Falls es noch eines Beweis bedurft hätte, …

… dass Gladbach eine Spitzenmannschaft ist, dann war es dieses Spiel. Mit diesen Worten adelte BVB-Coach Jürgen Klopp die Elf vom Niederrhein. Eine gewagte These. Eine These, die von VFL-Trainer Lucien Favre flugs heruntergespielt wurde. Dennoch ist auch dem Schweizer durchaus bewusst, das jeder einzelne der bislang eingefahrenen 30 Punkte redlich verdient ist und seine Borussia völlig zurecht „oben steht“. Mönchengladbach ein Spitzenteam. Das Spiel gegen Dortmund ein Beweis dafür? Vielleicht, möglicherweise. Ganz bestimmt aber war es der klare Beweis dafür, dass wirklich nicht alles Reus ist, was bei Borussia glänzt

Zugegeben, der VFL brauchte einige Zeit um sich auf das Spiel ohne Marco Reus einzustellen, auch auf Grund des brachial vorgetragenen Pressings der Dortmunder. Während der 90 Minuten war der aktuelle deutsche Meister in allen Belangen die reifere und abgeklärte Mannschaft – dass der VFL aber nach dem 0:1 nicht das 0:2 kassierte, den Kopf nicht in den Sand steckte und dem Gegner sein Spiel aufzwang, ist eine Tatsache, welche die Mannschaft von Lucien Favre zu einem Team mit Spitzenformat reifen lässt. Jürgen Klopp erkannte nach dem Spiel an: „Gladbach ist einfach schwer zu spielen.“, denn „Die ziehen ihr Ding einfach durch.“

Das eigene Spiel forciert und durchgesetzt. Wieder „nur“ ein Gegentor kassiert und dem deutschen Meister auf hohem Niveau erfolgreich Paroli geboten. Der VFL gehört da hin, wo er steht – oben in der Tabelle – und ist nicht abhängig von Marco Reus. Eine Erkenntnis, die den Jungnationalspieler entlasten und der Mannschaft einen weiteren Schub nach vorne geben wird. Am Samstag wurde das Fehlen des vermeintlichen Stars, den man freilich nicht in voller Gänze ersetzen kann, mannschaftlich geschlossen kompensiert. Gladbach besitzt eine Achse. Eine richtig starke, in der sogar Ausfälle zu verschmerzen sind.

Borussia gegen den BVB – ein hart umkämpftes Spitzenspiel auf Augenhöhe (Fotos: jdp-fotos.de)

Gegen den BVB zeigte sich bereits Dante, zusätzlich zum „11. Feldspieler“ ter Stegen, als zentraler Spielgestalter von hinten heraus. So entstand das 1:1 der Borussia durch Mike Hanke. Dantes Pass aus der Tiefe heraus war der eigentliche „Dosenöffner“ für eine herrliche Ballstafette. Hätten sich die Fohlen mehrere solcher Szenen erspielt, wäre vielleicht gar ein Sieg herausgesprungen. Lucien Favre jedenfalls war nicht gänzlich zufrieden und sah den BVB zumindest im spielerischen Bereich besser – ein gerechtes Unentschieden also.

Vor etwas mehr als einer Woche antwortete der Schweizer noch auf die Frage, was Borussia zu einer Spitzenmannschaft fehlt: „Schlecht spielen und gewinnen.“ Im Spitzenspiel gegen den deutschen Meister hat der VFL zumindest nicht geglänzt, jedoch auf sehr hohem Niveau ein Unentschieden erkämpft. Man steigert sich also, nähert sich der Favre-Theorie eines Spitzenteams und gilt so in der Rückrunde als heißer Europapokal-Kandidat – nicht nur bei Jogi Löw, Jürgen Klopp, Uli Hoeneß und Co.

 

 

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veröffentlicht von Björn Brodermanns am 05. Dezember
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