Das Rezept: Nicht abheben und von Spiel zu Spiel schauen

Borussia Mönchengladbach steht auf dem Platz an der Sonne. Ganz oben. Die Elf von Trainer Lucien Favre spielt einen Fußball, den man so lange nicht gesehen hat im Borussia-Park. Die Euphorie ist groß – Anlass dazu gibt es zu genüge, auch wenn erst der 3. Spieltag gespielt wurde…

 

 

Der VFL ist wieder da. Nicht erst seit gestern, nicht gerade erst und vor allem nicht durch Zufall. Die Mannschaft liefert genügend Gründe für eine große Euphorie Rund um den Borussia-Park. Seit 10 Pflichtspielen ist die Favre-Elf nun ungeschlagen, kassiert kaum noch Gegentore und ist in der Offensive dazu fähig den Gegner schwindelig zu spielen. Gerade der jüngst herausgespielte 4:1 Sieg gegen Magaths Wölfe war ein Ausrufezeichen. Ein Ausrufezeichen an die gesamte Liga.

 

Was ist nun das richtige Rezept? Auf der Welle der Euphorie schwimmen, solange sie anhält? Das Umfeld und vor allem die Spieler immer wieder auf den Boden der Tatsachen herunter drücken? Lucien Favre wird den richtigen Weg finden und die gesamte Situation richtig einordnen. Denn wenn man den Boden der Tatsachen betrachtet, sieht die Tatsache in der Tat so aus: Die Borussia ist in der Lage einen exzellenten Fußball zu spielen. Den zur Zeit vielleicht besten Fußball der Liga. Absturzgefahr? Gering. Dazu steht mit dem Schweizer „Trainergott“ einfach ein zu akribischer Arbeiter und Fußballfachmann auf dem Trainingsplatz.

 

Die Mannschaft ist, nicht zuletzt dem Stahlbad Abstiegskampf geschuldet, absolut gefestigt. Selbst Rückschläge wie beim 1:1 gegen Stuttgart mit gelb-roter Karte, oder dem 0:1 der Wolfsburger werden eiskalt weggesteckt. Sogar Ausfälle wichtiger Spieler werden 1:1 kompensiert – jeder weiß unter Favre was er zu tun hat. Borussias absoluter Pluspunkt in der noch jungen Saison ist die Eingespieltheit, ihr Teamgeist der in der vergangenen Rückrunde entstanden ist und die Tatsache das die Mannschaft „ihr“ Spiel durchzieht und diese dem Gegner aufzwingt.

 

 

Das Team ist fit wie nie

 

 

Die 11 vom Niederrhein ist fit wie wahrscheinlich nie zuvor. Ließ Favre-Vorgänger Frontzeck noch lediglich 8 Stunden pro Woche trainieren, bittet Lucien Favre seine Jungs teilweise zwei Mal am Tag bis zu zwei Stunden auf den Rasen – Videoanalysen, Taktik- und Einzelgespräche nicht mitgerechnet. Während der Vorbereitung trainierten die „Fohlen“ gar bis zu drei Mal täglich. Dies machte ansonsten nur Jürgen Klopp mit seinen Spielern. Zum Vergleich: Der FC Köln trainierte unter ihrem Coach Stale Solbakken lediglich einmal am Tag. Borussias Spieler ziehen ohne zu murren mit, lauschen dem Trainer interessiert und wissbegierig wie kleine Schulkinder. Nicht selten beobachtet man den Schweizer in mitten einer Spielertraube – vor einer Taktiktafel.

 

Eine absolut körperlich und konditionell „fitte“ Mannschaft, eine unheimlich starke Defensive mit einem Torhüter der entscheidende Bälle hält, eine Offensive die im Stande ist jede gegnerische Verteidigung schwindelig zu spielen und dazu ein Trainer der anscheinend mehr Ahnung hat und mehr Enthusiasmus verbreitet als alle Coaches in den vergangenen 15 Jahren zusammen (Hans Meyer ausgenommen). Was ist also tatsächlich zu erwarten in dieser Saison? Müssen die Ziele neu definiert werden?

 

Natürlich nicht. Alle Verantwortlichen, Spieler, der Trainer und nicht zuletzt der 12. Mann täten gut daran so weiter zu verfahren wie in den vergangenen Monaten: Nach dem Spiel ist vor dem Spiel – jeder Gegner der schwerste und jedes Spiel eine Aufgabe sowie die Chance 3 Punkte zu holen. Alles Positive gilt es zu genießen, jeder tolle Spielzug, jedes emotionale Erlebnis und am Ende wird man sehen wozu es reichen wird. Spielt der VFL jedenfalls so weiter und verliert nicht den Boden unter den Füßen, wird es noch viele tolle Spielzüge, viele emotionale Momente und viele, viele Punkte geben.

 

 

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veröffentlicht von Björn Brodermanns am 22. August
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