Lieber Lucien Favre…

Lucien Favre rettete die Borussia vor dem bereits fast sicheren Abstieg. Eine Leistung des Schweizers die man gar nicht genug würdigen kann. Ein Versuch einer „Email“ an den Vater des Erfolgs. Eine „Email“ an Lucien Favre…

 

 

Lieber Lucien Favre,

 

gut eine Woche ist nun vergangen. Gut eine Woche nach dem Gladbacher Wunder Klassenerhalt.  Es ist Ihr Wunder, Ihre persönliche Meisterschaft. Sie sind der Vater des Erfolgs, Sie waren es der aus einer völlig verunsicherten und am Boden liegenden Mannschaft das gemacht hat was sie heute ist – eine Mannschaft, ein Team.

 

Bevor Sie kamen war diese eine Ansammlung von Einzelspielern und nicht fähig zu überzeugen. Eine unglaubliche Anzahl von Gegentoren sowie eine zum Abstieg verdammende Punkteausbeute war alles was die Borussia zu bieten hatte. Ah nein, da war ja noch was – eine Disziplin innerhalb des Teams, die das Wort „Disziplin“ in keinster Weise verdiente.

 

Sie haben in der Not alles richtig gemacht, das Training angezogen, die Intensität erhöht und waren mitten drin statt einfach nur dabei.  Sie standen oft mit einer schnöden Taktiktafel mitten auf dem Trainingsplatz und erklärten den Spielern die einfachsten Dinge in Sachen Taktik. Was machten die Spieler? Sie hörten Ihnen zu und staunten wie kleine Jungs in der F-Jugend. Sie forderten Taktik ein, Disziplin und intelligentes Spiel. Aber Sie forderten nicht nur, Sie gaben auch: Sie gaben der Mannschaft vertrauen trotz deren Vorgeschichte und die Mannschaft vertraute Ihnen.

 

Sie und das Team – eine tolle Symbiose. Alle sind näher zusammengerückt, bilden eine Einheit. Zu sehen war dies bei jedem Spiel. Jeder lief, kämpfte und ackerte für den anderen. Spieler die nicht dazu bereit waren oder einfach nicht die Klasse besitzen in der 1.Liga zu bestehen, wurden von Ihnen auf die Bank oder ganz aus dem Kader gestrichen. Eine Entwicklung, eine Maßnahme die unter Ihrem Vorgänger längst überfällig gewesen wäre.

 

Sie haben sogar Dinge die als unmöglich galten geschafft. Juan Arango haben Sie das Laufen beigebracht, sogar das Defensivspiel. Wahnsinn. Juan Arango erlebt unter Ihnen die Rückkehr zum Hurrican- naja zumindest zum Orkan. Das Vertrauen in den blutjungen Keeper ter Stegen – nicht jeder Trainer hätte sich dies in der nahezu aussichtslosen Situation getraut. Es hat sich ausgezahlt.

 

Herr Favre – Sie sind ein Mann der wenigen Worte. Was Sie jedoch sagen hat Hand und Fuß und zeugt von Intelligenz sowie Sachverstand. Sie stehen zu Ihren Worten und den Dingen die Sie tun.  Sie sind ein bescheidener Mensch, ruhig und geerdet. Sie drängen nicht in die Öffentlichkeit, nicht in den Fokus. Sie „lobhudeln“ sich nicht selbst und dennoch wissen Sie was Sie können. Das schafft Vertrauen. Fans und Mannschaft vertrauen Ihnen scheinbar blind. Ihnen, den akribischen und ehrlichen Arbeiter.

 

Apropos akribischer Arbeiter – wahrscheinlich planen Sie gerade in der Schweiz die kommende Saison anstatt mit Ihrer Frau Chantal im verdienten Urlaub zu weilen. Vielleicht machen Sie mit Ihrer Frau aber auch den Einen oder Anderen DVD-Abend – mit den Spielen der Bundesligasaison. Sie studieren per DVD die Gegner, analysieren und nehmen sie auseinander.  So sind Sie nun mal Herr Favre. Und das ist gut so. Ihre Frau wird Sie genau so schätzen und lieben, genau wie die Fans in Mönchengladbach. Für die Borussia kann man sich nur wünschen das man Ihnen vertraut und Sie „machen“ lässt, auch wenn es mal nicht so laufen sollte.

 

Sie, lieber Herr Favre, sind das Beste was der Borussia seit sehr, sehr langer Zeit passiert ist. Mit diesem Satz ist alles gesagt. Danke für Alles, danke für die Reanimierung der Borussia Dr. Favre.

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veröffentlicht von Björn Brodermanns am 02. Juni
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