Idrissou „überraschend aussortiert“?!

Lucien Favre fordert Verstärkungen. Lucien Favre hat Ziele. Ziele die mit einem neuerlichen Abstiegskampf nicht zu tun haben. Verstärkungen bekommt der Schweizer aber nur, wenn der Kader zuvor verkleinert wird – frisches Geld für Neuverpflichtungen scheint trotz der „guten“ wirtschaftlichen Situation , nicht vorhanden zu sein. Der Schweizer „schnitzt“ an seinem Team, vertraut der Jugend und scheut sich nicht davor arrivierten Spielern zu sagen, dass sie unter ihm kaum bis gar keine Zukunft haben. Zwei Spielern aus dem Team wurde nun eröffnet sich einen neuen Verein zu suchen…

 

 

Trainer Lucien Favre gibt seinem Sportdirektor die Marschrichtung vor. Muss er auch, denn er ist ein gebranntes Kind. Nachdem er die Hertha in der Saison 2008/2009 bis zum Schluss auf Meisterschaftskurs brachte (am Ende unglücklich Platz 4), wurden ihm vom damaligen Manager Dieter Hoeness wichtige Spieler verkauft und sein beten um neue Spieler ignoriert. Favre wusste das die Hertha damals qualitativ nicht gut genug besetzt war, stieß aber beim Manager aus taube Ohren – das Ende ist bekannt. Eine Horrorsaison für die „alte Dame“, die in der 2. Liga sein Ende nahm.

 

Favre will Erfolg. Auch in Mönchengladbach – gerade in Mönchengladbach, denn mit der Borussias hat er es eigentlich mit einem schlafenden Riesen zu tun. Er scheint der jenige zu sein, der dazu in der Lage ist den VFL auf seinen mehr als 15-jährigen Dornröschenschlaf zu wecken. Der Schweizer will Fußball spielen lassen, intelligenten und schnellen Fußball. Das Personal dazu hat er (noch) nicht zu seiner völligen Zufriedenheit. Als Anhänger der Borussia würde man sich wünschen, dass dem Fußballlehrer sämtliche finanzielle Mittel dazu zur Verfügung gestellt werden. Leider sieht die Realität anders aus, denn der VFL kann derzeit nur das ausgeben, was man auch auf der anderen Seite einnimmt – zu hoch waren die Transferausgaben der letzten Jahre, teilweise für unglaubliche Flops.

 

 

Favres Kader nimmt Gestalt an

 

 

Dennoch nimmt der Kader 2011/2012 der Borussia an Gestalt an. Leistungsträger wie Dante,Stranzl und Reus wurden gehalten, ebenso wie einige weitere Hoffnungsträger (de Camargo, Nordtveit, Arango). Zu diesem Gerüst bastelt sich Trainer Lucien Favre ein Team von hungrigen, intelligenten und vor allem schnellen Spielern. Eine Mischung die, die Borussia hoffentlich in ruhigere Fahrwasser führt.

 

Dennoch scheint Favre nicht müde zu werden seinem Sportdirektor Max Eberl intern Feuer zu machen. Favre fordert indirekt weitere Veränderungen, weiter Verstärkungen. Was Favre  umgekehrt aber auch fordert – eine Verkleinerung des Kaders. Klingt komisch, ist aber so. Der Schweizer will die Qualität steigern, nicht die Quantität wie in Mönchengladbach in den letzten Jahren oft praktiziert. Die Würfel scheinen gefallen. Gefallen gegen Tobias Levels und Mo Idrissou. Beide wissen nach Aussage Eberls woran sie sind und können sich demnach einen neuen Verein suchen. Beide Protagonisten standen im Derby-Cup in Aachen nicht im Kader und werden es laut Sportdirektor Max Eberl auch nicht mehr sein (Quelle: Fohlen-Hautnah.de).

 

Tobias Levels und Mo Idrissou aussortiert. Überraschend? Keineswegs, denn beide passen nicht gerade ins „favresche Anforderungsprofil“. Tobias Levels – gewiss ein tadelloser Kämpfer, aber weder mit Technik, Schnelligkeit und großem Spielverständnis ausgestattet. Es zeichnete sich bereits in der vergangenen Rückrunde ab, dass der Vizekapitän unter Favre keine Rolle mehr spielen wird.

 

Idrissous „Aussortierung“ kommt indes für einige etwas überraschender, zählte er doch in der letzten Halbserie noch zum Stammpersonal Favres. Aber auch beim Kameruner stehen technische Fähigkeiten und Schnelligkeit nicht unbedingt ganz oben auf der Agenda – kämpferisch war auch er meist tadellos. Lucien Favre wird aber nicht verborgen geblieben sein das Idrissou häufiger im Abseits stand als das er aufs Tor schoss. Auch das Spiel mit seinen Mitspielern war technisch nicht flüssig genug und einige schnelle Anspiele versprangen ihm gleich mehrere Meter. Logische Konsequenz das Favre da eher auf einen technisch starken und sicheren Mike Hanke setzen wird, der seine fehlende Grundschnelligkeit mit einer großartigen Spielübersicht wettmacht.

 

Wohin mit Levels und Idrissou? Konkrete Angebote scheint es für beide (noch) nicht zu geben. Anders sieht es laut Max Eberl bei Michael Bradley aus: „Es gibt eine Konkrete Anfrage und darüber unterhält man sich.Dann muss man schauen was daraus wird.“ Schauen was wird – man darf gespannt sein was in den kommenden Tagen und Wochen passiert.

 

 

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veröffentlicht von Björn Brodermanns am 05. Juli
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