Kommentiert: Dantes Abgang stößt sauer auf

Nun ist er weg. Nach Brasilien. Dort verbringt Dante Bonfim Costa Santos seinen wohlverdienten Urlaub. Zurück nach Mönchengladbach kehrt der Innenverteidiger nicht. Ihn zieht es gen Süden in den Freistaat Bayern um dort beim schwächelnden Rekordmeister aus München für Stabilität in der Defensive zu sorgen. Trotz aller herzlichen Verabschiedungen vonseiten des zum Teil „rosa-rot-sehenden“ Gladbacher Anhangs ist es irgendwie ein Abschied durch die Hintertür…

Dante will in die Selecao

Dantes Weg ist für ihn klar durchgeplant. Von Gladbach über den FC Bayern zur Selecao. Mit seinem Heimatland will der 28-Jährige bei der Heim-WM 2014 am Zuckerhut für Furore sorgen. Dass dort aktuell wesentlich namhaftere Spieler eine übergeordnete Rolle spielen, scheint den Neu-Bayer dabei nicht zu interessieren.

Spielt er bei den Bayern – spielt er auch auf kurz oder lang in der Selecao. So sieht es jedenfalls die eigene Rechnung vor. Doch die Frage ist: Spielt Dante? Für nicht wenige Fachleute endet der Weg des Innenverteidigers jäh auf der Bank des Rekordmeisters. Angst vor diesem Szenario hat der 28-Jährige nach eigenen Angaben nicht: „Ich weiß, dass die Konkurrenz beim FC Bayern München enorm groß is. Also heißt es für mich: Jeden Tag hart arbeiten, Gas geben. Angst vor der Konkurrenz habe ich nicht.“

Abschied aus Gladbach stößt sauer auf

Das Gros der Medienlandschaft wusste es bereits im Februar vom Wechsel zu den Bayern und der Spieler selbst ließ bereits im Wintertrainingslager durch Aussagen Zweifel an einem Verbleib aufkommen. Doch seinen Wechsel bekannt, machte Dante erst vor dem letzten Bundesligaheimspiel gegen den FC Augsburg.

Und genau diese Verhaltensweise macht die Sache zu einer Farce. Einer Farce, die im Jubel über die Spielzeit irgendwie untergegangen zu sein scheint. So wurde Dante immer wieder mit Aussagen á la „Wechsel, welcher Wechsel“ oder „ich habe nie gesagt, dass ich den Verein verlassen will“ zitiert – allesamt Dinge, die nicht hätten sein müssen.

Da lobt man sich am Ende den Abgang eines Marco Reus. Stilvoll, geradlinig und ehrlich. Borussias nun ehemaliger Innenverteidiger hat ein falsches Spiel gespielt. Mit seinen Fans und den Verantwortlichen der Borussia. In Wirklichkeit hatte Dantes Berater Marcus Marin den Wechsel schon längst eingefädelt und sich gegenüber Münchner Medien verplappert.

So hätte Dante gegen die Bayern im Pokalhalbfinale keinen Elfmeter schießen dürfen. Eine Absicht mag und darf man dem Brasilianer ob des verschossenen Elfmeters nicht unterstellen, dennoch dürfte jedem der schon einmal einen Ball am Fuß hatte klar sein, dass die nervliche Anspannung nur einen solchen Schuss in den Nachthimmel von Gladbach zulassen konnte.

So sagte ein gewisser Uli Hoeneß, wohlwissend um den Sommertransfer des Brasilianers: „Ich hätte den Jungen nicht schießen lassen. Ich weiß auch nicht, ob dies so klug war von Herrn Favre nach den Erfahrungen mit Lothar“.

Borussia war eine Zwischenstation

Am Ende bleibt kein Zweifel, das die Borussia für Dante lediglich eine Zwischenstation war. Genau genommen spekulierte der Brasilianer beinahe bei jedem Transferfenster auf einen Vereinswechsel. Dass sich der 28-Jährige eigenen Angaben nach beim VFL wohlgefühlt hat, mag man ihm gerne glauben. Ist ja auch schön in Gladbach. Mit den Fans und so. Und wenig verdient wird er wohl auch nicht haben, der gute Herr Dante. Zudem ist ja auch sein Sohn am schönen Niederrhein geboren.

Wenn sich ein Dante nun vor die Kamera zerren lässt, um ein Loblied über die Borussia zu singen, verliert er endgültig seine Glaubwürdigkeit. Lächelnd steht er dort und zeigt sich traurig über den Abschied. Traurig und lächelnd – schon wieder ein Widerspruch des Brasilianers.

Champions-League wollte er spielen. Was er nun in Mönchengladbach könnte, wird er in Zukunft in München machen. Vielleicht. Wenn ihm das Lächeln auf der kalten Bayern-Bank nicht verloren gehen sollte. Die beste Sicht auf die Champions-League-Spiele hätte er jedenfalls…

 

 

 

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veröffentlicht von Björn Brodermanns am 14. Mai
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