Luuk de Jong: Rakete, Messias, Risiko und Investition in die Zukunft

Auch wenn offizielle Meldungen noch auf sich warten lassen: Nächste Woche wird er da sein und zur Mannschaft stoßen. Luuk de Jong. Der Heilsbringer. Der Wunderstürmer. Der Reus-Ersatz. Man könnte unzählige Bezeichnungen finden für den Niederländer. Allesamt im Superlativ natürlich. Halten wir uns an die Fakten. Luuk de Jong wird zweifelsohne der Königstransfer schlechthin sein für den VfL…

Max Eberl wird es in der kommenden Woche wohl gelingen, den Wunschspieler seines Trainers in den Borussia-Park zu lotsen. Der 21-jährige Stürmer steigt damit zum teuersten Transfer der so ruhmreichen Vereinshistorie auf. Gladbachs Sportdirektor wird nach eigenen Worten „nichts Verrücktes“ gemacht haben. Mit diesen Worten wurde er jedenfalls bereits im Vorfeld zitiert.

Doch diese Sichtweise dürfte wohl nur eine Seite der Medaille sein. Eberl und die Borussia werden sich richtig gestreckt haben. Die 14,5 Millionen Euro, die medial kolportiert und flugs dementiert wurden, dürften dabei nicht einmal in Gänze ausreichen. Im Grunde ist dieser Transfer verrückt – die direkte Zahlung zum Transfer jedoch für die Borussia gerade noch übersichtlich.

Borussia stößt in neue Sphären vor

Doch, wie verrückt ist eigentlich verrückt? Max Eberl geht zum ersten Mal ein echtes „Risiko“. Risiko in Anführungszeichen, weil es in Wirklichkeit ein überschaubares ist. Es müsste mit dem Teufel zugehen, wenn sich ein Spieler wie Luuk de Jong nicht in wenigen Monaten um ein vielfaches im Marktwert steigert. Mit dem heutigen Transfer stößt die Borussia bei einem zukünftigen Verkauf des Holländers in finanziell völlig neue Sphären vor. Die 17,4 Millionen Euro, die Borussia Dortmund kürzlich für Marco Reus auf den Tisch legte, dürften dagegen ein Kleckerbetrag sein.

Zukunftsmusik. Bis dahin kann sich die Borussia am sportlichen Wert des 21-Jährigen laben. Um wieder zum Anfang des Artikels zu kommen: Der Nationalspieler ist ein richtiger Knaller. Eine Rakete, ein Heilsbringer, der neue Reus, ach was – der neue Messias. Stichwort Superlative.

Geld schießt keine Tore. Also nicht unbedingt. Felix M. aus Wolfsburg kann da ein Liedchen von singen. Luuk de Jong hat zweifelsohne alle Anlagen, um ein richtig großer Spieler zu werden. Dazu muss er jedoch erst einmal reifen. In Gladbach. Unter dem für dieses Vorhaben denkbar besten Trainer. Lucien Favre wird aus de Jong das rauskitzeln was er benötigt, um den Schritt aus der Eredivisie zur Bundesliga schnellstmöglich zu packen.

Geduld gefragt

Dennoch solle man sich in Mönchengladbach auch in Geduld üben. Der Junge ist erst 21 und kennt nur sein kleines Umfeld in Holland. Ihn zum neuen Messias hoch zu stilisieren, wäre deshalb nicht fair. Zudem sollte möglichst vor Beginn der neuen Spielzeit jedem Beobachter klar sein, das de Jong kein Reus-Ersatz ist. Vor allem nicht 1:1. Stellt man diesen Vergleich an, hat der junge Holländer bereits jetzt verloren.

Die beiden Offensivspieler sind beinahe nicht miteinander zu vergleichen und das, obwohl sie sich in puncto Technik, Geschwindigkeit und Durchsetzungsvermögen durchaus ähneln. De Jong ist mehr der Typ Vollstrecker als Vorbereiter. Nachwuchshoffnung Amin Younes ist da schon eher ein kommender und logisch erscheinender Reus-Ersatz. Es sei denn Max Eberl zaubert noch einen anderen Protagonisten aus dem Hut. Ein gewisser David Junior Hoilett soll am Wochenende zu Gast im Borussia-Park sein – wohl kaum um Kaffee zu trinken.

Fans dürfen nicht töricht sein

Bei aller zu verstehenden Euphorie: Man wird dem neuen niederländischen Offensivmann im Trikot der Raute Zeit geben müssen – trotz oder gerade wegen der Gesamtablöse im mittleren zweistelligen Millionenbereich. Niemand darf erwarten das Luuk de Jong auf Anhieb 20 Tore in der Saison erzielt. Seinen Wert wird er auch anders unter Beweis stellen. „Nur Tore zählen nur die Tore“ – dessen sollten sich in den kommenden Wochen alle Beobachter der Borussia bewusst sein.

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veröffentlicht von Björn Brodermanns am 13. Juli
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