Kein Neuzugang mehr – Max Eberl geht volles Risiko

Viele Namen potenzieller Winterneuzugänge konnte man in den vergangenen Wochen und Monaten rund um den Borussia-Park oder besser gesagt auf diversen Internetportalen vernehmen. Wenige Stunden vor dem Ende des Transferfensters zeichnet sich aber deutlich ab, das Sportdirektor Max Eberl tatsächlich niemanden mehr verpflichten wird. Geht er damit möglicherweise ein zu hohes Risiko ein?http://www.nach-dem-spiel-ist-vor-dem-spiel.com/wp-includes/js/tinymce/plugins/wordpress/img/trans.gif

Joshua King und Raul Bobadilla haben den Verein verlassen. Elias Kachunga und Lukas Rupp wurden bis zum kommenden Sommer verliehen. Als Neuzugänge konnte man die beiden Mittelfeldspieler Alexander Ring, sowie Tolga Cigerci erfolgreich verpflichten. Bei genauerer Betrachtung wirkt der aktuelle Kader des VfL allerdings etwas dünn, vor allem in der Offensive.

Hier wurden zwei Spieler (King und Bobadilla) abgegeben, die zumindest als Ergänzungsspieler bislang den Kader komplettierten – ohne diese zu ersetzen. Mit dem Ausleihgeschäft Elias Kachungas verließ zudem auch der Backup aus der U23 die Fohlen.

Im Kader des Tabellenvierten befinden sich nun lediglich noch vier nominelle Stürmer: Mike Hanke, Igor de Camargo, Halbstürmer Marco Reus und Talent Matthew Leckie. Während Igor de Camargo seit nunmehr zwei Saisons mehr Zeit im Rehabereich als auf dem Platz verbrachte, befindet sich der Australier Leckie erst so langsam auf dem Weg als echte Alternative im Sturm zu gelten. Bleiben mit Marco Reus sowie Mike Hanke noch zwei Stürmer, mit denen man dauerhaft rechnen kann, sofern sich keiner der beiden ernsthaft verletzt.

Lucien Favres Plan B

Mit Sicherheit hat Taktikfuchs Lucien Favre bereits einen Plan in der Schublade für den Fall der Fälle, für den Worst Case. Neuzugang Alexander Ring könnte auf der rechten Außenbahn eingesetzt werden, sollte Patrick Herrmann weiter nach vorne positioniert werden müssen, um einen Marco Reus zu ersetzen.

Tolga Cigerci wäre in der absoluten Not wiederum auch in der Lage die Position von Mike Hanke einzunehmen, wenn auch mit einer etwas anderen Interpretation. Zudem steht der junge Amin Younes, der im Wintertrainingslager in Belek durchaus zu überzeugen wusste, in den Startlöchern.

Borussias Offensive ist also absolut variabel und polyvalent. Dennoch verursachen Verletzungs-Szenarien an vorderster Front, einige Kopfschmerzen.  Der Verein steht immerhin vor einer historischen Möglichkeit. Der Möglichkeit, sich nach 16 Jahren wieder für den europäischen Wettbewerb zu qualifizieren, oder gar in die Champions-League zu stürmen.

 

Dürfen nicht ausfallen: Mike Hanke und Marco Reus

Das Wort heißt „stürmen“. Um zu stürmen, braucht es aber einen ordentlichen Sturm. Und genau dort könnte es hapern, wenn sich in den verbleibenden Spielen noch jemand aus der Abteilung Attacke verletzen sollte. Doch wie heißt es so lapidar? Fußball wird nicht im Konjunktiv gespielt.

Und so wird sich Max Eberl zusammen mit Trainer Lucien Favre wohl etwas dabei gedacht haben. Ein Grund wird wohl sein, das Mannschaftsgefüge nicht durch mögliche Vorgriffe auf den Sommer zu gefährden, um so die kommenden Aufgaben in völliger Ruhe angehen zu können, ohne dabei einen neuen Charakter integrieren zu müssen. So weit, so logisch.

Bleibt für die Borussia und für alle Verantwortlichen zu hoffen, das sich niemand ernsthaft verletzt und sich dieses Transferverhalten im kommenden Mai als richtig erweist.

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veröffentlicht von Björn Brodermanns am 31. Januar
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