Letztes Heimspiel für Reus: Niemals geht man so ganz…

Der 9. August 2009 war ein besonderer Tag. Und dies ist bei weitem nicht nur der Tatsache geschuldet, dass die Gladbacher Borussia mit einem 3:3 (nach 0:3 Halbzeitführung) in Bochum einen gleichermaßen spektakulären wie kuriosen Saisonstart hinlegte. Nein, in der 70. Spielminute wurde ein Spieler aufs Feld geschickt, der bei den „Fohlen“ noch ordentlich für Furore sorgen sollte…

Marco Reus kam im Sommer 2009 als knapp 1 Mio „teurer“ Nobody vom Zweitligisten RW Ahlen zum Borussia-Park. Zuvor hatte er die fußballerische Ausbildung beim BvB genossen, wo man ihn jedoch als zu schmächtig für die große Fußballkarriere einschätzte.  Gladbachs Sportdirektor Max Eberl hatte den Jungen allerdings schon länger auf dem Zettel. Auf dem Zettel für große Taten. Auf dem Zettel für die Borussia aus Mönchengladbach.

So war es kaum verwunderlich, das der junge Reus den Weg an den Niederrhein fand.  Und wie er ihn fand.  Unvergessen sein erstes Bundesligator gegen Mainz 05, als er den Ball wie eine Rakete über den halben Platz führte und gekonnt per Sololauf zum 2:0 für die Borussia vollendete. Ein Wahnsinnstor. Die Geburt eines neuen Stars. Die Geburt eines neuen Publikumslieblings.

Eine herausragende Bilanz

Die Zeit des Marco Reus bei Borussia Mönchengladbach in Zahlen ausgedrückt, ist eine wahre Wonne.  In 107 Pflichtspielen gelangen dem heute 22-jährigen 39 Tore sowie 27 Torvorlagen. In Gladbachs Historie muss man weit zurückblättern, um einen derart außergewöhnlichen Akteur zu finden.

Doch Reus war nicht nur an Zahlen gemessen ein Gewinn für den VfL. Der Publikumsliebling war eine Augenweide und seine vielen brillanten Aktionen oftmals schon alleine das Eintrittsgeld wert. Reus war das gewisse Etwas und derjenige, der jederzeit den Unterschied ausmachen konnte. Man wird ihn vermissen.

Denn nun trennen sich die Wege. Viel zu früh mag der geneigte Fan der „Fohlen“ sagen. Der Spieler selbst sucht in seiner eigentlichen Heimat Dortmund sein sportliches Glück sowie eine neue Herausforderung. Ausgerechnet also dort, wo man ihn vor einigen Jahren mehr oder weniger nicht mehr wollte. Verrückte Welt.

Reus hat sich immer korrekt verhalten

Hat sein letztes Heimspiel vor der Brust, bevor es ihn zum BvB zieht - Marco Reus (Fotos: jdp-fotos.com)

Am Ende bleibt ein freundliches „auf Wiedersehen“. Denn wenn Marco Reus am kommenden Samstag zum letzten Mal als Gladbacher den Rasen des Borussia-Parks verlässt, sollte ihm der größte nur erdenkliche Applaus zuteilwerden. Denn anders als andere Akteure hat der 22-jährige früh für Planungssicherheit gesorgt und bereits im Januar seinen Abschied verkündet – ganz ohne Versteckspiel. Was sich anfangs als Stich mitten ins Fan-Herz anfühlte, sollte heute als genau richtiges sowie vor allem faires Verhalten verstanden werden. Auch wenn Trainer Lucien Favre bei dieser Entscheidung mitwirkte, zeugt dies doch von einem im Fußballgeschäft nicht alltäglichen Charakter.

Dass Reus darüberhinaus weiterhin meist hervorragende Leistungen im Trikot der Raute gezeigt hat, muss an dieser Stelle nicht weiter erwähnt werden. So wie sich „Woody“, wie der mannschaftinterne Spitzname lautet, in den vergangenen fünf Monaten auf und neben dem Platz verhalten hat, wird der aufkommende Abschiedsschmerz kaum aufgesetzt sein. Zum nahenden Abschied sagte der Neu-Dortmunder: „Natürlich bin ich sehr, sehr traurig, und natürlich ist auch sehr viel Wehmut dabei, aber ich habe mich dazu entschieden. Diesen Weg werde ich jetzt gehen.

Der Nationalspieler wird in Mönchengladbach mit Sicherheit für den Großteil der Fans ein immer gern gesehener Gast sein – natürlich ohne eigenen Treffer. Niemals geht man so ganz. Das gilt ganz bestimmt auch für Marco Reus…

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veröffentlicht von Björn Brodermanns am 25. April
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