Lieber Mo Idrissou…

Zum wiederholten Mal gab es im Boulevard einen Artikel über Mo Idrissou, der doch eher säuerlich aufstößt. Trotz aller Vorsicht die bei zum Boulevard gehörenden Blättern gehört – langsam nervt es, langsam wird auch ein Stück Wahrheit dran sein. Zeit, nach dem letzten Artikel über den Kameruner „Mo Idrissou – der Dummschwätzer“ seine Saison einmal näher zu betrachten – kritisch. Sehr kritisch.

 

 

Lieber Mo Idrissou,

 

mal wieder gab es im Boulevard einen Artikel über Sie der mir die Zornesröte ins Gesicht getrieben hat. Okay ein bisschen Fremdschämen war auch irgendwie dabei. In der „Zeitung“ mit den vier großen Buchstaben gaben Sie mal wieder Ihr „Bestes“ – „Der Beste Spielt – das bin ich!“. Dieses Blatt ist dafür bekannt gewisse Dinge aus dem Zusammenhang zu reißen und Aussagen zu verzerren, aber diesen Aussagen ihrerseits kann man durchaus ein Stück weit glauben schenken. Es ist nicht das erste Mal, dass sie den Weg über den Boulevard suchen und große Töne spucken. Das war in Hannover so, in Freiburg erstrecht und in Mönchengladbach regelmäßig. Wie oft standen Sie in der vergangenen Saison im Boulevard? Unzählige Male haben Sie Tore versprochen. Entscheidende Tore. Nix war es. Große Klappe – nichts dahinter.

 

Das Sie diverse Male Verein und Trainer öffentlich kritisiert haben, blenden wir an dieser Stelle einfach mal aus. Die Frage die sich mir stellt ist: Hat ein Mo Idrissou – der „Beste“ in der  Mannschaft – so etwas nötig? Wie wäre es stattdessen mal mit Leistung auf dem Platz? 33 Spiele, 5 Tore, 3 Vorlagen – Ihre Bilanz 2010/2011. Garnicht so schlecht auf dem ersten Blick. Aber der Beste sind Sie damit bei weitem nicht. Übrigens würde „der Beste“ 1000.000 prozentige Torchancen wie die in Kaiserslautern und gegen Köln mit verbundenen Augen und ohne Schuhe einnetzen. Einmal kann das ja passieren. Aber zweimal? Auf der Playstation im Finale der Champions-League wäre der Ball mit Sicherheit rein gegangen. Übrigens: Dort sind Sie wirklich mit der Beste – schnell, trickreich und torgefährlich.

 

Lieber Mo Idrissou, eine Quote in ihrem Spiel ist jedoch wirklich unerreicht – die Abseitsquote. Niemand steht so oft im Abseits wie Sie. Die Borussia stand in 34 Spielen 130 Mal im Abseits, was Platz 3 in der Bundesliga bedeutet. Müssen wir darüber diskutieren wer gefühlte 110 Mal davon im Abseits stand?

 

Was man Ihnen lieber Mo über lange Zeit nicht absprechen konnte war ihr Einsatzwille. Ständig auf Achse, 100 % gebend und immer voll dabei. Besonders auf Ihrer ungeliebten linken Seite haben Sie mit Fleiß, Einsatz und ordentlichem Defensivspiel imponiert. Doch irgendwann, als es um alles oder nichts ging, trieben Sie einen mit Ihrer an den Tag gelegten Spielweise auf die Palme. Zu wenig. Zu wenig Einsatz, zu wenig Lauffreude. Zu wenig Ausstrahlung, zu wenig Spielwitz. Von allem irgendwie zu wenig. Im Überlebenskampf kann man vom „Besten“ mehr erwarten.

 

Nun werden die Karten neu gemischt. Eine neue Saison mit Lucien Favre. Er wird genau hinsehen. Genauer als genau mit seiner schweizer Akribie. Ihnen scheint der Arsch wohl richtig auf Grundeis zu gehen. Anders sind diese Worte nicht zu erklären. Wie gesagt, man sollte nicht annähernd alles glauben was geschrieben wird – aber bei Ihnen häufen sich doch die Aussagen. Irgendwie ähnelt Ihre neuerliche Aussage der letzten aus Freiburg. Heute sind Sie „der Beste“  – damals wollten Sie weg und nicht mehr mit Absteigern spielen. Dieser Satz kam wohl eher von Ihnen als, wie Sie beteuern, von ihrem damaligen Trainer Robin Dutt.

 

Lieber Mo Idrissou, die Devise sollte auch beim „Besten“ sein: Klappe halten und das machen wozu Sie bezahlt werden. Fußball spielen. Möglichst erfolgreich. Wenn Sie mit Leistung und Toren glänzen, sei Ihnen Ihre forsche Art verziehen – aber so bleibt der fade Beigeschmack eines Großmauls und jemand der den Zusammenhalt innerhalb des Teams gefährdet.

 

Lieber Mo, zeigen Sie es : Unruheherd oder Führungsspieler…

 

Ps.: Das Tor gegen den BVB, dass mit zur Rettung beitrug sollte da ein wenig Vorbild sein. Das war klasse – das war der Mo wie ihn sich die Fans der Borussia wünschen.

 

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veröffentlicht von Björn Brodermanns am 25. Juni
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