist man noch immer, wie der ehemalige Trainer Michael Frontzeck zu sagen pflegte „unterm Strich“. Noch. Denn trotz des Sieges der Wolfsburger in Bremen, ist  man noch immer in Schlagweite – zumindest auf den Relegationsplatz. „Lediglich“ 2 Punkte trennt den VFL noch von der von Christoph Daum trainierten Eintracht aus Frankfurt. Rechnen ist ist erlaubt, aber eigentlich von Nöten. Gewinnt man beide noch verbleibenden Spiele – zu Hause gegen den SC Freiburg und in Hamburg beim HSV – wird sich alles von selbst regeln. In diesem Falle wäre die Borussia wohl weiterhin erstklassig… wie die Leistung bei Hannover 96.

 

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veröffentlicht von Björn Brodermanns am 30. April
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