Kommentiert: Wenn du in den Spiegel schaust – Xhaka,Olympia und das liebe Geld

Es gibt sie eigentlich nicht mehr. Und wenn dann selten: Fußballromantik. Ein Spieler, der einem Verein die Treue hält – nur absolute Einzelfälle zeugen noch von dieser Mentalität. Das liebe Geld regiert das Denken und Handeln sämtlicher Protagonisten – sportliche sowie menschliche Werte zählen nur noch am Rande. Ein Spieler, der in dieser Beziehung (noch) anders denkt, scheint Borussias Neuzugang Granit Xhaka zu sein…

Ein Unterschied von wenigen Tausend Euro in Vertragsverhandlungen kann den Ausschlag geben, welchen Schritt ein Spieler geht. Die Borussia konnte in ihrer geschichtsträchtigen Vergangenheit bereits mehrere Liedchen davon singen und selbst in der Kreisliga verlässt Spieler X gerne mal für 100 Euro im Monat seinen Stammverein, um in einem fremden sowie ungeliebten Umfeld zu kicken. Freunde aus Kindertagen werden da ganz schnell vergessen.

Xhaka verzichtet auf Geld

Borussias Neuzugang Granit Xhaka denkt da aktuell noch anders. Gut, er hat seinen Stammverein ebenfalls verlassen. Und finanziell dürfte er ab dem Sommer ebenfalls besser gestellt sein. Die Essenz der Gründe beim Wechsel von Basel zu Borussia Mönchengladbach dürfte jedoch rein sportlich sein.

Für den objektiven Betrachter und vor allem jeden Anhänger der Borussia ist eine Aussage Xhakas gegenüber Sport Bild überaus interessant: „Ich will international spielen, dafür habe ich auch auf Geld verzichtet – woanders hätte ich mehr verdienen können. Geld spielt noch keine große Rolle. Ich bin 19, ich will Spaß haben. Wenn ich gesund bleibe, dann kommt Geld später von ganz alleine“, sagte der Schweizer dem Blatt.

Der Nationalspieler will auf Olympia verzichten

Grund für seine Aussage ist der unbedingte Wille auf eine Olympia-Teilnahme zu verzichten, um von Anfang an bei seiner neuen Mannschaft sein zu können. Weiter sagte der 19-Jährige: „Ich habe mich klar positioniert. Ich will in Gladbach bleiben. Das habe ich allen gesagt. Der Trainer der U 23 wird in den nächsten Tagen mit Lucien Favre sprechen. Bis zum 2. Juli will ich Klarheit.“

Granit Xhaka hat auf Geld verzichtet. Man mag es ihm glauben, denn der Schweizer scheint geerdet zu sein. Schon früh hat er sich für die Borussia entschieden. Für ganze fünf Jahre– aus sportlichen Gründen. Auch das familiäre Umfeld beim Niederrhein-Klub dürfte zu seiner Entscheidung beigetragen haben. Familie – ein wichtiger Punkt im Leben des im Kosovo geborenen Xhaka. Seine berät ihn in sportlichen Entscheidungen und sie lässt ihren Filius auch im noch fremden Gladbach nicht alleine.

Wenn du in den Spiegel schaust…

Der Schweizer Nationalspieler zeigt bereits vor seiner offiziellen Arbeitsaufnahme im Borussia-Park, das er gewillt ist, ein „echter“ Borusse zu sein. Ein Spieler, der sich mit Verein und Mannschaft identifiziert. Genau solche Typen benötigt die „neue“ Borussia, die sich aufmachen will, Europa und die Liga aufzumischen.

Wenn Granit Xhaka in einem halben Jahr in den Spiegel schaut, sieht er, dass er ein Borusse ist. Gladbachs nächster Spot dürfte bereits gebucht sein. Seine Einstellung prädestiniert ihn schon beinahe jetzt dafür.

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veröffentlicht von Björn Brodermanns am 06. Juni
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