Genickbruch am Bruchweg

Borussia Mönchengladbach kassiert 3 Minuten vor Spielende unglücklich das 0:1 und verliert das so wichtige Auswärtsspiel bei Mainz 05. Eigenes Unvermögen und eine schwache Leistung des Schiedsrichters Aytekin sorgten für das Ende aller Hoffnungen im Abstiegskampf. Rechnerisch ist das Wunder noch machbar, aber ist es auch realistisch? Ein Artikel in schwarz und weiß…

 

Ausgerechnet Max Eberl, Sportdirektor der Gladbacher, echauffierte sich lauthals über die Schiedsrichterleistung: Das ist eine Farce. Wenn er Gelb-Rot gibt, dann muss er Elfmeter geben. Auf einer Seite konsequent und auf der andere Seite wie eine Wurst“ Es ist das traurige Bild Max Eberls, dass er bereits die gesamte Saison abgibt. Für alles Ausreden, immer sind es die anderen schuld und immer werden Situationen völlig anders eingestuft.



Natürlich war die Schiedsrichterleistung Aytekins an diesem Abend schwach, natürlich war die erste gelbe Karte gegen Mike Hanke hart und natürlich war das Foul an Marco Reus elfmeterwürdig. Aber: Wer vor dem Spiel tönt auf Sieg spielen zu wollen, muss einfach mehr bringen – mehr als starkes Abwehrverhalten und Angriffe die zu 95 Prozent auf Zufälle basieren. Hätte der Elfmeter – wäre er verwandelt worden – zwangsläufig zum Sieg geführt? Hätte,wenn,wäre – Borussia hat in Mainz zu wenig spielerisches gezeigt, im Mittelfeld oft das Nachsehen gehabt und Bälle leichtfertig hergegeben. Insbesondere in der ersten Spielhälfte.
Der Abstieg, zu dem es wohl kommen wird, wurde nicht in Mainz verursacht und auch nicht durch Schiedsrichter Aytekin. Zu zehnt spielte die Borussia ohnehin, denn die Leistung Mo Idrissous als „Stürmer“ war völlig indiskutabel. Ihm hätte man in Mainz zeigen müssen wo das Tor steht, womit alles gesagt wäre. Mund halten, Leistung zeigen, Tore schießen. Nicht nur an der Playstation…


Der Abstieg war ein schleichender Prozess und begann praktisch mit oder unmittelbar nach dem sensationellen Sieg in Leverkusen. Sämtliche Schwächen sowie Fehler wurden schon damals beim 6:3 Sieg deutlich. Borussias Verantwortliche und die Mannschaft hatten also Zeit genug an den Fehlern zu arbeiten. Spätestens nach dem Spiel in Stuttgart. Die Hinrunde ist und war der Knackpunkt der Saison, wobei eine Verletztenmisere nicht als Entschuldigung herhalten kann und darf. Den oder die Schuldigen nun auszumachen wäre müßig – Fakt ist das viele eine Mitschuld tragen. Sportdirektor, ehemaliger Trainer und vor allem die Mannschaft. Konsequenzen sind im Anschluss an diese Saison zu tragen.

Black or white in Mainz

Kritiker der Artikel dieses Blogs sehen in den Texten eine schwarz-weiß Mentalität. Entweder alles gut, oder alles schlecht. Mit Sicherheit ein Stück weit gerechtfertigt. Aber wo bitteschön ist bei der Borussia die Mitte, wo sind die Grautöne zu finden? Nur die größten Optimisten sehen diese, oder geben sich mit Kleinigkeiten zufrieden. Wir sind Borussia. Und was ist Borussia? Borussia ist nicht mehr das was sie einmal war. Seit 15 Jahren nicht mehr. Tendenz jährlich fallend…

Was war black in Mainz, was white? Und, gab es überhaupt einen Grauton? Fangen wir mit dem meist kritisierten an – Grau. Gab es ja bislang nicht in der Betrachtung des Schreiberlings. Grau, war auf dem ersten Blick die hässliche, heruntergekommene „Wellblechhütte“ der Mainzer. Grau so weit das Auge reichte – gut das man dort in der kommenden Saison ein neues Stadion bekommt. Grau war auch das Haar des Trainers Favre. Grau war es schon vor seinem Amtsantritt bei der Borussia. Etwas grauer dürften sie dennoch geworden sein mit der Zeit, denn trotz seiner richtig guten Arbeit wird es nicht zum Klassenerhalt reichen. Schade eigentlich, denn in der Rückrunde war man doch insgesamt stabiler und hätte so nichts mit dem Abstieg zu tun bekommen.
Grau. Grau war die Tatsache das sich ein in der ersten Halbzeit völlig indisponiertes Mittelfeld, in Person Roman Neustätters, ab der zweiten Halbzeit stark verbessert zeigte und einige Angriffe der Gladbacher einleiten sowie die defensive verstärken konnte.

Schwarz gab es auch an diesem Abend. Zu genüge. Nicht nur das schwarze Schaf Aytekin. Mo Idrissou, Kritiker werden mir jetzt Rassismus vorwerfen, war an diesem Abend schwarz.Obwohl er blass blieb. Die Leistung Mo Idrissous war an diesem Abend der Raute unwürdig. Punkt.
Unglaubliche Ballverluste, unmögliche Dribblings, leichtes Joggen und das Nichtwissen wo denn das Tor steht. Ihm sollte man mal sagen oder zeigen wo es denn steht. Das Tor. Und was das mit einem Stürmer zu tun hat. Beziehungsweise wo ein Stürmer zu stehen hat. Schwarz. Schwarz war die Tatsache das es so kam wie so oft in dieser Saison – Borussia machte das Spiel, ohne wirklich gefährlich zu sein und ohne wirkliche Torchancen zu kreieren. Den Rest kennt man. Der Gegner macht irgendwann das Tor, das welches man vorne nicht zu machen in der Lage war. Elfer hin oder her.

Weiß. Ja, es gab auch Weiß an diesem Abend in Mainz. Torhüter Marc-André ter Stegen spielte wieder eine solide, abgeklärte und aufmerksame Partie. Fehlerfrei hielt er was zu halten war, spielte als „Libero“ mit und vermochte gar Flanken sowie Ecken zu „pflücken“. Dinge die man bei seinen zwei „Kontrahenten“ zu selten sah in dieser Saison. Weiß war bis zur 87. Spielminute auch der Abwehr. Schnörkellos, robust und aufmerksam – nahezu fehlerlos. Aufgrund der Niederlage und des wöchentlichen „Schnarchers“ relativiert sich weiß zu, ja ihr lest richtig, zu grau. Gute Leistung, ohne Erfolg. Borussia ist grau. Eine graue Maus. Ohne Glanz und Gloria – ein kommender Zweitligist bei dem ordentlich ausgemistet werden muss – von oben bis ganz unten – wenn man nicht für längere Zeit in Liga 2 verschwinden will. Das ist wieder schwarz – aber sorry realistisch und wahr.



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veröffentlicht von Björn Brodermanns am 16. April
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