Borussia gegen Nürnberg: Favres Team muss eine extrem gute Leistung abrufen

Im Heimspiel gegen den 1.FC Nürnberg will sich Borussia Mönchengladbach vor den kommenden englischen Wochen weiter auf Kurs bringen. Keine leichte Aufgabe. Die von Trainer Dieter Hecking trainierte Mannschaft dürfte in dieser Saison erneut nicht zur Laufkundschaft der Liga gehören. Die „Fohlen“ werden sich ordentlich strecken müssen, will man die drei Punkte am Niederrhein behalten.

Zwei ordentliche Bundesligaspiele hat das Team von Lucien Favre neben den Aufgaben in Pokal und Champions-League-Qualifikation vor der Länderspielpause abgeliefert. Vier Punkte aus zwei Spielen – ein 2:1 gegen die TSG Hoffenheim und ein recht dominant gestaltetes 0:0 bei Aufsteiger Fortuna Düsseldorf. Lediglich die Art und Weise des Zustandekommens lässt erste, leichte Zweifel an den spielerischen Qualitäten der neuen Borussia aufkommen.

Keine Feinjustierung möglich

Lucien Favre hatte eine Menge zu tun in der leidigen Länderspielpause. Eigentlich. Am Ende konnte er mit nur 13 am Niederrhein verbliebenen Akteuren nicht wirklich an der Feinjustierung seiner Elf arbeiten. So blieb ihm nur der Blick auf die vergangenen Pflichtspiele. Am Donnerstag, bei Borussias turnusmäßiger Pressekonferenz, ließ sich der Romand aus privaten Gründen entschuldigen und von seinem „Co“ Frank Geideck vertreten.

Wenn Favre zugegen gewesen wäre, hätten seine charmant frankophonen Worte wohl in etwa wie folgt geklungen: Man muss ganz klar sagen – wir haben ordentlich gespielt. Mehr auch nicht. Es war zu wenig schnelle Bewegung und zu wenig Geschwindigkeit in die Tiefe. Gegen Nürnberg wird es verdammt schwer. Sie stehen gut, sind gut organisiert, machen die Räume extrem eng und sind gefährlich bei Kontern. Wir müssen eine extrem gute Leistung abrufen, das ist klar.

Und damit wäre dann auch alles zum kommenden Gegner gesagt. „Vertreter“ Frank Geideck fasste das Thema ein wenig knapper zusammen: „Nürnberg hat eine sehr gut organisierte und aggressive Mannschaft. Sie sind ein sehr unangenehmer Gegner, aber wir sind gut vorbereitet.“

Favres Casting

Borussia ist vorbereitet und wird sich auf einigen Positionen wohl erneut verändern. Jobhopping ist derzeit „in“ am Borussia-Park. Gesucht wird der richtige Mann hinter der Spitze. Einer der es versteht, das Spiel seiner Mannschaft anzukurbeln, einer der Power in die Offensive bringt und nicht zuletzt Stürmer Luuk de Jong richtig in Szene zu setzen weiß.

Diesbezüglich ist beim VfL  in den letzten Wochen ein wahres Casting im Gange. Igor de Camargo, Mike Hanke und zuletzt Tolga Cigerci – sie alle durften sich mit mehr oder weniger Erfolg an dieser Aufgabe versuchen. Nachhaltig beweisen, im Sinne der gesuchten Geschwindigkeit, konnte sich keiner so richtig. Nun wäre Lucien Favre nicht Lucien Favre, wenn dieser keine weiteren Alternativen in der Hinterhand hätte.

Irgendwo zwischen Taktiktafel, Notizbuch und einem DVD-Abend mit seiner Frau Chantal schlummert die Lösung für die augenblickliche Team-Hemmnis. „Ich bin ein Trainer, der vor allem auch an der Ästhetik des Spiels interessiert ist. Ich will Schnelligkeit. Schnelligkeit am Ball, Schnelligkeit in den Beinen, aber auch Schnelligkeit im Kopf, bei den Gedanken“, sagte der Romand kürzlich gegenüber Ran.de.

Ring oder Xhaka – wer wird Gladbachs neuer „Creative-Leader“ ?

Alexander Ring dürfte einer der Namen sein, die dem Schweizer dabei in den Sinn kommen. Dem Finnen bescheinigt Favre „die Beschleunigung und die Ballannahme“, die sein Team so dringend benötigt. Zudem sei Ring „im Eins gegen Eins sehr gut“. Ob der Finne gegen Nürnberg tatsächlich zum ersten Mal direkt hinter Luuk de Jong auflaufen wird, ist derweil (noch) nicht abschließend entschieden.

„Es gibt sicherlich verschiedene Möglichkeiten, wie die Mannschaft aussehen kann“, sagte Frank Geideck am Donnerstag. Als möglicher „Zehner“ oder „Neuneinhalber“ käme wohl auch Granit Xhaka in Betracht. Der 19-Jährige Schweizer zeigte für sein Heimatland in den beiden vergangenen Länderspielen auf jener Position erneut seine Klasse. Wie schon im Testspiel gegen Deutschland vor der EM war Xhaka der Dreh- und Angelpunkt seiner „Nati“. Gut möglich also das Lucien Favre seinen Wunschspieler als offensiven Anführer des VfL auflaufen lässt.

Egal, für welche Variante sich der Romand letztlich entscheiden wird: Will man gegen Nürnberg die drei Punkte im Borussia-Park behalten, muss seine Mannschaft eine extrem gute Leistung abrufen – das ist klar.

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veröffentlicht von Björn Brodermanns am 14. September
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