Lucien Favre: „Mike Hanke und ich hatten ein gutes Gespräch“

Mike Hanke und Borussia Mönchengladbach –eine Beziehung, die derzeit auf eine harte Probe gestellt wird. Auf seine Nichtnominierung im Spiel gegen Fenerbahce Istanbul am Donnerstag folgte ebenfalls die Nichtberücksichtigung für das Spiel gegen Eintracht Frankfurt. Zudem sorgte Hanke mit einer Mitteilung via Facebook höchstselbst für eine gewisse Portion Zündstoff.

„Wieder nicht im Kader…….!“– diesen Satz veröffentlichte Mike Hanke im Anschluss die letzte Einheit vor dem so wichtigen Spiel gegen die Überraschungself aus Hessen. Womit er selbst wohl nicht rechnete: Seine Message schlug in kürzester Zeit ziemlich hohe Wellen. Neben einigen wenigen kritischen Meinungen landeten vor allem Pro-Hanke-Posts und pures Unverständnis für die Maßnahme Lucien Favres auf der virtuellen Pinnwand des Stürmers.

„Jetzt entspannt euch doch mal. Ich werde niemals aufgeben dafür bin ich schon zu lange dabei und liebe den Fußball zu sehr. Also morgen 3 Punkte und dann habe ich 2 Wochen Zeit dem Trainer zu beweisen, dass ich in die Mannschaft gehöre“ versuchte Hanke wenig später vergeblich die Dynamik aus der Sache zu nehmen.

Favre wusste bis Sonntag von nichts

Lucien Favre sagte direkt nach dem Sieg gegen Frankfurt, das er nichts von der Sache auf Facebook wusste: „Ich wusste es nicht. Ich hatte ein gutes Gespräch gestern mit ihm – sie können ihn direkt fragen. Man hat mir das erst heute erzählt. Jetzt kann ich nicht direkt reagieren.“ Der sichtlich verdutzte Coach konnte nicht direkt reagieren.

Mike Hanke zum vom Schweizer angesprochenen Gespräch befragen, konnte man allerdings auch nicht. Der ehemalige Nationalspieler war nicht (mehr) vor Ort. „Nach dem Training habe ich gemerkt, dass um meine Person sehr viel Aufruhr entstanden ist. Es wurden mir sehr viele Fragen gestellt. Letztendlich habe ich mich entschlossen, nach Hause zu fahren und das Spiel dort zu schauen“, sagte Hanke zu seinem zunächst unentschuldigten Fehlen.

Fragwürdiges Verhalten abgehakt?

Für Sportdirektor Max Eberl und Lucien Favre seien die Vorfälle abgehakt. „Sie können das verstehen, und wir haben das intern geklärt“, gab Hanke nach dem Auslaufen zu Protokoll. Fraglich dürfte sein, wie die Mannschaft auf derartige Dinge reagiert. Immerhin hat der 28-Jährige einen Teil der Aufstellung bereits vor der Veröffentlichung verraten und seinen Unmut offen kundgetan. Zudem ließ er seine Kollegen gegen Frankfurt, indem er nicht im Stadion weilte, im Stich – Zusammenhalt sieht anders aus.

Das man ein in Mönchengladbach ein derart eigensinniges Verhalten zu dulden scheint ist ebenso fragwürdig wie gefährlich. Immerhin stellt sich Manager Max Eberl demonstrativ vor seinen Coach: „Es ist völlig legitim, wenn ein Trainer Entscheidungen fällt, von denen er überzeugt ist. Die Leistungen waren bisher nicht so, dass jemand meint, irgendetwas sicher zu haben, und diesen Entscheidungen muss man sich unterwerfen. Das ist erst einmal bitter, aber es geht nicht um Mike Hanke, es geht nicht um einzelne Spieler, sondern um das Gesamtkonstrukt Borussia Mönchengladbach. Das muss man akzeptieren.“

Eines sollte die Kämpfernatur allerdings auch so langsam mal akzeptieren: Klare Regeln, ohne die keine Mannschaft funktionieren kann. Ansonsten könnte es ganz schnell noch enger werden für den Stürmer. (Foto: jdp-fotos.com)

PS: Kennst du schon unseren kostenlosen Newsletter? »Hier« kannst du unseren kostenlosen Newsletter abonnieren.

veröffentlicht von Björn Brodermanns am 08. Oktober
Diesen Artikel empfehlen:
 
Kommentieren via Facebook neu