Favres Vertragsverlängerung: Eberl muss überzeugen

Die „Sport-Bild“ sowie „Spiegel-Online“ schreiben von einem Geheimplan der Borussia. Der „Geheimplan“, der nun nicht mehr so „geheim“ ist, sieht vor, dass Sportdirektor Max Eberl zur kommenden Saison einen sportlichen Neuanfang ohne Trainer Lucien Favre plant. Die Zukunft verspricht hingegen möglicherweise etwas ganz anderes …

Markus Babbel soll der starke neue Trainer werden am Niederrhein. So besagt es jedenfalls der „Geheimplan“ der oben beschriebenen Medien. Laut dem Web-Magazin Fohlen-Hautnah sieht der Plan des VFL indes ganz anders aus. In den nächsten Wochen werden sich Sportdirektor Max Eberl sowie Vize-Präsident Rainer Bonhof eingehend über die Zukunft Lucien Favres bei der Borussia unterhalten.

Borussia Mönchengladbach ist gewillt langfristig mit dem Schweizer zu arbeiten und dementsprechend den Vertrag über den 30.06.2013 hinaus zu verlängern. Die Mission dürfte allerdings nicht allzu leicht fallen. Immerhin besteht für den Romand die spekulative aber gleichermaßen absolut denkbare Möglichkeit, Jupp Heynckes im Sommer 2013 als Bayern-Coach zu beerben.

Max Eberl wird Zugeständnisse machen müssen

Lucien Favre wird genau abwägen, was für ihn persönlich der richtige Schritt für die Zukunft ist. Der Schweizer zählt im taktischen Bereich zweifellos zu den besten Trainern der Welt. Er versteht es eine Mannschaft zu entwickeln, ihr seine Philosophie zu vermitteln und so voran zu bringen. Ein Fußballlehrer im klassischen Sinne. Und dennoch ist ihm die große Trainerkarriere bislang verwehrt geblieben. Borussia und Trainer Lucien Favre – beide stehen also am Scheideweg.

Dieser Weg kann gemeinsam gegangen werden. Eine Vertragsverlängerung des Schweizers ist ebenso vorstellbar wie die Möglichkeit einer sportlich rosigen Zukunft des VFL. Doch dazu muss der gesamte Verein, muss Sportdirektor Max Eberl zu Zugeständnissen bereit sein. Lucien Favre wird mehr „Macht“ als bislang verlangen, mehr Mitspracherecht und allem aber wird er ein Ende der Verkäufe von Leistungsträgern fordern.

Marco Reus muss der letzte Abgang dieser Art für Borussia Mönchengladbach sein, denn der Romand wird sich nicht mehr mit Mittelmaß zufriedengeben. Max Eberl muss die Möglichkeiten garantieren, eine Mannschaft aufzubauen, die sowohl kurz wie auch langfristig um die europäischen Plätze mitspielen kann. Jung, voller Talente, dynamisch mit einigen festen Größen – anders wird Lucien Favre nicht zu halten sein.

17,1 Mio. Ablöse für Marco Reus und höhere Einnahmen als in den Jahren zuvor: Eberl muss reinvestieren. In Beine. In schnelle Beine mit fußballerisch intelligenten Köpfen. Können die Vereinsbosse dem Schweizer Coach das bieten? Für die Borussia wäre es wünschenswert, denn nur so wird der Verein den nächsten Schritt gehen können und sich weiterentwickeln.

Der Verlust des Trainers wäre verheerend und könnte buchstäblich in der fußballerischen Steinzeit enden. Ein Verbleib des Schweizers würde indes für den Aufbruch des schlafenden Riesen Borussia in eine sportlich erfolgreiche sowie nachhaltige Zukunft stehen und eine beispiellose Euphorie entfachen.

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veröffentlicht von Björn Brodermanns am 11. Januar
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