Euphorie erlaubt: Borussia 2012/2013 – jung, dynamisch, entwicklungsfähig und erfolgreich?

Gladbachs Sportdirektor Max Eberl gab schon vor Monaten die Marschrichtung der Kaderplanung vor. Qualität wolle man in den Kader bringen. Eine neue, wohl nie zuvor dagewesene Qualität. Wohl wissend, welche Lücken besonders durch die Abgänge von Marco Reus und Dante entstanden sind. Finanziell sind dem Manager endlich einmal nicht die Hände gebunden – eine Tatsache, die das Einkaufen allerdings auch nicht unbedingt einfacher macht…

„Wir müssen unserem Weg treu bleiben“, sagte Eberl vor Beginn der finalen Planungen. Viel Geld will gut angelegt sein. Die Erinnerungen an die Ära Peter Pander ließen vielen Anhängern graue Haare sprießen. Max Eberl macht seinen Job gut. Sehr gut sogar. Seine bisherigen Transferbemühungen lassen keine andere Bewertung zu.

Granit Xhaka, Peniel Mlapa, Branimir Hrgota und Alvaro Dominguez sind allesamt junge, entwicklungsfähige und hochtalentierte Spieler. Borussia geht den Weg der jungen und hungrigen Talente weiter, ohne dabei die Qualität aus dem Auge zu verlieren. Dabei ist es verwunderlich wie lobenswert zugleich, das Spieler der Kategorie Xhaka und vor allem Dominguez den Weg an den Niederrhein finden.

Wer hätte es vor kurzen noch für möglich gehalten einen Innenverteidiger vom Euro-League-Sieger Atletico Madrid loszueisen, der dazu noch im Dunstkreis der spanischen Nationalmannschaft weilt? Rund acht Millionen für Granit Xhaka und etwa acht Millionen für den neuen Abwehrchef Dominguez – Borussia agiert in neuen Sphären und ist eine sehr gute Adresse für junge, entwicklungsfähige Spieler. Ein klarer Verdienst von Max Eberl und Lucien Favre.

Sollte Max Eberl tatsächlich noch Wunschstürmer Luuk de Jong in den Borussia-Park lotsen, wäre es sein Meisterstück. Immerhin soll der Holländer laut Bild kurz vor einem Wechsel zum VFL stehen. Man müsste spätestens dann den Hut vor Eberl ziehen. Der Sportdirektor wird bald seine Sommervorarbeit getan haben. Dann ist Lucien Favre gefragt. Ab dem kommenden Montag, dem Trainingsauftakt der Fohlen, muss er eine neue Mannschaft formieren. Eine Mannschaft, die in nur sechs Wochen bereits in die Vollen zu gehen in der Lage ist. Dann wartet auf die Borussia eine historische Chance.

Das erste Europapokalspiel seit 16 Jahren wird der Schlüssel zur Champions-League. Die Playoffs vor Augen, die Liga im Kopf – es kommt eine Menge zu auf Gladbachs junge Truppe. Man sollte die Aufgaben „Spiel für Spiel“ angehen und der Mannschaft nicht zu viel Bürde aufzwingen. Euphorie ist erlaubt am Niederrhein, sogar erwünscht – eine überzogene Erwartungshaltung sollte allerdings „draußen bleiben“.

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veröffentlicht von Björn Brodermanns am 28. Juni
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