Gegen den HSV geht das Sportliche beinahe unter

Borussia Mönchengladbach holt zu Hause gegen den Hamburger SV einen Punkt und zeigt nach dem Gastspiel beim 1. FC Kaiserslautern vor einer Woche, erneut eine dürftige Partie. Ohnehin gerieten die sportlichen Aspekte sowie das Spielerische in den Hintergrund. Derzeit stehen scheinbar ganz andere Themen im Fokus …http://www.nach-dem-spiel-ist-vor-dem-spiel.com/wp-includes/js/tinymce/plugins/wordpress/img/trans.gif

Nein, das Spiel gegen den HSV war kein Augenschmaus. Die Borussia bemühte sich auf der einen Seite den Hamburgern „ihr“ Spiel aufzudrängen und versuchte sich immer wieder im sonst so glanzvollen Kombinationsfußball. Auf der Anderen stand aber ein Gegner, der ein profanes Mittel dagegen einsetzte. Mit starkem Pressing, insbesondere in der zweiten Spielhälfte, grenzten die Jungs von Trainer Thorsten Fink die Kreise der Borussia derart ein, das diese kaum noch gefährliche Akzente setzen konnten.

Zudem zeigte sich der VfL ungewöhnlich verhalten, geradezu passiv. Augenscheinlich kam die Offensive der Elf vom Niederrhein mit den Umstellungen, aufgrund der Verletzung Patrick Herrmanns, nicht zurecht. Marco Reus zurückversetzt auf die rechte Mittelfeldposition, dafür Igor de Camargo in vorderster Front – eine Rechnung, die nicht lohnend aufging. Während sich der junge Nationalspieler mühte Akzente zu setzen, war der Belgier geradezu ein Totalausfall.

Belgischer Fremdkörper

Der belgische Nationalspieler wirkte im Spiel nach vorne wie ein Fremdkörper. Während der Ball sonst über viele Stationen flüssig lief, war bei de Camargo Endstation, sofern er überhaupt gefunden wurde. 38 Ballkontakte und eine Torchance – sein Zeugnis nach 79 Spielminuten. Zu wenig. Viel zu wenig. Der Belgier, der trotz vieler Verletzungen immer wieder seine Tore erzielt, scheint wenig bis überhaupt nicht in das so straffe System Lucien Favres zu passen.

Doch es war in keinster Weise de Camargo geschuldet, das Borussias Spiel erneut nicht zur Geltung kam. Das gesamte Mannschaftsgefüge präsentierte sich zu passiv und zeigte spielerisch einfach viel zu wenig. Vorne fehlte dem letzten Pass in die Spitze jegliche Präzision, während leichte Ballverluste im Mittelfeld den Hamburgern immer wieder das Türchen in Gladbachs Defensive öffneten.

Fehler von Dante

Das 1:1 des Hamburger SV war deshalb folgerichtig und hoch verdient. Dass dafür eine Ecke herhalten musste, zeugte dennoch von Mönchengladbachs nahezu perfekt organisierter Abwehr – mit Ausnahme jener Standardsituation in der 56. Minute. Dem an diesem Tag ohnehin unkonzentriert wirkenden Dante unterlief ein für ihn untypischer Fehler, als er unmittelbar vor dem Tor von Tolgay Arslan beim Kopfballduell mit Paolo Guerrero zu spät kam. Ein klarer Stellungsfehler des Brasilianers.

Zeigte gegen den HSV eine unkonzentrierte Leistung - Dante (Foto: jdp-fotos.com)

Doch es gab auch Positives an diesem Abend. Noch im vergangenen Jahr hätte die Mannschaft von Lucien Favre so ein Spiel völlig hergegeben. Aktuell bleibt die Mannschaft geduldig, hält den Kopf oben und gewinnt solche Spiele knapp oder fährt zumindest einen wichtigen Punkt ein. So ist das Punktepolster der Gladbacher auf Platz 7, dem ersten Platz der eine Nichtqualifikation für Europa zur Folge hätte, ohne eigenen Sieg auf 13 Punkte angewachsen.

Es war also eher ein Punktgewinn, denn ein Verlust von zwei Zählern. Ein Punkt gegen einen starken Hamburger SV, der in der Endabrechnung noch sehr wichtig werden kann. Sportlich steht die Gladbacher Borussia also immer noch mehr als glänzend da. Dennoch geht in der Außenbetrachtung derzeit das Sportliche ein wenig unter.

Was machen Dante und Favre im Sommer?

Viel mehr wird über die Frage diskutiert, was die Protagonisten Dante sowie Trainer Lucien Favre im kommenden Sommer machen werden. Wechselt Dante zu den Bayern? Geht Lucien Favre gleich mit oder verlängert er seinen Vertrag in Mönchengladbach? Fragen die, die Borussia in den kommenden Wochen beantworten sollte. Ansonsten droht dem Verein eventuell ein interner Schwelbrand, der sich auch auf die Leistung der Mannschaft auswirken könnte.

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veröffentlicht von Björn Brodermanns am 27. Februar
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